Claudia Neumann

Römerbrücke stadteinwärts gesperrt: Deutschlands älteste Brücke bekommt sechs neue Türen

Trier. Arbeiten beginnen heute – Sperrungen für Autofahrer und Radfahrer bis Anfang Juli

Für den Kfz-Verkehr stadteinwärts gilt eine Sperrung tagsüber von 9 bis 15 Uhr.

Für den Kfz-Verkehr stadteinwärts gilt eine Sperrung tagsüber von 9 bis 15 Uhr.

Bild: Claudia Neumann

Die Trierer Römerbrücke, die älteste Brücke Deutschlands, erhält sechs neue Zugänge in ihr Inneres. Damit sollen Untersuchungen der Bausubstanz ermöglicht werden, die eine künftige Sanierung vorbereiten. Das teilt die Stadt Trier mit. Die Arbeiten beginnen heute, Montag, 29. Juni, und gehen mit Sperrungen einher.

Was gesperrt ist und wie lange

Für den Kfz-Verkehr stadteinwärts gilt eine Sperrung tagsüber von 9 bis 15 Uhr – zunächst bis voraussichtlich Donnerstag, 2. Juli. Der Radfahrstreifen und der Gehweg auf der Südseite der Brücke sind bis voraussichtlich 10. Juli komplett gesperrt. Fußgänger werden auf die andere Seite der Brücke geleitet, Radfahrer dürfen während der Sperrung die Kfz-Spur mitbenutzen.

Schäden im Stahlbetonbereich

Hintergrund ist ein im vergangenen Jahr entdeckter erheblicher Schaden in der Bausubstanz. Betroffen ist die Stahlbetonkonstruktion, die 1931 zur Verbreiterung der Brücke errichtet wurde. Der historische Gewölbebereich gilt weiterhin als stabil, die Tragfähigkeit der später hinzugefügten Bauteile ist jedoch deutlich beeinträchtigt. Seither ist ein Fahrstreifen stadteinwärts gesperrt und die Geschwindigkeit auf 30 km/h beschränkt.

Für eine genaue Bewertung des Zustands sind Untersuchungen im Inneren des Bauwerks erforderlich – darunter Materialproben, Laboranalysen und eine detaillierte Schadensanalyse. Bisher gibt es jedoch nur in einem der sieben Pfeiler eine Öffnung. Die übrigen Pfeilerkammern sind von dort aus nur über enge Hohlräume erreichbar, die nur kriechend durchquert werden können.

Türen werden ins Natursteinmauerwerk integriert

Deshalb werden nun in Abstimmung mit der Denkmalpflege sechs weitere Revisionsöffnungen eingebaut. Die neuen Türen sollen das historische Erscheinungsbild so wenig wie möglich beeinträchtigen und werden visuell zurückhaltend in die bestehende Natursteinfassade integriert. Ausgebaute Steine werden sorgfältig geborgen, sortiert und eingelagert, um anschließend im gleichen Muster auf das jeweilige Türblatt aufgebracht zu werden.

Die Maßnahme ist in zwei Bauabschnitte mit jeweils drei Pfeilern aufgeteilt. Der erste Abschnitt dauert nach aktuellem Planungsstand voraussichtlich bis Mitte September.