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Gladiators auf Aufstiegs-Gleis

87:83 Erfolg in Crailsheim

Trier. Der 20. Auswärtssieg der Gladiators seit ihrer Gründung war der wertvollste: Erstens wurde durch das 87:83 beim insgesamt vierten Anlauf erstmals eine Halbfinal-Niederlage vermieden, zweitens dem Hauptrunde-Zweiten Crailsheim Merlins dessen erste Heimniederlage der Saison zugefügt. Das Wichtigste aber ist natürlich, dass die Gladiators mit einer eher unerwarteten 1:0-Führung in ihr Heimspiel am Dienstag (20 Uhr) gehen und die insgesamt favorisierten Crailsheimer dementsprechend unter Druck stehen. Die Merlins können es sich jetzt eigentlich nicht mehr leisten, wie am 27. Dezember (70:76) an der Mosel zu verlieren.

Von Bernd Schneider

Trier. Schon vor dem Triumph in Heidelberg trug Gladiators-Trainer Marco van den Berg im kleinen Gesprächskreis sein Herz auf der Zunge: "Am letzten April-Sonntag zweites Playoff-Heimspiel gegen Crailsheim, dann wird unsere Arena noch voller als sonst. Und vielleicht gehen wir ja da sogar mit einer 2:1-Führung rein."  Da hat der Niederländer natürlich weder ein Versprechen gegeben noch den Mund zu voll genommen. Es war vielmehr nur ein lautes Wunschdenken. Schließlich wusste selbstverständlich auch "MvdB", dass er mit der "2:1"-Vision einem Traum näher war als der zu erwartenden Realität. Und nun ist Letzteres eher umgekehrt! Weil die Trierer nach 58:76 und 82:101 erstmals in Crailsheim triumphierten. Und das gegen eine Mannschaft, die 2017/18 bis dahin daheim unbesiegt  und ihren Gästen durchschnittlich um 19,5 Korbpunkte voraus war. Im Viertelfinale gegen Hanau lautete dieser Mittelwert sogar 20,0 (87:71 und 99:75). Crailsheims Favoritenrolle wurde noch verstärkt durch eine längere Pause wegen der Qualifikation per 3:0, während die Gladiators ja erst drei Tage zuvor bei 2:2 das entscheidende Match in Heidelberg und insgesamt halt 80 Saisonminuten mehr in den Knochen hatten. All dies wertet den Sieg vom 21. April noch auf. Mit besagtem überraschendem 1:0 in der Serie haben sich die Gladiators zwar noch nicht auf Aufstiegs-Kurs gebracht, aber angesichts ihrer enormen Heimstärke aufs Aufstiegs-Gleis. Sportlich für die Erste Liga qualifiziert sind bekanntlich beide Halbfinal-Sieger, die deshalb nur in Hin- und Rückspiel den Zweitliga-Meister ermitteln.      

Smits und Dranginis' Steigerungen

Neben den genannten Nachteilen, zu denen sich die Nichtmitwirkung von Johannes Joos "gesellte", gab es am Samstag immerhin einen einzigen Vorteil für die Moselaner: Sie befanden sich im Gegensatz zu den Kontrahenten im Rhythmus. Dieser begünstigte womöglich eine sensationelle 77:60-Führung. Jenes Polster sollte sich als nötig erweisen: Nach 70:77 kamen die "Zauberer" auf 83:85 heran. Dann vergab ausgerechnet Kapitän Simon Schmitz, der mit zwei Freiwürfen am 16. April einen sehr nahen Viertelfinal-Knockout wegen 1:3 gegen Heidelberg verhindert hatte, beide Freiwurf-Chancen. Es folgten jedoch zwei Freiwurf-Nutzungen von Thomas Grün, der zuvor nicht getroffen hatte. Aber: Je später der Abend, desto schöner die Treffer. Und wichtiger. Apropos: Dass Kevin Smit und Kyle Dranginis im Gegensatz zum Viertelfinale ihre Normalform fanden, hatte ebenfalls Bedeutung.     

Thema nahe Zukunft: Wegen der eher unerwarteten Ausgangssituation sollte man nicht darauf wetten, dass der am 10. März auf 4167 gestellte Zuschauerrekord für alle bisherigen 51 Gladiators-Heimspiele den 24. April überlebt.                             

Statistik                             

• Die Viertel vom 21. April in der Separat-Betrachtung (aus Gastgeber-Sicht):  20:19,  17:25,  22:29,  24:14.                                            

• Die eingesetzten Gladiators-Spieler und ihre Beiträge zu den 87 Korbpunkten:  Bucknor (zum neunten Mal Topscorer des Teams) 18,  Alston 15,  Dranginis 14,  Smit 11,  Schmitz 9,  Nortmann 7,  Schmikale 7,  Shoutvin 4,  Grün 2,  Buntic 0,  Hennen 0.                              

• Erfolgreichster Crailsheimer (16) war Sherman Edward Gay. Ex-Gladiator Sebastian Herrera schaffte nur vier Zähler.                        

• Die erfolgreichsten fünf Gladiators-Korbschützen im Playoff:  Alston 106,  Bucknor 86,  Schmitz 80,  Schmikale 52,  Shoutvin 42.                                     

• Die erfolgreichsten fünf Gladiators-Korbschützen nach 36 Saisonspielen:  Bucknor 439,  Schmitz 380,  Joos 359,  Dranginis 334,  Alston 277.

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