Claudia Neumann

Meulenwaldtag im Zeichen der Waldbrände

Trier/Region. Trotz des beißenden Rauchs aus den Waldbränden im Hohen Venn haben am Sonntag Tausende Menschen den 9. Meulenwaldtag am Forstamt Trier besucht. Im Mittelpunkt standen Waldschutz, Waldnutzung und die Bedeutung von Holz – begleitet von mahnenden Worten zum Klimawandel und zur zunehmenden Waldbrandgefahr.
Holz mit Zukunft: Paul Mengeringhausen (Landesforsten RLP, links)
informierte beim Rundgang u.a. Staatssekretärin Dr. Kristina Brixius (Ministerium für Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt und Forsten, 2. von rechts) beim Meulenwaldtag über das Holzaufkommen und die nachhaltige Nutzung des nachwachsenden Rohstoffs bei Landesforsten RLP. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie viel Holz in unseren Wäldern zur Verfügung steht und wie eine nachhaltige Nutzung mit den vielfältigen Funktionen des Waldes in Einklang gebracht werden kann.

Holz mit Zukunft: Paul Mengeringhausen (Landesforsten RLP, links) informierte beim Rundgang u.a. Staatssekretärin Dr. Kristina Brixius (Ministerium für Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt und Forsten, 2. von rechts) beim Meulenwaldtag über das Holzaufkommen und die nachhaltige Nutzung des nachwachsenden Rohstoffs bei Landesforsten RLP. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie viel Holz in unseren Wäldern zur Verfügung steht und wie eine nachhaltige Nutzung mit den vielfältigen Funktionen des Waldes in Einklang gebracht werden kann.

Bild: Rolf Lorig

Unter dem Motto „Unser Holz vom Wald ins Leben“ informierten 28 Stände und Aktionsplätze rund um das Forstamt Trier über die Zusammenhänge von Waldschutz, Waldnutzung und Holzverwendung. Zwölf Kooperationspartner aus Verbänden, Hochschulen und Unternehmen beteiligten sich an der Veranstaltung. Unterstützt wurde der Meulenwaldtag vom Klimabündnis Bauen des rheinland-pfälzischen Umweltministeriums und der „Schwerpunktregion Holzbau Trier“.

Für Forstamtsleiter Gundolf Bartmann war die Entscheidung für die Veranstaltung angesichts der zahlreichen Waldbrände in der Region nicht selbstverständlich. Noch am Vorabend hatte sich der Rauch der Brände im Hohen Venn über die Region ausgebreitet. „Noch nie zuvor war die Region Trier so nah dran an Waldbränden“, sagte Bartmann. Nach zahlreichen Gesprächen fiel schließlich die Entscheidung: „Wir starten!“

Sorge um den Wald und das Klima

Traditionell begann der Meulenwaldtag mit einem Gottesdienst. Pastor im Ruhestand Hans-Jürgen Bier warnte dabei vor den Folgen des Klimawandels und der zunehmenden Belastung für die Natur. Die ganze Schöpfung verändere sich, Waldbrände und Artensterben seien weltweit zu beobachten. Er sprach von dem unangenehmen Gefühl, „auf einem Pulverfass zu sitzen“, und stellte die Frage nach dem menschlichen Anteil an den Veränderungen.

Auch Staatssekretärin Dr. Kristina Brixius aus dem rheinland-pfälzischen Ministerium für Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt und Forsten zeigte sich angesichts der Brände in der Region besorgt. Ihr besonderer Dank galt den Feuerwehrleuten und Kräften des Katastrophenschutzes, die teilweise noch im Einsatz waren. Ebenso würdigte sie die Arbeit der Forstwirte, die mit schwerem Gerät Brandschneisen schlagen und dabei eng mit den Feuerwehren zusammenarbeiten.

Brixius betonte zugleich die Bedeutung des Waldes als Natur- und Erholungsraum sowie als Wirtschaftsfaktor. Der Holzbau und der intelligente Einsatz von Holz seien wichtige Bestandteile der Landespolitik. Mit dem „Klimabündnis Bauen“ solle eine Materialwende hin zu recyclingfähigen und klimafreundlichen Baustoffen unterstützt und zugleich regionale Wirtschaftskreisläufe gestärkt werden.

Holz als Baustoff der Zukunft

Auch Bundesbauministerin Verena Hubertz verwies auf den zunehmenden Druck auf die Wälder durch den Klimawandel. Gebäude und Quartiere müssten so gestaltet werden, dass sie auch bei großer Hitze Schutz bieten. Holz sei dabei ein ökologischer Baustoff und könne sowohl bei Hitze als auch bei Frost Vorteile bieten.

Hubertz verwies zudem auf das große Holzaufkommen in Rheinland-Pfalz: „In Rheinland-Pfalz wächst Stunde für Stunde so viel Holz nach, wie wir für 20 Einfamilienhäuser in Holzbauweise benötigen.“ Zugleich sei Holz ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Region. Die Holzbauschwerpunktregion Trier sei deshalb auch mit Blick auf die zahlreichen Betriebe von Sägewerken bis zu Zimmereien gegründet worden. Land und Bund fördern die Schwerpunktregion mit insgesamt 1,3 Millionen Euro.

Trotz der ernsten Themen bot der Meulenwaldtag den Besuchern zahlreiche Möglichkeiten, sich rund um den Wald und seine Nutzung zu informieren und die verschiedenen Angebote der beteiligten Partner kennenzulernen.