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Hebammenzentrale auf den Weg gebracht

Trier. Im Rahmen eines Runden Tisches zur Hebammenversorgung vor Ort wurde jetzt das Konzept einer Hebammenzentrale in der Region Trier beschlossen.

Der Runde Tisch wurde Ende vergangenen Jahres unter Federführung des Landkreises Trier-Saarburg und der Stadt Trier gegründet mit dem Ziel, Möglichkeiten zu finden, um gegen die unzureichende Versorgung mit Hebammen in der Region Trier anzugehen. Außerdem gab es eine Fachtagung zum Thema. Ganz unterschiedliche Gründe führen dazu, dass es in der Region erfreulich viele Geburten, aber zu wenige Hebammen gibt, sodass nicht alle (werdenden) Mütter auf die Betreuung durch eine Hebamme setzen können. Die Versorgung mit Hebammen ist zwar nicht Aufgabe der Kommunen, aber im Rahmen der kommunalen Daseinsvorsorge widmen sich Stadt und Kreis diesem Thema. In der Fachtagung hatten Landrat Günther Schartz und die damalige Bürgermeisterin Angelika Birk signalisiert, dass der Landkreis und die Stadt Trier tragfähige Lösungen im Sinne der Mütter und Familien unterstützen wollen. So finanzieren Stadt und Kreis auch bereits seit 2016 einen Hebammennotdienst, der allerdings nur zeitlich befristet sinnvoll und keine endgültige Lösung ist.

Vermittlung und Sprechstunde

Mit der Hebammenzentrale soll nun eine Arbeitsoptimierung für die freiberuflich tätigen Hebammen erreicht werden, sodass im Landkreis Trier-Saarburg und der Stadt Trier auch bisher unterversorgte Familien und werdende Mütter betreut werden können. Das Konzept wird jetzt in einem weiteren Schritt in den Gremien des Kreises und der Stadt beraten, denn dort muss die definitive Umsetzung beschlossen werden. Der Runde Tisch ist besetzt mit den Beteiligten von Stadt und Kreis, mit Vertretern der Hebammen, des Vereins Mother Hood, der Geburtsklinik Mutterhaus, der Krankenkassen, der Hochschule Trier sowie der Beratungsstellen. Der Beschluss, die Hebammenzentrale auf den Weg zu bringen, wurde einvernehmlich gefällt.

Telefonische Beratung und Sprechzeiten

Das Konzept sieht eine softwareunterstützte effiziente Vermittlung von Hebammen vor. Die Einrichtung soll mit einer Hebamme besetzt sein, sodass auch eine fachlich fundierte Beurteilung bezüglich des Bedarfs und der Dringlichkeit möglich ist. In Akutfällen könnte die Hebamme telefonisch beraten oder eine Weitervermittlung an entsprechende Fachstellen anbieten. In der Hebammenzentrale soll auch eine Sprechstunde eingerichtet werden, in der Frauen kompetenten Rat und Unterstützung erhalten. Auch andere Fachkräfte und Institutionen, die mit Familien arbeiten, könnten sich an die Hebammenzentrale wenden. Das Konzept wurde mit dem Hebammenkreisverband erarbeitet. Eventuell könnte die Beratungsstelle "Pro familia" die Trägerschaft der Einrichtung übernehmen.

Finanzierung noch unklar

Die Kosten für die Hebammenzentrale belaufen sich auf rund 50.000 Euro jährlich. Die Beteiligten sind aber zuversichtlich, dass es Lösungen für die Finanzierung geben wird, an der sich unter anderem Kreis und Stadt beteiligen werden. Außerdem sind Förderanträge bei Stiftungen gestellt und es laufen Gespräche mit möglichen Fördergebern wie zum Beispiel den Krankenkassen und den Gesundheitsministerien auf Landes- und Bundesebene.

RED

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