

Wie vielfältig ehrenamtliches Engagement sein kann, hat Staatsminister Marcus Klein bei einem Besuch im Pfarrheim St. Peter in Trier-Ehrang erfahren. Gemeinsam mit Oberbürgermeister Wolfram Leibe kam der Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Sport, Ehrenamt und Medien sowie Chef der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz mit Engagierten aus der Pfarrei „Adula und Gregor von Pfalzel – Ehrang-Pfalzel-Biewer“ ins Gespräch. Der Besuch am 21. August war Teil seiner Ehrenamtsreise durch Trier und den Landkreis Trier-Saarburg.
Besonders im Mittelpunkt stand das ökumenische Projekt „Herz und Hand – Nothilfe Ehrang-Pfalzel-Biewer“. Seit 20 Jahren unterstützen Ehrenamtliche damit Menschen, die von Armut betroffen sind. Derzeit erhalten mehr als 101 Menschen, darunter 27 Kinder, in Ehrang, Pfalzel und Biewer regelmäßig Grundnahrungsmittel. Die Lebensmittel werden persönlich nach Hause gebracht – unbürokratisch und ohne Verwaltungsgebühren. Für die Fahrten stellt der Malteser Hilfsdienst kostenlos einen Bus zur Verfügung.
Getragen wird das Projekt von der katholischen Pfarrei Ehrang-Pfalzel-Biewer, der evangelischen Kirchengemeinde Ehrang und den Maltesern. Nach der Flutkatastrophe 2021 unterstützten die Helfer zudem Familien in besonderen Notlagen mit Kleidung und Möbeln. Bei einem Tag der Begegnung gibt es außerdem ein gemeinsames Mittagessen und ein Nachmittagscafé. Auch junge Menschen beteiligen sich: 42 Firmlinge sammelten in diesem Jahr zwei Busse mit insgesamt 600 Kilogramm Lebensmitteln. Eine besondere Aktion gibt es zudem an Weihnachten, wenn Bedürftige mit Geschenkpaketen beschenkt werden.
Gemeindereferent Robert Friedrich stellte weitere Projekte vor. Beim Angebot „MahlZeit“ organisieren rund zehn Ehrenamtliche alle zwei Wochen ein gemeinsames Mittagessen im Pfarrheim St. Peter. Der Arbeitskreis Flüchtlinge Ehrang begleitet seit 2015 geflüchtete Menschen beim Ankommen und im Alltag. Der Sozialkreis Ehrang kümmert sich um ältere, kranke und alleinlebende Menschen, hilft bei kleinen Aufgaben und organisiert Ausflüge und Filmnachmittage.
Auch der Club 65 trägt mit regelmäßigen Treffen, Gottesdiensten und gemeinsamen Unternehmungen zur Gemeinschaft bei. Im Freundeskreis Kirchgarten Pfalzel verbinden Ehrenamtliche ihr Engagement mit dem Schutz der Umwelt. Die von Ehrenamtlichen organisierte Katholische Öffentliche Bücherei ist besonders für die Kindertagesstätte und die Grundschule ein wichtiges Angebot. Ergänzt wird das Engagement durch Chöre, einen Gottesdienstkreis, einen lebendigen Adventskalender und ein ökumenisches Nachtgebet.
Klein dankte den Ehrenamtlichen für ihren Einsatz. Viele von ihnen engagierten sich bereits seit Jahrzehnten für Menschen, denen es nicht so gut gehe. Nach seinen Angaben sind in Rheinland-Pfalz rund 1,4 Millionen Menschen ehrenamtlich aktiv. Die neue Landesregierung wolle das Ehrenamt stärker in den Mittelpunkt rücken und deshalb zahlreiche Initiativen besuchen.
Auch Oberbürgermeister Leibe betonte die besondere Bedeutung des Engagements in Ehrang. Der Stadtteil sei von der Flutkatastrophe 2021 besonders stark betroffen gewesen. Der Zusammenhalt während und nach der Flut habe gezeigt, was gemeinsames Handeln bewirken könne. Dieses Miteinander setze sich bis heute fort.
Im Gespräch mit dem Minister wurden allerdings auch Herausforderungen deutlich. Der Altersdurchschnitt der Ehrenamtlichen liegt nach Angaben der Pfarrei bei mehr als 70 Jahren. Die Frage, wie jüngere Menschen für die freiwillige Arbeit gewonnen werden können, beschäftigt daher viele Initiativen.
Als weitere Belastung nannten die Ehrenamtlichen den umfangreichen Papierkram. Anträge für Leistungen zugunsten Bedürftiger seien ebenso mit erheblichem Aufwand verbunden wie die Nachweise für Ausgaben in den einzelnen Projekten. Klein räumte ein, dass hier Verbesserungen notwendig seien. Die Landesregierung habe sich vorgenommen, den Verwaltungsaufwand zu verringern.
Zum Abschluss dankte der Minister den Engagierten für ihre Offenheit und ihre zahlreichen Anregungen. Zugleich ermutigte er sie, noch stärker über ihre Arbeit zu sprechen und andere Menschen für das Ehrenamt zu gewinnen. Denn freiwilliges Engagement helfe nicht nur anderen, sondern könne auch persönlich viel zurückgeben.



