Claudia Neumann

Engagement für Vielfalt: WochenSpiegel-Ehrenorden Kultur für Alex Rollinger

Trier. Mit der Gründung des Schmit-Z hat er Begegnung und Akzeptanz in Trier nachhaltig geprägt
Alex Rollinger mit Wochenspiegel-Chefredakteur Robert Syska und Assistentinnen Jasmin Waziero und Janina Schier

Alex Rollinger mit Wochenspiegel-Chefredakteur Robert Syska und Assistentinnen Jasmin Waziero und Janina Schier

Bild: Wilfried Kootz

Alex Rollinger wird für sein jahrzehntelanges Engagement für Offenheit und Vielfalt mit dem WochenSpiegel-Ehrenorden im Bereich Kultur ausgezeichnet. Seit 1993 prägt er mit dem Schmit-Z, dem ersten queeren Zentrum in Rheinland-Pfalz, das kulturelle und gesellschaftliche Leben in Trier.

Räume für Begegnung und Akzeptanz

Das Schmit-Z entstand vor dem Hintergrund eigener negativer Erfahrungen und als Ort für Menschen, die in der Gesellschaft Schutz und Halt vermissen. Schnell wurde klar: Wer Akzeptanz fördern will, muss sichtbar sein, und wer Vorurteile abbauen will, muss Begegnung ermöglichen.

Die Rosa Sitzung als Zeichen gelebter Vielfalt

Einer der frühesten Schritte war die von ihm initiierte Rosa Sitzung. Karneval war zunächst unbekanntes Terrain, doch Rollinger erkannte das Potenzial: Gemeinsames Lachen schafft Nähe, Feiern baut Berührungsängste ab. Aus einem Experiment wurde die größte Karnevalssitzung im Trierer Raum – eine Bereicherung der Karnevalstage und eine Einladung, Vielfalt zu erleben. Hier wird nicht über Menschen gelacht, sondern miteinander.

Nachhaltige Wirkung weit über den Karneval hinaus

Das Schmit-Z entwickelte sich zu einem kulturellen Treffpunkt in Trier. Theaterprojekte, Diskussionen, Feste und Veranstaltungen stärken die gesamtgesellschaftliche Akzeptanz queerer Lebenswelten. Mit weiteren Orten wie dem Queergarten zeigt Rollinger, dass sichtbare Vielfalt zur Stadt gehört – nicht als Abgrenzung, sondern als Einladung.

Vertrauen und nachhaltige Strukturen

Alle Projekte folgen demselben Prinzip: Begegnung auf Augenhöhe. Deshalb gilt die Arbeit des Schmit-Z als Vorbild für andere Städte. Ein weiterer Verdienst Rollingers ist die finanzielle Absicherung dieser Arbeit: Die Erlöse der Rosa Sitzung sichern Angebote, Strukturen und Arbeitsplätze und machen Karneval zu einem Ort realen gesellschaftlichen Engagements.

Drei Jahrzehnte Engagement und Verantwortung

Über fast drei Jahrzehnte war Alex Rollinger Gründer, Geschäftsführer, Netzwerker, Programmmacher und Ermöglicher. Er brachte Menschen zusammen, ermutigte zur Übernahme von Verantwortung und leitete schließlich einen Generationenwechsel ein – ein Beispiel für nachhaltige Arbeit in der Region.

Mit seiner Arbeit schafft Rollinger Orte, an denen Begegnung möglich ist – und Vorurteile weniger Platz haben. Dafür wird er mit dem WochenSpiegel-Ehrenorden im Bereich Kultur geehrt.


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