Über 40 Jahre im Dienst: Langjähriger Leiter des Sozialamts geht in Pension
Wichtige Aufgabe im sozialen Bereich
Es ist ein Amt, das für viele Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, von großer Bedeutung ist: Das Amt für Soziales und Wohnen, das etwa für die Auszahlung der Sozialhilfe zuständig ist, einen Mietzuschuss zahlt und vieles mehr. Über vier Jahrzehnte arbeitete Hans-Werner Meyer dort. Im Gespräch erzählt er von den größten Herausforderungen in seinem Berufsleben.
41 Jahre im Dienst der sozialen Unterstützung
41 Jahre. So lange arbeitete Hans-Werner Meyer im städtischen Amt für Soziales und Wohnen – über 20 Jahre davon leitete er es. Ende Juli ist offiziell Schluss. Nach seinem Abschluss als Diplom-Verwaltungswirt war für ihn direkt klar, dass er beim Sozialamt arbeiten möchte. Das klappte und so startete er 1984 dort seine Karriere. Fragt man den 65-Jährigen nach den großen Herausforderungen während seiner Berufslaufbahn, so nennt er unter anderem den großen Zuzug von Migrantinnen und Migranten im Jahr 2015. Deutschland erlebte damals infolge des blutigen Bürgerkriegs in Syrien und Konflikten in anderen Ländern einen starken Anstieg der Flüchtlingszahlen. Meyer erinnert sich: „Wir mussten sehr schnell sehr viele Angebote schaffen, um den Menschen ein Dach über dem Kopf zu bieten.“ Meyer ist vor allem die gute Zusammenarbeit mit den Partnern, etwa der ADD und der Feuerwehr, in guter Erinnerung, um diese Ausnahmesituation zu meistern.
Herausforderungen durch die Flutkatastrophe 2021
Wie wichtig die gute und reibungslose Zusammenarbeit mit anderen Institutionen ist, zeigte sich auch bei der Flut von 2021, von der vor allem der Stadtteil Ehrang stark betroffen war. „Auch da waren wir als Sozialamt stark gefordert“, sagt Meyer und ergänzt: „Innerhalb von Stunden waren hunderte Menschen obdachlos und mussten versorgt werden.“ In dieser Ausnahmesituation übernahm das Sozialamt auch Aufgaben, die eigentlich nicht zu seinem Bereich gehören: „Wir haben Schlafsäcke und Info-Flyer verteilt und Trockengeräte für die Häuser besorgt“, so Meyer. Selbstverständlich kümmerte sich sein Team auch um die Unterbringung der Menschen, deren Häuser und Wohnungen durch die Flut nicht mehr bewohnbar waren. Auch in dieser Situation sei das große Netzwerk an Partnern sehr hilfreich gewesen, um den Menschen schnell Unterstützung zu bieten.
Die Herausforderung Obdachlosigkeit
Ein Thema, das ihn über die Jahrzehnte begleitete, ist die Obdachlosigkeit – obwohl man diese in Trier gut in den Griff bekommen habe, wie er betont. Meyer sagt, was er schon oft bei Presseterminen und in Ausschusssitzungen gesagt hat: „In Trier muss niemand auf der Straße leben.“ Dennoch – etwa 10 bis 15 Menschen leben laut Schätzungen des Sozialamts auf der Straße, etwa gleich viele nutzen die vorhandenen Übernachtungsangebote. „Wir haben auch hier ein großes Netzwerk, das sehr gut funktioniert. Im Vergleich zu anderen Städten in der Größenordnung Triers ist die Zahl an obdachlosen Menschen relativ niedrig.“ Aus seiner jahrzehntelangen Erfahrung weiß er aber auch: „Es gibt immer Menschen, an die man mit Hilfsangeboten nicht rankommt.“
Meyers bundesweite Expertise
Meyers Expertise in Sachen Wohnen war auch bundesweit gefragt – so war er fast 20 Jahre lang Mitglied in der Fachkommission Wohnen des Deutschen Städtetags. Denn der Mangel an bezahlbarem Wohnraum ist in vielen Städten eine zentrale Herausforderung.
Das soziale Arbeitsumfeld und der Umgang mit Herausforderungen
Hans-Werner Meyer wusste auch um die Herausforderung seiner Mitarbeitenden im Amt für Soziales und Wohnen: „Auch wenn es zum Glück nicht an der Tagesordnung ist: Teilweise kommt es zu Drohungen, etwa weil die Menschen verzweifelt sind. Damit muss man umgehen können.“
Blick in die Zukunft: Ein erfüllter Ruhestand
Hans-Werner Meyer hat schon zahlreiche Ideen, wie er die neu gewonnene freie Zeit als Pensionär füllt: „Wir reisen sehr gerne und ich möchte meine Weinsammlung noch etwas ausweiten. Außerdem kümmere ich mich gerne um meine Enkelkinder und ich mache Sport.“
Quelle: Stadt Trier

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