

Der Weg in den Operationssaal ist für viele Kinder eine Reise ins Ungewisse: Medizinische Geräte, freundliche Gesichter hinter Masken und die Trennung von den Eltern sorgen oft für große Ängste und Sorgen. Um diese emotionale Belastung zu verringern, geht das Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen neue Wege in der Patientenfürsorge. In einer Pilotphase begleiten die Klinikclowns junge Patientinnen und Patienten künftig direkt von ihrem Zimmer bis zur Tür des OP-Saals, wie das Klinikum mitteilt.
Vertraute Gesichter seit über 20 Jahren
Die Gesichter hinter den roten Nasen sind im Klinikum Mutterhaus längst Institutionen: das Team der Klinikclowns rund um den Diplompädagogen Henning Leidinger – als Clown Lolek – und Schauspielerin Kathy Becker – als Clownin Ännipänni. Seit mehr als zwei Jahrzehnten passen sie ihre Visiten individuell an die kleinen und großen Patienten im Haus an.
Ein vertrautes Gesicht in einer fremden Welt
Das neue Konzept setzt dort an, wo die Anspannung am größten ist. „Die Clowns nehmen bereits im Krankenzimmer den ersten Kontakt auf“, erklärt Leidinger. Durch gemeinsames Spiel werde die oftmals als steril wahrgenommene Atmosphäre sofort aufgebrochen. Auf dem anschließenden Weg durch die Flure spinnen Lolek und Ännipänni fantasievolle Geschichten, die nahtlos vom Krankenbett bis zum OP-Bereich reichen.
Notwendige medizinische Handgriffe, etwa das Fiebermessen oder Vorbereitungen des Pflegepersonals, werden von den Clowns spielerisch mit kleinen Unterbrechungen begleitet und so ihrer vermeintlichen Bedrohlichkeit beraubt. Sie bieten damit ein vertrautes Gesicht in einer fremden Welt.
Professionelle Vorbereitung im Hintergrund
Bei aller Fröhlichkeit basiert die Arbeit der Klinikclowns auf einem professionellen Fundament. Vor jeder Visite und jeder OP-Begleitung findet eine detaillierte Übergabe mit dem medizinischen und pflegerischen Personal statt: Wie alt ist das Kind? Welche Krankheitsbilder oder Behinderungen liegen vor? Gibt es Sprachbarrieren? Mit diesen Informationen wird jeder Besuch exakt auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder zugeschnitten. Dabei gilt die goldene Regel: Nichts geschieht ohne Einverständnis. Die Clowns fragen vorab immer feinfühlig nach, ob ein Besuch in diesem Moment gewünscht ist.
Entlastung auch für die Eltern
Nicht nur für die Kinder, auch für Mütter und Väter ist die Situation rund um die Operation eine große psychische Belastung. Oft versuchen Eltern, ihre eigenen Sorgen zu unterdrücken, um für ihr Kind Stärke zu zeigen. „Wenn die Clowns das Zimmer betreten, fällt diese Anspannung spürbar ab“, sagt Leidinger. Die Eltern könnten in diesem Moment die emotionale Stütze für ihr Kind an die Profis abgeben und sich selbst auf das Spiel einlassen. Mit der neuen OP-Begleitung verbindet das Klinikum Mutterhaus Medizin und Menschlichkeit in einem entscheidenden Moment für Kleine und Große.




