

Katrin Iskam hat zwei grüne Daumen. Mit 240.000 Followern (Instagram: @katrinsgarten) ist sie eine der wichtigsten Garten-Influencerinnen Deutschlands. Am 4. November ist sie mit »Gärtnern ohne viel Geschiss« in der Europahalle zu Gast.
Im Interview spricht die Gärtnerin zuvor über Gärtnern als Ausgleich zum belastenden Alltag, weniger Perfektion und mehr Mut zum Ausprobieren. Ihr wichtigster Rat ist dabei denkbar einfach: Das Grüne muss immer nach oben.
Was hat Sie ursprünglich zum Gärtnern gebracht – und was ist beim Gärtnern eigentlich das größte „Geschiss“, das wir uns völlig unnötig machen?
Ich arbeite aktiv seit 3 Jahren als Krankenschwester in einem Herzzentrum. Der Umgang mit dem Tod und dem vielen Leid auf Station hat meine Seele sehr belastet. Ein Ausgleich muss her, damit ich selber nicht vor die Hunde gehe. Und so bin ich zum GÄRTNERN gekommen. Und bis heute gibt der Garten mir Kraft in schweren Zeiten.
Man sollte im Garten nicht zu viel Zeit damit verbringen sich ständig zu fragen, ob es am Ende gut aussehen wird. Probieren geht oft über studieren. Einfach auch mal mutig sein. Jeder Garten ist am Ende, auf seine Art und Weise wunderschön und einzigartig. Es kommt nicht auf den Stil und die Größe an! Es kommt nur darauf an, dass wir Spaß in unserem Garten haben und unsere Seele sich erfreut
Sie gelten als Meisterin des Improvisierens im Garten. Was tun Sie, wenn im Beet plötzlich etwas ganz anderes wächst als geplant – und wann sollte man einfach aufhören, gegen die Natur anzukämpfen?
Ich habe tatsächlich kaum Beikraut im Garten, da ich den Boden mit dem Laub vom Herbst und dem gehäckselten Rückschnitt vom Frühling mulche. Die dichte Bepflanzung der Beete hilft ebenfalls super es fliegender Beikraut Saat schwer zu machen in meinen Beeten Fuß zu fassen. Sollte allerdings doch mal ein Unkraut zu sehen sein, was da nicht hingehört, hole ich die Gabel aus der Küchenschublade und gabele es aus. Handelt es sich dabei um essbares Wildkraut, wie z. B. Vogelmiere, landet es mit im Salat.
Sie sind am 4. November mit „Gärtnern ohne viel Geschiss“ in Trier zu Gast. Trier liegt mitten in der Großregion, mit Luxemburg, Mosel und Saarland direkt vor der Tür. Gibt es etwas, das Sie gärtnerisch an dieser Region besonders spannend finden?
Die Weinkultur rund um die Mosel fasziniert mich besonders. Weinberge Kilometerlang. Die zauberhafte Natur und das milde Klima finde ich als Gärtnerin besonders spannend.
Dieser Sommer war besonders trocken. Was raten Sie Hobbygärtnern, die ihre Beete kaum noch bewässert bekommen haben?
Ich persönlich gärtnere ja seit über 20 Jahren auf trockenen Sandboden in der Lüneburger Heide und sammle auch schon seit mehr als 20 Jahren aktiv Regenwasser in Regentanks in Zisternen und in Wassertonnen. Ich würde jetzt auf jeden Fall dazu raten, dass jeder anfängt das Regenwasser zu sammeln. Ebenso sollte man auch damit beginnen, besonders wenn diese heißen Sommer anhalten und das werden sie, zu Pflanzen in der Gärtnerei zu greifen die mit dieser Trockenheit besser klarkommen als solche die ständig Wasser brauchen. Ein weiterer Tipp um den Boden feucht zu halten ist das Mulchen. Ich verwende im Frühjahr den kompletten Rückschnitt meiner Stauden als Mulchschicht und auch später im Herbst sammle ich das Laub und verteile es ca. 10 cm dick auf den Boden.
Welche Pflanzen kommen mit Hitze und wenig Wasser gut zurecht – und von welchen sollten wir uns vielleicht verabschieden?
