Claudia Neumann

Sommerfest des Handwerks: Zwischen Konjunkturflaute und Zukunftschancen

Trier. Mehr als 140 Gäste kamen bei der Handwerkskammer Trier zusammen – im Mittelpunkt standen Fachkräfte, Bürokratieabbau und die Zukunft des Wirtschaftsstandorts.

Wie steht das Handwerk in der Region angesichts der aktuellen Konjunkturflaute da – und welche Bedingungen braucht es für die kommenden Jahre? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des Sommerfests der Handwerkskammer (HWK) Trier. Mehr als 140 Gäste aus Handwerk, Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft kamen zu der Veranstaltung zusammen.

HWK fordert mehr Tempo

HWK-Präsident Bernd Elsen schilderte die wirtschaftliche Lage als insgesamt stabil, auch wenn viele Betriebe rückläufige Umsätze verzeichneten. Positiv entwickelten sich nach seinen Angaben die Ausbildungszahlen, die erstmals seit Jahren wieder gestiegen seien. Mit Blick auf den neuen Ministerpräsidenten Gordon Schnieder formulierte Elsen zugleich Erwartungen an die Landespolitik. Gefordert seien unter anderem weniger Bürokratie, schnellere digitale Genehmigungsverfahren, bessere Grundkompetenzen in Deutsch und Mathematik, mehr Tempo beim Wohnungsbau und Investitionen in die Infrastruktur. Auch der Lückenschluss der A1 und finanziell handlungsfähige Kommunen gehörten zu den Anliegen.

Schnieder griff diese Themen auf und kündigte eine Beschleunigung von Modernisierung und Investitionen an. Rheinland-Pfalz müsse wieder stärker zum Gründungsland werden, Planungs- und Genehmigungsverfahren müssten schneller und staatliche Strukturen moderner werden. Das Handwerk bezeichnete er als wichtigen Partner für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes.

Welche Chancen bietet das Handwerk?

Einen weiteren Schwerpunkt setzte Prof. Dr. Katrin Muehlfeld von der Universität Trier. In ihrem Vortrag „Handwerk 2026 – hoffnungslos abgehängt oder Hoffnungsträger Nr. 1 im Arbeitsmarkt der Zukunft?“ ging es um die Perspektiven handwerklicher Berufe angesichts der Künstlichen Intelligenz. Tätigkeiten, bei denen praktisches Können, Kreativität und der direkte Kontakt mit Menschen gefragt seien, hätten auch künftig gute Aussichten. Zugleich plädierte Muehlfeld dafür, junge Menschen frühzeitig mit handwerklichen Berufen vertraut zu machen und deren gesellschaftliche Wertschätzung zu stärken. Ihre zentrale Botschaft lautete: „Hoffen heißt Handeln!“

Bei Livemusik und Gesprächen klang der Abend im Foyer des Campus Handwerk aus. Das Sommerfest soll künftig jährlich stattfinden.