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Millionengrab? – Egbert-Grundschule wird saniert

Nach einer kontroversen Debatte hat der Stadtrat auf Initiative von CDU, Grünen, Linken und der Piraten-Vertreterin die Instandsetzung der wegen Schimmelbefalls geschlossenen Egbert-Grundschule auf den Weg gebracht. Die Verwaltung wird beauftragt, die Sanierung vorzubereiten und die dafür erforderlichen rund 2,76 Millionen Euro im Haushalt 2017/18 bereitzustellen, so das Presseamt der Stadt Trier.
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Der Beschluss bedeutet gleichzeitig eine Absage an den Vorschlag von SPD, FDP und FWG, auf einem frei werdenden Teil des Stadtwerke-Grundstücks an der Ostallee eine vierzügige Innenstadt-Grundschule plus Sporthalle zu errichten und den Energieversorger nach den positiven Erfahrungen beim Brand- und Katastrophenschutzzentrum Ehrang mit der Projektsteuerung zu beauftragen. Für die Sanierung stimmten die Fraktionen von CDU, Grünen, Linken und AfD sowie die Piraten-Vertreterin. Die Nein-Stimmen kamen von der SPD, FDP, FWG sowie von OB Wolfram Leibe. Ein Mitglied der FWG enthielt sich. Bei der Abstimmung zum Antrag für eine Innenstadtgrundschule fiel das Votum genau umgekehrt aus.

2,76 Millionen Euro Kosten

Der Stadtrat hatte sich im März 2013 für den Erhalt der Egbert-Schule ausgesprochen. Das in den 50er-Jahren errichtete Gebäude wurde im Herbst desselben Jahres wegen Schimmelbefalls geschlossen. Der Unterricht findet seitdem in der früheren Grundschule Kürenz statt. Nach dem Gutachten eines Saarbrücker Büros kosten die zur Wiederinbetriebnahme erforderlichen Bauarbeiten insgesamt rund 2,76 Millionen Euro. Die Befürworter einer Sanierung des Egbert-Gebäudes verwiesen unter anderem darauf, dass nach dem Gutachten "in jedem Fall von einer mittel- bis langfristigen Wirtschaftlichkeit der Instandsetzung ausgegangen werden kann, zumal ein Neubau der Schule in Form einer innerstädtischen Schule zurzeit außerhalb der finanziellen Möglichkeiten des Schulträgers steht".Kurze Beine, kurze Wege Die ebenfalls diskutierte Verteilung der Grundschüler auf benachbarte Schulbezirke führe zu erheblichen Folgekosten, unter anderem beim Transport. Nur durch den Erhalt der Egbert-Grundschule am angestammten Standort könne das Prinzip "Kurze Beine, kurze Wege" umgesetzt werden. Die Schule sei ein "bedeutender Grundpfeiler einer intakten Sozialstruktur im Stadtteil Mitte-Gartenfeld" und zeichne sich "durch ein hervorragendes pädagogisches Konzept" aus. Zudem hätten sich die Eltern für den Erhalt ausgesprochen.
Einzellösung verhindert Gesamtkonzept Die Gegner der Egbert-Sanierung verwiesen unter anderem darauf, dass eine solche Einzellösung ein Gesamtkonzept für die innerstädtischen Grundschulen verhindere. Dies sei aber angesichts der baulichen Probleme an weiteren Grundschulen dringend nötig. Eine Innenstadtgrundschule für die Kinder aus den Bezirken Egbert und Ausonius sei nachhaltig und zukunftsträchtig. "Des Weiteren stehen die im Mai von allen Fraktionen beschlossenen Eckwerte für die Haushalte 2017 und 2018 diametral einer Sanierung beziehungsweise dem Neubau einer kleinen Grundschule gegenüber", heißt es in der Begründung. Mehr Infos und Stimmen der Fraktionen gibt es hier.PA/RED/FIN