

Im Rahmen der WochenSpiegel-Nachhaltigkeitsausgabe haben wir die Klimaschutzmanagerin der Stadt Trier um eine Stellungnahme zu Herausforderungen, Chancen und kommenden Projekten zum Thema Klimaschutz gebeten.
Natascha Steinbacher:
Hitze in der Innenstadt: Trier zählt im Sommer zu den wärmsten Städten Deutschlands. In der Moseltallage kommt es in der Innenstadt zu eingeschränktem Luftaustausch und starker Hitzebelastung mit kaum Abkühlung in der Nacht. Versiegelte Flächen verstärken sogenannte Wärmeinseln, mit ein Grund, weshalb der Stadtrat 2019 den Klimanotstand ausrief.
Trinkbrunnen, Schattenplätze und Notfallpläne für Hitzetage leisten bereits Abhilfe. Langfristig sollen mehr »grüne Inseln«, mobile Bepflanzung und klimaangepasste Stadtgestaltung entstehen. Der Hitzeaktionsplan, der gerade erarbeitet wird, zeigt zudem, wie vulnerable Gruppen geschützt werden können – etwa durch kühlende Räume, Begrünungsmaßnahmen und Informationskampagnen.
Wärme- und Energieversorgung: Wärmeversorgung verursacht über 50 Prozent des Energieverbrauchs in Deutschland, rund 90 Prozent der Gebäude werden mit fossilen Brennstoffen beheizt. Eine klimafreundliche Wärmeversorgung ist daher zentral. Trier setzt auf erneuerbare Wärmenetze, industrielle Abwärme, Wärmepumpen und Beratung für Bürgerinnen und Bürger und Unternehmen. Ziel: bis 2045 vollständige Versorgung aus erneuerbaren Quellen. Der kommunale Wärmeplan zeigt Verbrauch, Erzeugung und Potenziale – und ist strategisches Instrument für Verwaltung, Politik, Wirtschaft und Bürgerinnen und Bürger, um frühzeitig die Weichen Richtung Klimaneutralität zu stellen.
Verkehr und Emissionen: Der Verkehrssektor bleibt ein großer Emittent. Abhilfe schaffen der ÖPNV-Ausbau, die Radverkehrsförderung und die digitale Verkehrssteuerung. Nach über 40 Jahren wurde die Weststrecke reaktiviert: 19 km, fünf neue Haltepunkte, modernisierte Infrastruktur. Mit stündlichen Verbindungen Richtung Luxemburg und Saarburg profitieren Pendler und Reisende. Auch Radwege wie der Moselradweg wurden auf 11,3 km saniert. Das Projekt »KIM – KI-optimierte Mobilität« der Stadtwerke unterstützt zudem dabei, den Verkehrsfluss effizient zu gestalten und Emissionen deutlich zu senken.
KIPKI-Maßnahmen: Trier erhält 4,85 Mio. Euro aus dem Landesprogramm »Kommunales Investitionsprogramm Klimaschutz und Innovation« (KIPKI). Gefördert werden:
Trier steht mit Hitze, Verkehrsemissionen und fossiler Wärmeversorgung vor klaren Herausforderungen. Mit KIPKI-Investitionen, Hitzeaktionsplan und kommunaler Wärmeplanung schafft die Stadt jedoch die Grundlage, um bis 2045 klimaneutral und lebenswerter zu werden.
Interessierte können sich per E-Mail an Natascha Steinbacher wenden: klimaschutz@trier.de



