Julia Borsch

"Die Pandemie und der Club" - Ein Leserbericht

Trier/Region. Die Pandemie führte zu unzähligen gesellschaftlichen Spannungen. Ein Leser berichtet.

Bild: Symbolfoto Unsplash

Auch vor den dörflichen Stadtteilen machte das Coronavirus keinen Halt. Einer unserer Leser hält seine Gedanken zur Pandemie in einer Geschichte fest. Hier die Geschichte im Wortlaut:

 

Eine wahre Geschichte aus einem dörflichen Stadtteil von Trier

"Man schreibt das Jahr 2021, die sogenannte Coronapandemie entwickelt ihre Höhepunkte und ist in vollem Gange. Maskenpflicht, sogar im Freien, Lockdowns und Schließungen der Geschäfte, die Einschränkung des öffentlichen Lebens sowie Schul- und Kitaschließungen sind nur einige Beispiele, die sich unsere Volksvertreter in ihrer Hilfslosigkeit haben einfallen lassen. All das vor dem Hintergrund des Versuchs, die Ansteckungsgefahr einzudämmen. Parallel hierzu erlaubt man jedoch Massenveranstaltungen in Stadien, wo sich tausende Menschen, wenn auch zwar mit Maske, der Infektionsgefahr aussetzen.

Ein Kegelklub, der zu diesem Zeitpunkt schon mehr als 43 Jahre besteht, hat in seinen 14- tägigen Treffen, die sich während der Corona Zeit 2021 möglichst alle im Freien abspielten, fast immer die besagten Corona Maßnahmen zur Diskussion gestellt . Ebenfalls wurde in diesem Zusammenhang die Impfkampagne besprochen und fand bei den Clubmitgliedern Befürworter und eine große Bereitschaft zur Impfung. Nur einer dieser Clubgründungsmitglieder zweifelte immer mehr an der Rechtmäßigkeit verschiedener Corona Maßnahmen, die große Einschränkungen unserer Lebensqualität bedeuteten . In seinen Argumentationen benutzte er dabei teils drastische Worte, um seinem Unmut gegenüber vielen in seinen Augen falschen Maßnahmen unserer Regierung Ausdruck zu verleihen. Er blieb auch in der Folgezeit trotz ständiger Anfeindungen seitens seiner Kegelbrüder aus persönlich gesundheitlichen Gründen ungeimpft, wobei die anderen Clubmitglieder teilweise eine zweite oder dritte Impfung über sich ergehen ließen.

Dabei wurde die Qualität und die Herkunft der Impfsubstanz seitens der Impfwilligen nie angezweifelt. In der Folgezeit wurde der Nichtgeimpfte als Impfverweigerer bezeichnet, durch seine oppositionelle Haltung in dieser ganzen Kampagne und auch gegenüber der Politik stellte man ihn in die Ecke der Querdenker und betitelte ihn letztlich als asozial . Schließlich fiel die Entscheidung, diesen unbequemen Menschen aus der Gemeinschaft auszuschließen.

Für den Ungeimpften brach eine Welt zusammen. Waren das tatsächlich die Menschen, mit denen er teilweise vier Jahrzehnte einen Teil seiner Freizeit verbracht hatte ? Was hatte diese Kegelbrüder bewogen, der Fehleinschätzung und Falschinformation eines Kegelbruders zu folgen und sich von jemandem abzuwenden, der so lange in dieses Sozialgefüge gepasst hatte . Oder lag es tatsächlich daran, dass der politische und mediale Druck in solchen Situationen die Gesellschaft spaltet und Abgrenzungen gegenüber den Menschen hervorruft, die nicht den Vorgaben / der Herde folgen und sich eigene Gedanken über das Vorgehen unserer Volksvertreter machen und diese auch, so wie es ja im Grundgesetz steht, kundtun ? Können Menschen, ja selbst politisch engagierte wie einer der Kegelbrüder, heute tatsächlich nicht mehr mit anders Denkenden umgehen.

Wer ist eigentlich der unsoziale Mensch in diesem Zusammenhang? Der, welcher seine Meinung frei äußert und sich der Diskussion stellt oder derjenige, der diese Meinung in keiner Weise akzeptiert geschweige denn diskutiert. Ist durch diese Pandemie tatsächlich eine Zweiklassengesellschaft entstanden oder wurde diese erst jetzt erkannt? Wo führt das hin, wenn Menschen durch ihre Willensentscheidung und dem Kundtun dieser vom normalen sozialen Miteinander ausgeschlossen werden. Dann fehlt tatsächlich nur noch die Kennzeichnung derer, wie es das ja auch schon einmal in der Geschichte gab , die durch ein solches soziales Desaster aus der Gesellschaft ausgeschlossen und ausgegrenzt werden."


UNTERNEHMEN DER REGION

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