

Nur drei Tage nach dem Auswärtsspiel in Ulm waren die Gladiatoren erneut in der Fremde gefordert. Bei den Frankfurt Skyliners musste Headcoach Jacques Schneider auf Nolan Adekunle verzichten, der in Ulm einen Schlag auf den Ellbogen erlitt. So übernahm Clayton Guillozet Adekunles Platz in der Starting Five an der Seite von Steven Ashworth, Jordan Roland, Urald King und Marten Linßen. Vor zahlreichen mitgereisten und kostümierten Trierer Fans war es der Frankfurter William Christmas der per Dreier die ersten Punkte des Spiels erzielte. Auf Trierer Seite gelang Jordan Roland im Gegenzug die direkte Antwort, inklusive Wurffoul und einem Vier-Punkte-Spiel. Ein Dreier von Urald King und ein Korbleger von Guillozet sorgte für die frühzeitige Trierer Führung von 9:2 nach knapp zwei gespielten Minuten. Die Gladiatoren traten offensiv selbstbewusst und treffsicher auf und zeigten sich auch defensiv in guter Form. Erst zur Mitte des ersten Viertels gelang es den Skyliners, angeführt von ihrem stark aufspielenden Point Guard Isaiah Swope, den Trierer Vorsprung sukzessive zu verkürzen und sich wieder in Schlagdistanz zu bringen – 17:13 (5. Spielminute). Die Gladiatoren behielten die Nase bis zum Ende der ersten zehn Minuten vorn und gingen mit einer knappen Führung von 26:23 in die erste Viertelpause.
Auch zu Beginn des zweiten Viertels waren die Gäste die tonangebende Mannschaft und bestimmten das Spieltempo. Schnell sorgte man mit gut herausgespielten Abschlüssen in der Transition erneut für eine etwas komfortablere Führung von 32:23 (12.) durch einen getroffenen Mitteldistanzwurf von Jordan Roland, den die Frankfurter Defensive nicht kontrollieren konnte. Roland war es dann auch, der per Drei-Punkte-Treffer die erste zweistellige Führung des Spiels beim Stand von 37:25 (15.). Frankfurt fand weiterhin hauptsächlich durch das Pick and Roll ihres Playmakers Swope und Center LeDee den Weg zum Korb und blieb trotz des hohen Trierer Spieltempos stets in Schlagdistanz zu den Gladiatoren. Während Behnam Yakhchali per And-One die letzten Trierer Punkte der ersten Hälfte zum 44:36 (18.) besorgte, starteten die Skyliners nochmal einen eigenen kurzen Lauf, den Till Pape per Korbleger zum 44:41 Halbzeitstand vollendete.
Nach dem Seitenwechsel blieb der frühe Trierer Run der ersten beiden Spielabschnitte aus und Frankfurt war nun defensiv erfolgreicher. Mit einem Dreier durch Nahiem Alleyne und zwei getroffenen Freiwürfen durch Center LeDee gingen die Frankfurter früh in Halbzeit Zwei erneut in Führung (48:47, 22.). Nun sahen die 3.200 Zuschauer in der Frankfurter Süwag Energie Arena einen offenen Schlagabtausch, in dem beide Teams vor allem aus dem Eins-gegen-Eins immer wieder zu Punkten kamen. Auf Trierer Seite übernahm weiterhin Jordan Roland die Verantwortung und streute immer wieder auch schwierigste Würfe ein, die auf Seiten der Skyliners meist durch Isaiah Swope oder Jaedon LeDee beantwortet wurden. Bis zum Ende des dritten Viertels blieb die Partie völlig offen und kein Team konnte sich auch nur kurzzeitig absetzen. So ging es mit einem knappen Trierer Rückstand von 63:65 in den vermeintlich letzten Spielabschnitt.
Auch der Start in das vierte Viertel verlief sehr ausgeglichen und beide Teams fanden gute Lösungen gegen den jeweils gegnerischen Defensivansatz. Während die Skyliners immer wieder den Korb attackierten und defensiv hohen Druck auf die Trierer Ballführer ausübten, hatten die Gladiatoren nun Probleme den Ball laufen zu lassen, trafen dafür aber auch schwere Würfe im Eins-gegen-Eins. Erst zur Mitte des vierten Viertels sorgten ein getroffener Dreier von Jordan Roland, ein schön herausgespielter Dunk, sowie zwei getroffene Freiwürfe von Urald King für die erneut deutlichere Trierer Führung von 80:72 (35.). Marco Hollersbacher von außen und Jordan Roland per Korbleger erhöhten den Vorsprung der Moselstädter in der Folge weiter auf 85:74 (38.), was jedoch noch keine Vorentscheidung bedeutete. Selbst anderthalb Minuten vor Spielende zeigte die Anzeigetafel noch eine zweistellige Trierer Führung an (89:79), die dann innerhalb kürzester Zeit von den Skyliners egalisiert wurde. Erneut war es Point Guard Swope, der für die Frankfurter übernahm und mit acht Punkten in Folge immer weiter verkürzte (92:87). Die Gladiatoren hatten nun große Probleme gegen die aggressive Trap-Defense der Hausherren und mussten bereits auf Clay Guillozet und Jordan Roland verzichten, die mit fünf persönlichen Fouls die Bank hüten mussten. Till Pape verkürzte mit zwei getroffenen Freiwürfen bei 39 Sekunden auf der Uhr weiter auf 92:89 und einen darauffolgenden Trierer Ballverlust veredelte William Christmas im Fastbreak zum 92:91 bei 25 Restsekunden.
