

Das Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen in Trier hat im Juni erstmals zwei Patienten mit dem neuen Reset-Verfahren der Firma Morphic Medical behandelt. Nach Angaben des Krankenhauses ist das Klinikum damit wahrscheinlich die erste medizinische Einrichtung in der Europäischen Union, die die Methode etabliert hat. Die beiden Eingriffe verliefen planmäßig, die Patienten konnten das Krankenhaus wieder verlassen.
Neue Option ohne Operation
Das Reset-Verfahren richtet sich an Menschen mit starkem Übergewicht und Typ-2-Diabetes, bei denen Medikamente oder Veränderungen des Lebensstils nicht den gewünschten Erfolg zeigen, für die ein chirurgischer Eingriff aber nicht infrage kommt. Das Verfahren ergänzt das Angebot des zertifizierten Adipositaszentrums Trier.
Bei einer kurzen Magenspiegelung unter Vollnarkose wird ein dünner, flexibler Kunststoffschlauch minimalinvasiv in den Dünndarm eingesetzt. Das Implantat wird dort ohne Bauchschnitte oder dauerhafte anatomische Veränderungen verankert. Der Schlauch verhindert den direkten Kontakt der Nahrung mit der Dünndarmschleimhaut und soll dadurch hormonelle Prozesse beeinflussen, die das Sättigungsgefühl und die Blutzuckerkontrolle unterstützen.
Langfristige Verbesserungen möglich
Nach Angaben des Klinikums zeigen Daten von fast 1.300 Patienten einen durchschnittlichen Gewichtsverlust von knapp 19 Prozent des Körpergewichts sowie Verbesserungen beim Blutzucker-Langzeitwert. Das Implantat verbleibt für maximal neun Monate im Körper und wird anschließend endoskopisch entfernt. Mehr als drei Viertel der Patienten halten die gesundheitlichen Verbesserungen auch drei Jahre nach der Entfernung aufrecht.
Für die Einführung der neuen Behandlungsmethode arbeitete das Endoskopie-Team der Inneren Medizin IV des Klinikums Mutterhaus mit der Adipositas-Spezialistin Dr. Christine Stier vom Universitätsklinikum Mannheim sowie Experten des Herstellers Morphic Medical zusammen. Durch die Einführung des reversiblen Verfahrens erweitert das Adipositaszentrum sein Therapieangebot für Patienten in der Großregion.




