Corona-Virus: Stadt und Kreis untersagen Großveranstaltungen

Verfügung gilt bis Ende April für Veranstaltungen in Räumen

Trier. Großveranstaltungen in geschlossenen Räumen mit über 1000 Teilnehmern in der Stadt Trier werden aufgrund der drohenden Covid-19-Epidemie bis Ende April untersagt.

Die Stadt Trier wird dazu eine Allgemeinverfügung erlassen, nachdem das auch für Trier zuständige Gesundheitsamt des Landkreises Trier-Saarburg, die Landesregierung und der Bundesgesundheitsminister diese Empfehlung gegeben haben. Auch der für den 29. März geplante verkaufsoffene Sonntag in Trier sowie der Ostermarkt werden der Empfehlung des Gesundheitsamtes entsprechend abgesagt, da ein solches Ereignis erfahrungsgemäß auch überregional Besucher anzieht. "Der Trierer Ostermarkt wartet nicht nur mit Ausstellern verschiedener Bundesländer und Länder auf, sondern spricht – ebenso wie der Verkaufsoffene Sonntag - neben regionalen auch tausende überregionale und internationale Besucher an. Vor diesem Hintergrund ist es nicht möglich, den Empfehlungen des Robert Koch Instituts für Großveranstaltungen zu folgen und u.a. sicherzustellen, dass niemand an der Veranstaltung teilnimmt, der sich in den letzten 14 Tagen in einem Risikogebiet aufgehalten hat oder Kontakt zu einem Covid19 Fall hatte", heißt es in einer Mitteilung der City Initiative.

"Wir handeln nach bundesweit gegebenen Empfehlungen"

Ordnungsdezernent Thomas Schmitt sagt dazu: "Es gibt nach wie vor zwar keinen bestätigten Fall einer Corona-Infektion in Trier. Im Sinne der Prävention und um ein einheitliches Vorgehen zu gewährleisten, handeln wir hier aber nach den bundesweit gegebenen Empfehlungen. Wir bitten die Bürgerinnen und Bürger um Verständnis." Dr. Michels bittet die Bürger generell, keine Veranstaltungen zu besuchen, wenn sie Husten, Schnupfen oder Grippesymptome haben und eventuell dem Arbeitsplatz fernzubleiben. Das gleiche gilt für Kinder in Schulen und kinderbetreuenden Einrichtungen.

Absage betrifft Konzerte in Arena und Europahalle

Die Absage in Trier betrifft eine Reihe von Konzerten in der Arena Trier und der Europahalle. Veranstaltungen im Freien sind derzeit – bis auf den verkaufsoffenen Sonntag – von der Absage nicht betroffen. Für Ereignisse in geschlossenen Räumen unterhalb von 1000 Personen verweist die Stadt Veranstalter auf die dazu herausgegebenen Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts.

Auch Landkreis untersagt Großveranstaltungen

Auch im Landkreis Trier-Saarburg werden bis Ende April Großveranstaltungen in geschlossenen Räumen mit über 1000 Teilnehmern in aufgrund der drohenden Covid-19-Epidemie untersagt. Auch die Kreisverwaltung wird hierzu eine Allgemeinverfügung erlassen, nachdem das Gesundheitsamt des Landkreises, die Landesregierung und der Bundesgesundheitsminister diese Empfehlung gegeben haben. "Auch bei mild verlaufenden Erkrankungen kann es zu einer Übertragung von Mensch zu Mensch kommen. Hierbei spielen auch Übertragungen durch Schmierinfektionen eine Rolle. Daher sei auch noch mal an die allgemeinen Hygieneempfehlungen wie regelmäßiges Händewaschen erinnert. Um die Dynamik der Epidemie und um die Ressourcen des Gesundheitswesens durch die im Moment noch grassierende Grippeepidemie nicht zu überlasten, sind alle Maßnahmen sinnvoll, die eine rasche Weiterverbreitung des Erregers verzögern, um die Gefahr für die Bevölkerung in Grenzen zu halten", heißt es in einer Pressemitteilung der Kreisverwaltung. Landrat Günther Schartz betont, dass es aktuell nach wie vor keinen bestätigten Fall einer Corona-Infektion im Landkreis gibt. Im Sinne der Prävention und um ein einheitliches Vorgehen zu gewährleisten, ist ein einheitliches Vorgehen der Behörden sinnvoll.

Risikobewertung bundesweit geändert

Dr. Harald Michels, Leiter des Gesundheitsamtes, begründet die Empfehlung mit der bundesweit geänderten Risikobewertung für eine drohende Covid-19-Epidemie. Michels: "In eine aktuelle Risikobewertung ging ein, dass bei dem vorherrschenden Übertragungsweg des Erregers z.B. Husten, Niesen oder aber auch durch die Tatsache, dass es viele mildverlaufende Erkrankungsfälle und auch asymptomatische infizierte Personen gibt, insbesondere bei Großveranstaltungen überregionaler Ausprägung, es zur Übertragung von Mensch zu Mensch kommen kann. Hierbei spielen auch Übertragungen durch Schmierinfektionen eine Rolle. Weltweit wurden größere Ausbrüche im Zusammenhang mit größeren Veranstaltungen beschrieben. Auf solchen Großveranstaltungen kann es unter ungünstigen Bedingungen zur Übertragung auf viele Personen kommen. Um die Dynamik der Epidemie und um die Ressourcen des Gesundheitswesens durch die im Moment noch grassierende Grippeepidemie nicht zu überlasten, sind alle Maßnahmen, die der raschen Weiterverbreitung des Erregers dienen zu treffen, um die Gefahr für die Bevölkerung in Grenzen zu halten."

Hotline eingerichtet

Das Gesundheitsamt Trier hat eine telefonische Hotline eingerichtet, die täglich, auch am Wochenende, von 8 bis 20 Uhr zu erreichen ist: 0651/715-555. Außerdem steht der Ärztliche Bereitschaftsdienst in der Stadt Trier zur Verfügung unter der Rufnummer 116 117.

RED/PA

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