50 Jahre Dirigententätigkeit: Musikverein Tarforst feiert Franz Josef Schmitt
Der Musikverein Trier Tarforst feierte am 18. April 2026 ein außergewöhnliches Jubiläum: 50 Jahre Dirigententätigkeit von Franz Josef Schmitt, liebevoll „Franjo“ genannt. Um 19:30 Uhr füllte sich die Turnhalle der Grundschule Tarforst bis auf den letzten Platz – ein würdiger Rahmen für einen Mann, der ein halbes Jahrhundert lang das musikalische Gesicht des Vereins geprägt hat. Sogar der SWR war mit Kamerateam und Reporter vor Ort, um diesen besonderen Abend festzuhalten und Wegbegleiter des Jubilars zu interviewen.
Ein Auftakt, der überraschte
Das große Orchester eröffnete den Abend mit der Ballade „Run“ von Leona Lewis – ein Stück, das man nicht unbedingt als Konzertbeginn erwartet hätte. Doch schon die ersten Takte machten deutlich, welch ausgewogener und homogener Klangkörper sich unter Schmitts Leitung über die Jahrzehnte entwickelt hat.
Durch das Programm führten Matthias Brittner und sein Co-Moderator Matthias Willems, die mit Witz, Charme und einem feinen Gespür für Situationskomik durch den Abend leiteten. Brittner verband die Musikstücke immer wieder mit Anekdoten aus dem Leben des Dirigenten. „Run – laufen – läuft!“ übersetzte er augenzwinkernd und stellte fest: Ja, es läuft im Musikverein Trier Tarforst – und das seit 1975.
Ein Dirigent, der den Verein prägte
Als Franz Josef Schmitt vor 50 Jahren das Orchester übernahm, brachte er frischen Wind nach Tarforst: Er baute ein komplettes Schlagzeugregister auf, bildete selbst an Klarinette und Saxophon aus und machte den Verein für junge Musiker immer attraktiver. Sein pädagogisches Geschick als Lehrer half ihm, Generationen von Musikern zusammenzuführen – ein roter Faden, den Moderator Brittner mit dem Stück „Ross Roy“, benannt nach einer australischen Schule, aufgriff.
Vor einem ausverkauften Saal, darunter Ehrengast Oberbürgermeister Wolfram Leibe, präsentierten die 57 aktiven Musiker ein Programm, das sowohl musikalisch als auch erzählerisch überzeugte. Stücke wie „My Way“, „The Rock“ oder „Jesus Christ Superstar“ wurden mit persönlichen Geschichten aus Schmitts Leben verwoben. Besonders aufmerksam reagierte das Publikum auf die Anekdote vom „Milchbock“, auf dem sich einst die Tarforster Mädchen versammelten – und wo Franjo seine spätere Frau zum ersten Mal sah.
Nachwuchsarbeit im Fokus
Nach der Pause zeigte das Jugendorchester unter der Leitung von Theresa Keller, wie es um die Zukunft des Vereins steht. Rund 20 junge Musiker überzeugten mit sauberem Klang und großer Spielfreude. Insgesamt befinden sich derzeit etwa 50 Kinder in Ausbildung – ein Hinweis auf die kontinuierliche Nachwuchsarbeit des Vereins.
Ein zweiter Teil voller Höhepunkte
Das große Orchester eröffnete den zweiten Teil mit „Gonna Fly Now“ aus den Rocky-Filmen, gefolgt von einem fast 20-minütigen Medley, das Annette Backes aus Werken der vergangenen 50 Jahre arrangiert hatte. Brittner bemerkte augenzwinkernd, die Länge von 19:59 Minuten sei eine Anspielung auf das Gründungsjahr des Vereins – 1959.
Ein weiterer emotionaler Moment folgte, als Annette Backes „Nothing’s Gonna Change My Love for You“ vor dem Orchester auf der Trompete spielte.
Mit „No Roots“, dem Posaunenstück „Jazzy Trombones“ und der Ballade „Mer sin eins“ der kölschen Band Kasalla steigerte sich die Stimmung bis zum Finale.
Ein Abschluss, der in Erinnerung bleibt
Funkensprühende Sparkular-Fontänen setzten den optischen Schlusspunkt, doch das Publikum wollte den Abend nicht enden lassen. Stehende Ovationen und Zugaberufe führten zu einem Finale mit den Titeln „Fliegermarsch“, „Sailing“ – bei dem das Publikum „Franz Josef – 50 Jahr – Franz Josef – wunderbar“ mitsang – und schließlich „Music was my first love“.
Ein Abend für die Vereinsgeschichte
Der Konzertabend war mehr als ein Jubiläum – er war eine Würdigung eines Dirigenten, der über viele Jahre hinweg das musikalische Leben in Tarforst geprägt hat.
Franz Josef Schmitt und der Musikverein Trier Tarforst blicken auf die kommenden Jahre. Und eines scheint sicher: Das nächste Jubiläum kommt bestimmt.

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