Nico Lautwein

Zwischen Euphorie und Skepsis: Trier blickt auf die WM 2026 

Trier (lau). 48 Teams, neue Regeln und große Erwartungen: Auch in der Stadt steigt die Vorfreude auf die Fußball-WM 2026 – trotz Diskussionen um Politik, Preise und Public Viewing.

Im Sommer geht es wieder um die begehrteste Trophäe der Fußballwelt.

Im Sommer geht es wieder um die begehrteste Trophäe der Fußballwelt.

Bild: KI-generiert

Wenn am 11. Juni 2026 die FIFA-Fußballweltmeisterschaft mit dem Eröffnungsspiel zwischen Mexiko und Südafrika startet, beginnt die größte WM der Geschichte. Erstmals wird das Turnier in drei Ländern gleichzeitig ausgetragen: in den USA, Kanada und Mexiko. Insgesamt 48 Teams kämpfen bei 104 Spielen um den Titel – so viele wie noch nie zuvor.

Hoffnung auf ein erfolgreiches Turnier

Nach enttäuschenden Turnieren in den vergangenen Jahren reist die DFB-Elf mit vorsichtigem Optimismus zur WM. Viele Fans hoffen auf eine Rückkehr in die Weltspitze. Andere bleiben skeptisch. „Viertelfinale wäre schon gut“, hört man häufig in Gesprächen rund um Hauptmarkt und Porta Nigra. Optimisten trauen dem Team sogar das Halbfinale oder mehr zu.
Deutschland trifft in Gruppe E auf Curaçao, die Elfenbeinküste und Ecuador. Die Gruppe gilt als machbar, dennoch warnen Experten vor Überraschungen. Vor allem Ecuador und die Elfenbeinküste gelten als unangenehme Gegner.

Deutschlands Gruppenspiele im Überblick

• 14. Juni 2026: Deutschland – Curaçao (Houston) 19 Uhr
• 20. Juni 2026: Deutschland – Elfenbeinküste (Toronto) 22 Uhr
• 25. Juni 2026: Deutschland – Ecuador (New York/New Jersey) 22 Uhr


Größte Reform seit Jahrzehnten

Die WM 2026 bringt zahlreiche Änderungen mit sich. Statt bisher 32 Mannschaften nehmen nun 48 Nationen teil. Gespielt wird in zwölf Gruppen mit jeweils vier Teams. Die Gruppensieger, Gruppenzweiten und die acht besten Gruppendritten ziehen in die neue K.-o.-Runde ein. Dadurch gibt es erstmals ein Sechzehntelfinale, bevor das Achtelfinale beginnt. Das Turnier dauert dadurch insgesamt 39 Tage.
Auch die Regeln auf dem Platz werden verschärft. Die FIFA und das International Football Association Board (IFAB) wollen das Zeitspiel reduzieren und die Nettospielzeit erhöhen. Neu ist unter anderem ein Fünf-Sekunden-Countdown bei Einwürfen und Abstößen. Außerdem müssen ausgewechselte Spieler das Feld schneller verlassen. Der Videoassistent darf künftig auch bei Eckbällen oder zweiten Gelben Karten eingreifen.
Fordert ein Spieler auf dem Feld medizinische Hilfe an (ohne Foul), muss er anschließend für mindestens eine Minute außerhalb des Spielfeldes bleiben.
Für Diskussionen sorgt außerdem eine weitere geplante Regel: Spieler, die sich beim Protestieren gegenüber dem Schiedsrichter den Mund zuhalten, können dafür künftig sogar mit Rot bestraft werden.

Gastgeber USA sorgen weiter für Diskussionen

Neben der sportlichen Vorfreude bleibt die WM politisch nicht unumstritten. Vor allem die USA stehen als Hauptgastgeber in der Kritik. Diskutiert werden unter anderem verschärfte Einreisebestimmungen, Sicherheitsfragen und die starke Kommerzialisierung des Turniers. Zudem werden die hohen Ticketpreise und weite Reisewege zwischen den Spielorten von vielen Fans kritisiert. Auch die angespannte geopolitische Lage mit dem Krieg im Nahen Osten spielt eine große Rolle.
Trotzdem erwarten die Veranstalter Millionen Besucher in Nordamerika.

Der offizielle Kader für die Weltmeisterschaft 2026

Torhüter: Oliver Baumann, Manuel Neuer, Alexander Nübel
Verteidigung: Waldemar Anton, Nathaniel Brown, Joshua Kimmich, David Raum, Antonio Rüdiger, Nico Schlotterbeck, Jonathan Tah, Malick Thiaw
Mittelfeld/Angriff: Nadiem Amiri, Maximilian Beier, Pascal Gross, Leon Goretzka, Kai Havertz, Lennart Karl, Jamie Leweling, Jamal Musiala, Felix Nmecha, Aleksandar Pavlović , Leroy Sané, Angelo Stiller, Deniz Undav, Florian Wirtz, Nick Woltemade

Public Viewing auch in Trier geplant

Auch in Trier dürfte die WM wieder zahlreiche Fans in Kneipen, Biergärten und Außenbereichen locken. Mehrere Gastronomiebetriebe haben bereits Public-Viewing-Angebote angekündigt.
Der Flieten Franz will die Spiele erneut auf seinem Gelände übertragen. Auch die Villa Weißhaus plant Public Viewing mit großer Leinwand im Außenbereich. Zusätzlich sollen die WM-Spiele im Quesadilla am Viehmarkt auf der Terrasse gezeigt werden.
Das Louisiana Trier kündigte ebenfalls an, alle Deutschlandspiele zu übertragen. Neben den Innenräumen sollen auch draußen zusätzliche Fernseher aufgestellt werden.

Fußballfieber mit Auflagen

Die Stadt selbst organisiert keine eigenen Public-Viewing-Veranstaltungen. Für die Außengastronomie gelten in den Sommermonaten bereits bestehende Regelungen. Demnach dürfen Außenflächen unter der Woche bis 24 Uhr und an Wochenenden bis 1 Uhr betrieben werden. Zudem beginnt die Nachtruhe in den Sommermonaten später, wodurch die strengeren Lärmschutzregelungen erst zu diesen Zeiten greifen.
Darüber hinaus sind laut Stadtverwaltung grundsätzlich auch Ausnahmen für Public-Viewing-Veranstaltungen möglich. So können unter bestimmten Voraussetzungen zusätzliche Genehmigungen – insbesondere für Spiele mit deutscher Beteiligung – erteilt werden. Das Ordnungsamt kündigte an, die Einhaltung der Ruhezeiten im Rahmen der verfügbaren personellen Ressourcen zu kontrollieren.

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