Nico Lautwein

Rollatortraining im Bus: Sicher und selbstständig in Trier unterwegs

Trier. Wie gelingt das Ein- und Aussteigen mit Rollator? Ein Training von Seniorentreff und Stadtwerken zeigt, wie mobilitätseingeschränkte Fahrgäste sicher mit dem Bus unterwegs sind.

Wie steige ich mit meinem Rollator sicher in den Bus ein und wieder aus? Wo kann ich mich festhalten und was muss ich beim Einsteigen an der zweiten Tür beachten? Ein gemeinsames Training von Gundula Braun vom Seniorentreff „Die flotteren Älteren“ und den Stadtwerken Trier soll mobilitätseingeschränkten Fahrgästen mehr Sicherheit im Stadtbus geben.

Praxisnah im Stadtbus trainiert

Im Mittelpunkt standen praktische Übungen unter realen Bedingungen. Die Teilnehmer übten das Ein- und Aussteigen mit dem Rollator über Rampen sowie an unterschiedlichen Einstiegshöhen. Auch das sichere Positionieren und Festhalten während der Fahrt wurde trainiert.

Dabei wurde so lange geübt, bis sich jeder Teilnehmer sicher fühlte. „Es ist wie bei allem: Wenn man das ein paarmal gemacht hat, dann geht es auch besser“, fasste eine Teilnehmerin ihre Erfahrung zusammen.

Begleitet wurden die Übungen vom ehrenamtlichen Team des Seniorentreffs sowie Elke Marx und Lars Pesch aus der Abteilung Fahrbetrieb der Stadtwerke Trier.

Auch das Bezahlen wird geübt

Ein Thema war auch das Zahlverfahren TREVER&SMART der Stadtwerke. Fahrgäste können ihr Ticket damit direkt im Bus mit EC- oder Kreditkarte bezahlen und auch an der zweiten Bustür einsteigen.

„Das neue Zahlverfahren mit der Karte ist eine tolle Hilfe, weil ich nach dem Einsteigen nicht mehr nach vorne muss, um beim Fahrpersonal zu zahlen oder mein Ticket abzustempeln“, erklärte eine Teilnehmerin.

Rollator als Hilfe statt Hindernis

Trainerin und Physiotherapeutin Gundula Braun vermittelte den Teilnehmern zudem einen anderen Blick auf den Rollator. „Ein Rollator ist ein Gehilfe und eine Geh-Hilfe, er ist Hilfsmittel und gleichzeitig ‚Personal Trainer‘“, erklärte sie.

Das Training soll damit nicht nur praktische Fähigkeiten vermitteln, sondern auch Ängste abbauen. Für viele ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen ist die Unsicherheit im Umgang mit dem Bus ein Grund, den öffentlichen Nahverkehr zu meiden.

Mehr Selbstvertrauen für den Alltag

Wie wichtig das Angebot für die Teilnehmenden sein kann, zeigte das Feedback nach dem Training. „Ich traue mich jetzt wieder! Die Haltestelle habe ich sogar vor der Tür, jetzt komme ich wieder in die Stadt“, freute sich eine Teilnehmerin.

Auch die Stadtwerke sehen das Training als Beitrag zu mehr Barrierefreiheit. „Mit diesem Schulungsangebot leisten wir einen konkreten Beitrag zur Barrierefreiheit für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen“, sagt Elmar Kandels, Bereichsleiter Mobilität bei den Stadtwerken Trier. Ziel sei es, dass sich alle Fahrgäste in den Bussen sicher und willkommen fühlten.

Tipp für mehr Zeit beim Aussteigen

Elke Marx, Fahrdienstbetreuerin und Ausbilderin bei den Stadtwerken, weist zudem auf eine Funktion hin, die viele Fahrgäste nicht kennen. Neben den normalen Haltewunsch-Tasten verfügen die Busse über Tasten mit einem Rollstuhl- oder Kinderwagen-Symbol.

Wer beim Aussteigen unsicher ist oder mehr Zeit benötigt, kann diese Taste drücken. Die Bustüren schließen dann nicht automatisch, sondern werden nach einer Spiegelkontrolle vom Fahrer oder der Fahrerin manuell geschlossen.

Nächstes Rollatortraining im April

Das gemeinsame Angebot von SWT-Verkehrsbetrieben und Gundula Braun soll fortgesetzt werden. Das nächste Rollatortraining ist für Samstag, 10. April 2027, im Gemeindezentrum St. Matthias und im Stadtbus geplant.

Interessierte können sich bei Gundula Braun per E-Mail an braun-gundula@web.de oder telefonisch unter 0170 6875759 informieren und anmelden.

Weitere Informationen zur Barrierefreiheit und Tipps für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste gibt es bei den Stadtwerken Trier. Auch das Stadtbus-Team im SWT-Kundenzentrum Ostallee steht für Fragen zur Verfügung.