Pflanzen, die wenig Wasser brauchen und gut mit Hitze zurechtkommen sind z. B. Sedum-Sorten (Fetthennen), graulaubige Stauden wie Lavendel oder Artemesia-Sorten (Wermut), Steinquendel, Schönastern (Kalimeris), Katzenminze und Salbei. Auch mein Wollziest kommt mit Trockenheit super zurecht.
Müssen wir unsere Gärten angesichts solcher Sommer grundsätzlich neu denken?
Auf jeden Fall. Auch ich habe in diesem Sommer, bei der Neuanlage eines Beetes, geschaut was benötigt kaum Pflege und wenig Wasser. Sollten Pflanzen, nach so einer Dürre Periode, den Löffel abgeben bei mir im Garten, was noch nicht der Fall ist, werden sie ersetzt durch anspruchslose Sorten. Grüne Pflanzen ausgraben und vorschnell wegschmeißen, kommt dagegen nicht für mich infrage.
Viele Menschen in Trier leben in der Stadt und haben nur einen kleinen Garten, Innenhof oder Balkon. Was lässt sich auf wenig Fläche sinnvoll anbauen – vielleicht sogar für die eigene Küche?
Man kann auf einem Balkon alles halten, was auch in einen Garten passt. Man muss nur dementsprechend die Töpfe in der Größe auswählen und man sollte natürlich auch bedenken, kleine Töpfe trocknen an heißen Tagen deutlich schneller aus und müssen öfters bewässert werden. Große Töpfe dagegen brauchen weniger Wasser weil der Speicher im Pflanztopf größer ist. Ansonsten kann man Kräuter natürlich auf einem Balkon halten, Rosmarin sieht auch wunderschön aus. Was ich sehr schön finde, wenn man einen Schattenbalkon hat, ist z. B. Heuchera in Kombination mit Seggen. Hier hat man eine sehr schöne ganzjährige tolle Bepflanzung. Es ist also alles möglich. Jede Staude passt auch in einen kleinen Topf und auch ein kleiner Hochstamm wie z. B. ein Olivenbaum oder ein Rispenhortensien-Stämmchen kann man auf einem Balkon unterbringen und toll unterpflanzen.
Was sollten Hobbygärtner jetzt im Herbst schon tun, um für einen möglicherweise wieder trockenen Sommer besser gerüstet zu sein?
Man kann auf jeden Fall jetzt das Laub aufheben und nicht zur Deponie fahren. Ich mulche meine Beete mit dem herabfallenden Laub meiner Büsche und Bäume ca. 10 cm hoch, und diese Mulchschicht, die sich dann bildet sorgt dafür dass der Boden im nächsten Jahr nicht so schnell austrocknet und sorgt auch noch dazu dass Beikraut sich nicht so schnell aussamen kann. Und wer das Problem hat, dass im Frühjahr das Laub vielleicht noch nicht ganz verrottet ist, der kann dann ganz dünn über diese Laubschicht ein bisschen Schnellkomposter streuen.
Wenn Sie jedem Hobbygärtner nur einen einzigen Tipp mitgeben dürften: Welcher wäre das?
Das Grüne muss immer nach oben. (lacht)
Mehr humorvolle und unkonventionelle Tipps verrät Katrin Iskam am Mittwoch, 4. November, 19.30 Uhr, in der Europahalle Trier.
"Bei der Show handelt es sich um einen kurzweiligen und sehr lustigen Abend an dem sehr viel gelacht wird. Ich erzähle einige Anekdoten aus meinem steinigen Weg zur Gärtnerin und nehme dabei sowohl die Männer als auch die Nachbarn auf die Schippe. Nebenbei gibt es praktische Tipps für den Garten und für den Umgang mit dem Partner. Das Leben mit Humor betrachten ist mein Motto. Ein unvergesslicher Abend, nicht nur für Gartenfans."
Tickets gibt es bei allen Vorverkaufsstellen oder unter www.meyer-konzerte.de
Wir verlosen 3x2 Tickets! Wer gewinnen will, schickt eine E-Mail mit dem Betreff »Katrin Iskam« an gewinnen@weiss-verlag.de
Teilnahmeschluss: 19. Oktober
Teilnahmebedingungen unter www.wochenspiegellive.de/service/gewinnspiele
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