

Nach einer starken ersten Saison in der Basketball-Bundesliga startet der Proficlub mit einem deutlich veränderten Kader in die neue Spielzeit. Gleichzeitig wächst der Club auch abseits des Parketts – und kehrt nach 25 Jahren auf die europäische Bühne zurück.
Die erste Saison nach der Rückkehr in die Basketball-Bundesliga hätte kaum erfolgreicher verlaufen können. Als Aufsteiger erreichten die Moselstädter Platz acht der Hauptrunde, setzten sich anschließend in den Play-Ins gegen Rostock durch und zogen in die Playoffs ein. Dort war gegen den FC Bayern München Endstation.
Nun beginnt das zweite Jahr im Oberhaus – und die Erwartungen sind gestiegen. Am Samstag, 19. September, um 18.30 Uhr startet die Mannschaft von Headcoach Jacques Schneider auswärts bei den Basketball Löwen Braunschweig in die Saison.
Acht Neue für die zweite BBL-Saison
Auch personell hat sich einiges verändert. Acht Neuzugänge sollen dafür sorgen, dass sich die Gladiators in ihrer zweiten Bundesligasaison weiterentwickeln können. Besonders auf der defensiven Seite haben die Trierer prominent nachgelegt.
Mit EJ Onu kommt der amtierende »Defensive Player of the Year« der BBL vom Pokalsieger Bamberg nach Trier. Justin Simon, zuletzt bei ratiopharm Ulm, belegte bei dieser Wahl Rang zwei und hatte die Auszeichnung bereits 2022 gewonnen. Ebenfalls aus Bamberg wechseln Moritz Krimmer und Austin Crowley an die Mosel. Krimmer kennt Trier bereits: Der Power Forward spielte in der ProA-Saison 2023/24 für die Gladiators.
Ein bekanntes Gesicht ist auch Eli Brooks. Der Point Guard hatte die Gladiators in der vergangenen Saison zunächst als Spielmacher angeführt und in 13 BBL-Partien durchschnittlich 16,2 Punkte und fünf Assists erzielt, ehe er aufgrund einer Ausstiegsklausel zum spanischen Erstligisten BAXI Manresa wechselte. Nun ist er zurück. Hinzu kommt Bennet Hundt, der vom deutschen Meister ALBA Berlin nach Trier wechselt.
Komplettiert wird der Kader durch Emanuel Mpacko und Edney Francisco Manuel. Beide erhalten eine Doppellizenz und sollen neben Einsätzen für die Gladiators auch beim Partnerclub in Saarlouis Spielpraxis sammeln.
Trier spielt wieder international
Auf die Gladiatoren wartet zudem eine Belastung, die es in der ältesten Stadt Deutschlands seit 25 Jahren nicht mehr gegeben hat. Die Profi-Basketballer aus Trier haben letztmals in der Saison 2001/2002 im damaligen Korać-Cup gespielt. Unter dem alten Namen TBB Trier (Trierer Ballsportbewegung) nahm der Verein nach dem Gewinn des DBB-Pokals 2001 an dem europäischen Wettbewerb teil, schied damals jedoch in der ersten Runde gegen den französischen Club Chalon/Saône aus.
Der Club nimmt 2026/27 am FIBA Europe Cup teil und kehrt damit auf die internationale Basketball-Bühne zurück.
Für die Teilnahme haben sich die Verantwortlichen bewusst entschieden. »Wenn du dich weiterentwickeln und Spieler einer entsprechenden Qualität verpflichten möchtest, die sich auch international präsentieren wollen, ist es wichtig, dieses Angebot anzunehmen und international zu spielen«, sagt Alleingesellschafter Torsten Herz.
Neben der Bundesliga und dem Europapokal sind die Moselaner auch im BBL-Pokal gefordert. Als Playoff-Teilnehmer der vergangenen Saison steigt die Mannschaft erst im Achtelfinale in den Wettbewerb ein.
Damit wartet auf Schneider und seine Mannschaft über weite Strecken der Saison ein enges Programm in drei Wettbewerben. Der erste Spieltag des FIBA Europe Cups ist für den 7. Oktober vorgesehen. Für Herz soll der internationale Auftritt dabei keine einmalige Angelegenheit bleiben: »Zum einen wollen wir uns absolut in der BBL etablieren und jedes Jahr um die Playoffs mitspielen können. Auch international sehen wir das nicht als Eintagsfliege.«
Sechs Millionen Euro Etat
Mit den sportlichen Ambitionen wächst auch der finanzielle Rahmen. Nach Angaben von Herz verfügen die Gladiators in der neuen Saison über einen Gesamtetat von sechs Millionen Euro. Damit wurde das Budget gegenüber der Vorsaison um rund 1,5 Millionen Euro erhöht.
Eine wichtige Rolle spielen dabei die Sponsoren. Deren Zahl habe sich mittlerweile verdoppelt, zugleich hätten bestehende Partner ihre Unterstützung erhöht. Hinzu kommen Einnahmen aus dem Karten- und Dauerkartenverkauf sowie die zusätzlichen Heimspiele im FIBA Europe Cup.
Sportcampus soll neue Heimat werden
Auch abseits des Feldes wächst der Club. Im Trierer Norden soll an der Ruwerer Straße der neue Sportcampus entstehen. Ende September soll nach Angaben von Herz der Bauantrag gestellt werden, der Baubeginn ist ab Frühjahr 2027 vorgesehen.
Geplant ist eine neue Heimat für Profis und Nachwuchs mit einem Profizentrum und zwei Spielfeldern. Dort sollen künftig auch JBBL- und NBBL-Wettbewerbe stattfinden können. Hinzu kommen Büroflächen, Räume für die Trainer sowie Recovery- und Medical-Bereiche.
»Wirklich alles, was mit Basketball zu tun hat, soll an unserem Standort verwirklicht werden können«, beschreibt Herz die langfristige Vision. Dazu gehören perspektivisch auch ein Sportinternat, eine mögliche zweite Mannschaft in der ProB, eine stärkere Zusammenarbeit mit den Dolphins sowie Angebote im Mädchen- und Damenbasketball.
Mehr Platz in der SWT-Arena
Auch in der heimischen Arena wird investiert. Die VET-CONCEPT Gladiators beziehungsweise die Trierer Ballsportbewegung GmbH (TBB) investieren mehr als eine Million Euro in zusätzliche Tribünen- und Sponsorenbereiche zwischen Block F und H. Dadurch werden im bisherigen unteren Sponsorenbereich rund 250 Sitzplätze frei, die künftig zusätzlich vermarktet werden können. (Wir berichteten)
Beim ersten Heimspiel gegen Bonn am 25. September könnten die neuen Bereiche bereits genutzt werden. Fest eingeplant sind sie spätestens für das zweite Heimspiel zwei Tage später gegen Jena. »Für Freitag müssen wir sehen, ob es schon funktioniert, aber spätestens sonntags soll es soweit sein«, sagt Herz.
Der Zuschauerboom ist längst zu einem wichtigen Faktor geworden. In der vergangenen Saison kamen inklusive der Pokalspiele mehr als 100.000 Menschen zu den Heimpartien, 13 von 19 Spielen waren ausverkauft.
Hier geht es zum exklusiven Interview mit Gladiators-Alleingesellschafter Torsten Herz: https://www.wochenspiegellive.de/stadt-trier/artikel/torsten-herz-im-interview-wohin-die-reise-der-gladiators-trier-gehen-soll




