Claudia Neumann

Tief unter Trier: Wo Keller, Krypten und Kohlebunker zur Bühne werden

Trier. Unterwelten-Festival mit mehr als 100 Veranstaltungen – Vorverkauf ist gestartet

Bild: Matthias Meyer

Was verbirgt sich unter den Straßen von Trier? Beim Trierer Unterwelten-Festival werden vom 29. Oktober bis 21. November wieder Orte zugänglich, die sonst kaum eine Rolle im Alltag spielen: römische Krypten, mittelalterliche Gewölbe, historische Kohlenbunker, Weinkeller und sogar Bereiche unter der Mosel. In mehr als 100 Veranstaltungsterminen treffen Geschichte und Gegenwart, Kunst und Kulinarik, Theater und Tanz, Musik und Magie aufeinander.

Der Vorverkauf ist gestartet. Das Programm führt dabei nicht nur tief unter die Erde, sondern auch in ganz unterschiedliche Themenwelten.

Von der Arbeitswelt bis in den Kohlebunker

Die bühne1 beschäftigt sich mit „You better Work, Bitch! Ein Triptychon“ mit der Frage, was Arbeit mit Körpern, Biografien und Zukunftsvorstellungen macht. Drei Kurzinszenierungen thematisieren, was geschieht, wenn aus Selbstverwirklichung Erschöpfung wird. Anschließend geht es in einem Publikumsgespräch um die Bedingungen, unter denen freie Künstler in Trier und der Region arbeiten.

Einen ungewöhnlichen Perspektivwechsel bietet „Vom Kraftwerk zum Kunstraum“ im ehemaligen Kohlebunker der Universität Trier. Die historische Heizkraftzentrale des früheren französischen Militärkrankenhauses ist heute ein Medienkunstlabor. Bei „Kunst im Kohlebunker“ richten Steffi Lindner und Edith Kollath den Blick auf das Unsichtbare: Atem, Atmosphäre, Bewegung und Luft als Ressource.

Unter der Mosel und auf römischem Stadtniveau

Besonders tief geht es bei „Die Mosel – unterirdisch“. Die Route führt am Moselkilometer 195,7 unter den Fluss und in eines der Moselkraftwerke. Anschließend geht es über St. Medard, St. German und St. Matthias bis auf römisches Stadtniveau in der Albana-Gruft.

Auch das antike Gräberfeld unter St. Maximin sowie die Ausgrabungen unter der Dom-Information und der Konstantin-Basilika öffnen historische Schichten der Stadt. Trier zeigt sich dabei aus einer Perspektive, die im Alltag verborgen bleibt.

Musikalisch reicht das Programm vom A-cappella-Gesang des Kammerchors Portavoci bei „Sounds of Heaven and Hell“ über „TRIO: Antri Sonori“ mit Klarinette, Violoncello und Klavier bis zu „Abgründe – William Shakespeare“. Claudia Dylla und Steffen Sauer verbinden darin Szenen aus „Hamlet“, „Macbeth“, „Romeo und Julia“ und weiteren Werken mit Musik.

Mit „The Underground Savoy“ wird der Untergrund zudem zum Jazz- und Swingclub. Der Lindy Hop Circle Trier lässt gemeinsam mit der Band Lenox Avenue die Swingkultur aufleben, die Ende der 1920er-Jahre im New Yorker Harlem entstand.

Wein, Käse und Geister im Keller

Auch der Genuss kommt nicht zu kurz. Beim „Grande Finale der Sinne“ treffen edelsüße Weine auf charaktervolle Käsesorten. „Johann Sebastian Bacchus“ verbindet die Musik von Bach, Beethoven und Brahms mit dem Thema Wein. Dazu kommen Weinreisen, Sektproben und ein Winzer-Battle zwischen Mosel und Rheinhessen.

Zum Programm gehört außerdem das Live-Hörspiel „Weine, Geister, Kellermeister“ rund um die erste Äbtissin Modesta.

Die Lange Nacht der Unterwelten findet am Samstag, 14. November, statt. Der Vorverkauf dafür startet separat am Donnerstag, 1. Oktober.

Tickets und Anmeldungen für die Veranstaltungen sind bereits erhältlich. Das vollständige Programm und die Ticketlinks gibt es hier