Nach einer Auszeit durch Jacques Schneider ging Behnam Yakhchali nach frühem Frankfurter Foul an die Freiwurflinie, war dort aber nur einmal erfolgreich und bei 17 Sekunden Rest und einer Trierer Führung von 93:91 ging der Ball zum letzten Angriff in die Hände der Skyliners. Wie schon im ProA-Halbfinale 2024 hatten die Frankfurter den Sieg mit dem letzten Wurf in der Hand und erneut gelang den Gastgebern das benötigte Wunder. Isaiah Swope traf einen Drei-Punkte-Wurf mit knapp zwei Sekunden Restzeit auf der Spieluhr und wurde bei diesem von Marten Linßen gefoult. Auch für Linßen bedeutete dies das fünfte persönliche Foul und mit dem getroffenen Freiwurf brachte Swope sein Team kurz vor Schluss erneut in Führung – 93:95 bei 2 Sekunden Restspielzeit.
Nun brachten die Trierer den Ball schnell ins Spiel und Steven Ashworth suchte das Dribbling zum Frankfurter Korb, wobei er unsanft von William Christmas gestoppt wurde, was zu einem Foulpfiff führte und den Trierer Point Guard an die Freiwurflinie schickte. Dieser behielt dort die Nerven, verwandelte zweimal und stellte so auf 95:95 zur Overtime.
In der Verlängerung bewiesen die Gladiatoren dann nochmals Kampfgeist und präsentierten sich vor allem defensiv extrem wach. Dank starker Mann-Mann-Defense gegen Swope und präziser Rotation sicherten sich die Moselstädter früh in der Overtime einige Ballgewinne und münzten diese in der Transition in Punkte um. So starteten die Trierer mit einem 12:0-Lauf in die Verlängerung, den Behnam Yakhchali mit einem erfolgreichen Dreier krönte – 107:95 (43.). Zwar gelang es den Skyliners erneut mit einer aggressiven Ganzfeld-Verteidigung für Probleme im Trierer Spielaufbau zu sorgen, einen Lauf wie zum Ende des vierten Viertels konnten sie so aber nicht mehr starten. Dank einer nervenstarken Leistung von der Freiwurflinie sorgen auch die späten Fouls der Frankfurter für keinen Bruch im Trierer Spiel und letztlich schlagen die VET-CONCEPT Gladiators Trier die Frankfurt Skyliners nach Verlängerung mit 115:108 und sichern sich so den 12. Sieg in der easyCredit BBL.
Die Viertel: 26:23 | 18:18 | 19:24 | 32:30 | 20:13
Die Zuschauerzahl: 3.200
Jacques Schneider (Headcoach VET-CONCEPT Gladiators): „Auf jeden Fall sind es gemischte Gefühle, aber natürlich überwiegt zunächst die Freude über den Sieg – und über unseren zwölften Saisonsieg. Wir haben damit unser vorläufiges Saisonziel erreicht, und es war ein langer, harter Kampf.
Wir haben uns nicht in allen Situationen souverän präsentiert, aber letztlich haben wir uns in der Overtime an der Freiwurflinie sehr abgezockt gezeigt. Trotz vieler Ausfälle und Verletzungen, aber natürlich auch durch Fouls im Spiel, ist es uns gelungen, mit Spielern, die sonst eher tief in der Rotation stehen, entscheidende Phasen für uns zu entscheiden.
Von daher bin ich extrem stolz auf die Mannschaft, dass wir das heute – vor allem auswärts – für uns entscheiden konnten. Jetzt freue ich mich auf die nächsten Wochen“.
Für Trier spielten: Steven Ashworth (24 Punkte), Dexter Akanno (DNP), Clayton Guillozet (10), Behnam Yakhchali (9), Marco Hollersbacher (14), Marten Linßen (7), Jordan Roland (31), Urald King (12), Evans Rapieque (0), JJ Mann (3) und Maik Zirbes (5).
Beste Werfer Frankfurt Skyliners: Isaiah Swope (41 Punkte), William Christmas (19) und Jaedon LeDee (18).
Quelle: Gladiators Trier




