Claudia Neumann

Römerbrücke neu in Szene gesetzt: was am westlichen Moselufer gerade gebaut wird

Trier. Bis Ende 2027 entstehen in Trier-West neue Treppen, Rampen, Terrassen und Aussichtspunkte rund um den Römerbrückenkopf. Die Arbeiten haben mit dem Treppenabgang an der Nordseite begonnen.

Trier-West öffnet sich zur Mosel: Rund um den westlichen Römerbrückenkopf entstehen in den kommenden Jahren neue Wege, Plätze und Aussichtspunkte. Die Freiflächen werden neu gestaltet und die Römerbrücke als UNESCO-Welterbestätte stärker in Szene gesetzt. Das teilt die Stadt Trier mit. Das Bauvorhaben geht auf einen städtebaulichen Wettbewerb aus dem Jahr 2012 zurück und ist in sieben Bauabschnitte gegliedert. Im Juli haben die Arbeiten mit dem Treppenabgang auf der nördlichen Seite der Römerbrücke begonnen.

Als UNESCO-Welterbe wäre die Römerbrücke in vielen Städten eine Hauptattraktion für den Tourismus. In Trier liegt sie aufgrund ihrer Randlage und der Verkehrssituation bislang etwas abseits des touristischen Blickfelds. Der Gestaltungswettbewerb „Römerbrücke und Umfeld“ sollte 2012 Abhilfe schaffen. Viele der damaligen Ideen für die Westseite der Brücke wurden inzwischen weiterentwickelt und werden nun umgesetzt.

Baudezernent Dr. Thilo Becker erklärt zum Baustart: „Durch den Umbau des Römerbrückenkopfs machen wir das, was in Trier-West sonst oft übersehen wird, sichtbar. Künftig erlebt man unser Welterbe, die Römerbrücke, und die Mosel ganz anders: aus der Nähe, von oben und direkt am Wasser.“ Durch den Haltepunkt Trier-West rücke das Gebiet zudem näher an die Innenstadt heran. Das stärke nicht nur den Stadtteil, sondern den gesamten Trierer Tourismus.

Die sieben Bauabschnitte

1. Treppenabgang Nord

Die bestehende Treppe an der Nordseite der Römerbrücke wird komplett erneuert und künftig in zwei Abschnitte aufgeteilt. In der Mitte der Böschung entsteht eine befestigte Terrasse als Aussichtspunkt auf die Römerbrücke.

Einfassungsmauern aus Sandstein sollen die starke Hangneigung auffangen. Gleichzeitig entstehen dadurch Lebensräume für Eidechsen.

2. Platz an der Römerbrücke

Die Neugestaltung der Fläche rund um das Mediaforum bildet einen Schwerpunkt der Gesamtplanung. Das Gebäude war früher eine Sparkassen-Filiale und wird heute unter anderem vom Bürgerfernsehen OK 54 genutzt.

Der Platz wird künftig in insgesamt vier Ebenen gegliedert. Treppen und Rampen verbinden die einzelnen Bereiche miteinander. Vorgesehen sind Natursteinpflaster, Mauerscheiben, Bäume, Beleuchtung, Sitzmöglichkeiten, Infostelen und Spielflächen.

Auch die unterhalb gelegene Hoffläche der ehemaligen Einliegerwohnung des Gebäudes wird erstmals für die Öffentlichkeit erschlossen. Von dort bietet sich ein guter Blick auf die Römerbrücke.

3. Rampe zum Moseluferweg

Eine rund 60 Meter lange Rampe verbindet künftig den Moseluferweg mit der unteren Ebene des neuen Platzes an der Römerbrücke. Die Rampe hat eine Neigung von acht Prozent und wird mit Ruhepodesten ausgestattet.

Das untere Ende der Rampe liegt südlich der Römerbrücke auf Höhe des Grundstücks Luxemburger Straße 3-7.

4. Moseluferweg und Ufermauer

Der Moseluferweg erhält beidseits der Römerbrücke eine einheitliche Befestigung aus Asphalt sowie ein neues Entwässerungssystem.

Die knapp 200 Meter lange Stützwand zwischen dem Uferweg und dem Moselvorland wird in Abstimmung mit der Denkmalpflege saniert und mit einem neuen Geländer ausgestattet.

Für die Bauarbeiten wird der Moseluferweg auf einem knapp 300 Meter langen Abschnitt nördlich und südlich der Römerbrücke voraussichtlich während der gesamten Bauzeit bis Ende 2027 gesperrt. Der Weg wird als Baufeld für angrenzende Bauabschnitte und als Lagerfläche benötigt.

5. Aussichtsplatz

Am nördlichen Ende der Ufermauer entsteht ein kleiner Aussichtsplatz mit Blick auf die Römerbrücke und die Mosel. Die Fläche wird mit Porphyr-Naturstein gepflastert.

Drei Steinquader aus der Römerzeit, die vom Rheinischen Landesmuseum zur Verfügung gestellt werden, dienen als Sitzgelegenheiten. Infotafeln informieren über die kulturhistorischen Hintergründe der Römerbrücke.

6. Verbindung zur Aachener Straße

Der Verbindungsweg von der Aachener Straße zum Moseluferweg wird instandgesetzt. Die Strecke wird insbesondere von Radfahrern und Fußgängern stark genutzt.

7. Bahnhofsvorplatz

Auch der Vorplatz des Bahnhaltepunkts Trier-West an der Luxemburger Straße wird neu gestaltet. Die Wände der angrenzenden Gebäude wurden bereits mit Graffitikunst aufgewertet.

Die Platzfläche erhält ähnliche Gestaltungselemente wie der gegenüberliegende Platz an der Römerbrücke aus dem zweiten Bauabschnitt. Auch hier werden Original-Exponate aus der Römerzeit mit dazugehörigen Informationen präsentiert.

Zusätzlich ist eine Fahrradservicestation vorgesehen.

Finanzierung und Bauzeit

Den Baubeschluss hatte der Stadtrat bereits 2023 gefasst. Die Finanzierung erfolgt im Wesentlichen aus zwei Förderprogrammen: dem Bund-Länder-Programm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ und Bundeszuwendungen für investive Modellvorhaben für den Radverkehr.

Von den 2023 veranschlagten Investitionskosten in Höhe von insgesamt 6,6 Millionen Euro entfallen zehn Prozent auf die Stadt. Aufgrund der zwischenzeitlich gestiegenen allgemeinen Baukosten wird es allerdings zu einer Fortschreibung der Kosten kommen.

Die Neugestaltung des Römerbrückenkopfs soll bis Ende 2027 abgeschlossen sein.