Miezen: 16 schwarze Minuten in Ketsch

Trier. Eine Halbzeit lang war eine Überraschung, ja vielleicht sogar eine Sensation durchaus in Reichweite, dann hatte Trainerin Elena Vereschako ein Déjà-vu der schlechten Art. Frauenhandball-Zweitligist DJK/MJC Trier brach im Gastspiel beim Tabellenzweiten Kurpfalz Bären völlig ein, geriet innerhalb von 16 Minuten mit 1:10-Toren unter die Räder und kassierte eine deutliche 22:31 (12:14)-Niederlage.

"Alles was wir in der ersten Halbzeit gut und richtig gemacht haben, haben wir nach der Pause vermissen lassen", fasste Vereschako zusammen. Sie monierte "zu viele technische Fehler, unnötige Ballverluste und fehlende Konzentration beim Abschluss". Faktoren, die der Aufstiegsaspirant aus Ketsch konsequent zur Entscheidung nutzte. Das Team von Ex-Mieze Katrin Schneider zeigte der Mannschaft ihrer früheren Trainerin humorlos die Grenzen auf.

Houben nur dosiert eingesetzt

"Wir hätten zur Halbzeit sogar führen können, wenn nicht sogar müssen", ließ der Miezen-Coach die ersten 30 Minuten nochmals Revue passieren, wusste aber auch nicht zu beurteilen, ob das am Ende vielleicht zu einem Punkt gereicht hätte. Nachteilig wirkte sich auf jeden Fall aus, dass Toptorschützin Linsey Houben (9 Treffer) wegen zweier Zwei-Minuten-Strafen vor dem Seitenwechsel im zweiten Abschnitt nur noch dosiert eingesetzt werden konnte, um keine Rote Karte zu kassieren. Zudem war die Holländerin noch durch eine im Spiel erlittene Platzwunde an der Augenbraue gehandicapt. Das wirkte sich vor allem in der Abwehr negativ aus, wo der im ersten Abschnitt noch überragenden Torfrau Melanie Eckelt die Unterstützung ihrer Mitspielerinnen fehlte. Auch Andrea Czanik (Handverletzung) und Dora Simon-Varga (Magenprobleme) waren angeschlagen. Obwohl Hannah Sattler in Ermangelung einer weiteren Kreisläuferin "ihre Sache sehr gut" machte, zu viel des Schlechten, um gegen die Bären zu bestehen.

Hoffnungsfunke schnell erloschen

Zunächst hatten sich die Miezen nach einem 4:8-Rückstand (13.) schnell wieder in eine gute Position gebracht und nach dem Anschluss zum 11:12 (28.) die Chance mit einer Führung in die Pause zu gehen. Das gelang dann zwar nicht, aber das 12:14 ließ noch alle Optionen offen. Der Hoffnungsfunke erlosch aber schnell. Spätestens beim 13:23, das Ketsch in Unterzahl erzielte, war klar, dass für das Liga-Schlusslicht beim Tabellenzweiten nichts zu holen sein würde.

Doch noch Chancen auf Klassenerhalt?

Unterdessen könnte sich noch eine unterwartete Möglichkeit ergeben, die Zugehörigkeit zur zweithöchsten Spielklasse für eine weitere Saison zu erreichen. Noch-Erstligist TV Nellingen wird sich freiwillig in die 3. Liga zurückziehen. Die Zahl der Absteiger wird damit auf zwei reduziert. Bei sieben Punkten Rückstand auf den derzeit von Werder Bremen belegten Platz wäre das wohl kaum hilfreich. Es hält sich aber hartnäckig das Gerücht, es könnte auch noch ein Zweitligist freiwillig eine Klasse tiefer antreten. Sollte sich das bewahrheiten, wären die Miezen wieder im Rennen. Denn bis zum Vorletzten HSG Gedern/Nidda fehlt nur ein Punkt.

Das nächste Spiel bestreiten die Miezen am kommenden Samstag (6. April, 18 Uhr, Arena Trier) gegen den HC Rödertal.

Statistik

  • Beste Werferinnen bei den Gastgeberinnen waren Rebecca Engelhardt und Lara Eckardt mit jeweils 5 Toren.
  • DJK/MJC Trier: Melanie Eckelt, Aleksandra Baranowska (ab 55.) –  Hannah Sattler (2),  Dovile Ilciukaite (5), Linsey Houben (9/3), Andrea Czanik (1), Vesna Tolic (2), Gabriella Szabo (2), Maja Zrnec (1), Dora Simon-Varga
  • Schiedsrichterinnen: Daniela Kuschel/Sandra Senk
  • Zuschauer: 700

RED

 

 

 

 

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