

Die westliche Moselseite steht vor der nächsten großen Verkehrsbelastung: Ab Montag, 28. September, wird die Bonner Straße zwischen Kölner Straße und Palliener Straße komplett für den Autoverkehr gesperrt. Die Vollsperrung soll voraussichtlich bis Ende März 2027 dauern. Grund ist die Umfeldgestaltung am neuen Bahnhaltepunkt Pallien.
Schon in der Vergangenheit war die Bonner Straße wegen der Arbeiten an der neuen Westtrasse mehrfach länger gesperrt. Nun folgt die bislang längste Sperrphase. Für Autofahrer bedeutet sie weiträumige Umleitungen, während gleichzeitig an weiteren Stellen in Trier-West gebaut wird.
Auf den Termin haben Anwohner und Pendler länger gewartet als ursprünglich geplant: Die Deutsche Bahn hatte sich mit der Fertigstellung der Haltepunkte an der neuen Westtrasse deutlich mehr Zeit gelassen als vorgesehen, weshalb sich auch die Umfeldarbeiten der Stadt entsprechend verschoben.
Ein Schlüsselprojekt für den Trierer Westen
„Das ist für uns ein Schlüsselprojekt, insgesamt entstehen an der neuen Westtrasse fünf neue Haltepunkte“, sagt Julian Lehnart, Leiter des Amts StadtRaum Trier. Die Anwohner im Bereich Pallien seien bereits angeschrieben worden. „Wir ändern an dieser Stelle die komplette Verkehrsanbindung, inklusive Strom, Wasser und Kanal“, so Lehnart weiter. Auf dem heutigen Areal befand sich früher das Autohaus Buschmann.
Was am neuen Haltepunkt entsteht
Am Bahnhaltepunkt Pallien selbst entsteht laut Stadt ein neuer Radweg entlang der Bitburger Straße, der künftig das Moselufer mit der Kaiser-Wilhelm-Brücke verbindet. Zum Haltepunkt führt ein barrierefreier Zugang mit Fußgängerampel, die Bushaltestellen werden ebenfalls barrierefrei umgebaut. Zur Bitburger Straße hin entsteht zudem eine begrünte Stützmauer. Eine Visualisierung der Stadt zeigt zudem neue Bäume; auch Glascontainer und eine Packstation fügen sich in das künftige Umfeld ein.
Reptilien müssen vorab umziehen
Noch bevor die eigentlichen Bauarbeiten an der Bonner Straße beginnen, laufen bereits vorbereitende Maßnahmen: Die Eidechsen aus dem künftigen Baufeld sollen auf die andere Straßenseite an der Bitburger Straße umziehen, dort entsteht derzeit ein Reptilienhabitat. Deshalb ist dort schon jetzt der Gehweg gesperrt, es laufen Bauarbeiten am Hang. Erst wenn die Tiere umgesiedelt sind, kann in den eigentlich betroffenen Bereichen gebaut werden.
Trier-West unter Dauerbelastung
Für Autofahrer im Trierer Westen kommt die Sperrung zur Unzeit: Rund um den neuen Kreisverkehrsplatz Markusstraße ist die Hornstraße derzeit voll gesperrt, voraussichtlich bis Ende Oktober. Dort laufen der Ausbau des Straßenkörpers, die Herstellung eines Gehwegs sowie einer barrierefreien Querungsmöglichkeit, bevor abschließend die Asphaltdecke aufgebracht und der Kreisverkehr freigegeben wird. Die südliche Rampe soll ab Oktober fertiggestellt werden. Mehr dazu hier
Auch am Römerbrückenkopf, ebenfalls im Trierer Westen gelegen, wird gebaut. Treppen, Rampen und Wege werden erneuert, neue Aufenthalts- und Aussichtspunkte geschaffen sowie der Bereich rund um das Mediaforum und der Moseluferweg neu gestaltet. Acht Bauphasen laufen bis Ende 2027. Dabei entstehen auch aktuell schon neue Lebensräume für Eidechsen. Die Sperrungen für die Bauarbeiten betreffen hier vor allem den Radverkehr. Mehr dazu hier
Große Umwege für Autofahrer
Zurück in die Bonner Straße: Wer aus Richtung Trier-West kommt, wird ab Ende September zur Umfahrung der Sperrung großräumig über die Bitburger Straße, die Autobahn A 64 und die Bundesstraße B 53 umgeleitet. Aus Richtung Trier-Innenstadt führt die Umleitung über die Autobahn A 602, die Moselbrücke Ehrang und ebenfalls die B 53. Für Lastwagen beginnt die Sperrung bereits am Abzweig Biewerer Straße der B 53, da es im weiteren Streckenverlauf keine Wendemöglichkeit gibt. Anwohner können ihre Häuser aus Richtung Trier-Ehrang anfahren, die Palliener Straße bleibt über eine Anliegerzufahrt im Baustellenbereich erreichbar.
„Das ist koordiniert“
Dass die vielen gleichzeitigen Baustellen bei manchem Verkehrsteilnehmer den Eindruck von Chaos erwecken könnten, räumt Baudezernent Thilo Becker ein – widerspricht diesem aber deutlich: „Das ist koordiniert.“ Ihm sei bewusst, dass Baustellen einen Eingriff in den persönlichen Alltag der Bürger bedeuteten.
Aktives Informieren sei daher „Bringschuld der Verwaltung“, weshalb die Stadt ihre Kommunikation zu Baustellen zuletzt ausgebaut habe, etwa mit einem neuen E-Mail-Newsletter und einem WhatsApp-Kanal. Über den aktuellen Stand der Bauarbeiten sowie weitere Sperrungen und Umleitungen informiert die Stadt zudem fortlaufend unter trier.de/baustellen.
Wie es an der Mosel weitergeht
Auch abseits der Bonner Straße geht es im Trierer Westen rege weiter: Für den geplanten Stadtteilplatz „Neue Mitte West“, den sich der Ortsbeirat als Veranstaltungsfläche etwa für einen Weihnachtsmarkt gewünscht hat, ist der Baubeginn für Frühjahr 2027 vorgesehen. Nach jetzigem Stand sollen 2027 sämtliche baulichen Maßnahmen auf der Westseite abgeschlossen sein.
Im kommenden Jahr will sich die Stadt zunächst auf die Sanierung des Pacelliufers konzentrieren, anschließend soll die Konrad-Adenauer-Brücke saniert werden. Becker ordnet solche Projekte in einen größeren Zusammenhang ein: Jahrzehntelang sei zu wenig investiert und zu wenig unterhalten worden, so Becker. „Das werden wir jetzt spüren.“ Man baue aber nicht zum Selbstzweck: „Wir bauen nicht zum Spaß, es soll etwas Schönes für die Stadtgesellschaft rauskommen.“
Weitere Baustellen im Überblick




