Parken auf dem Petrisberg: Gabionen gegen Fremdparker

Absperrungen sorgen für mehr Parkplätze und Sicherheit

Trier. Die Parksituation auf dem Trierer Petrisberg bleibt weiterhin angespannt. Das Parken in zweiter Reihe vor den Häusern der Max-Planck-Straße 6 bis 20 ist offiziell untersagt worden, die Zufahrtswege wurden zum Teil gesperrt. So soll dem Brandschutz Rechnung getragen werden. Auch neue Parkmöglichkeiten sollen dadurch entstehen. Der WochenSpiegel hat bei der M Objekt Trier GbR, die die Stellplätze in diesem Bereich vermietet, nachgefragt.

Parken in zweiter Reihe ist wegen der Parksituation seit Jahren fast schon gängige Praxis auf dem Petrisberg. In einem Schreiben haben Sie die Mieter der Stellflächen vor kurzem darauf hingewiesen, dass das aber nicht gestattet ist. Gab es einen konkreten Anlass dafür? 

Michael Cremer, Leiter Asset Management (COO): "Unsere Stellplatzanlage für die Häuser Max-Planck-Straße 6 bis 20 ist besonders von Fremdparkern betroffen, die sich im wesentlichen aus Besuchern des gegenüberliegenden Ärztehauses generieren. Deshalb haben wir proaktiv mit der Feuerwehr einen Ortstermin vereinbart, um abzuklären, dass wir die große Vielzahl an bestehenden Ein- und Ausfahrten zu unserer privaten Stellplatzanlage reduzieren können. Wir minimieren damit für Besucher des Ärztehauses den Eindruck einer gegenüberliegenden, offenen Stellplatzanlage und generieren als weiterer Effekt dabei auch zusätzliche, neue Stellplätze für unsere Mieter. Wir haben auch Stellplätze auf dem ehemalig öffentlichen P4 und beim Roten U. Auch dort werden wir den Stellplatzbedarf unserer Mieter abdecken. Im Budgetplan für das laufende Jahr haben wir auch neue Stellplatzmarkierungen eingestellt. Alles in allem sollte es besser werden."  

Durch das Wildparken wurden auch Feuerwehrzufahrten regelmäßig zugstellt. Amtliche Hinweisschilder sollen das nun vermeiden. Warum wurden die Schilder erst jetzt aufgestellt? 

"Im Rahmen der Begehung und im Augenschein der herrschenden Praxis – zum Beispiel Parken in den breiten Zufahrten - haben uns die Verantwortlichen der Feuerwehr auch aufgefordert, eine entsprechende Beschilderung aufzustellen, um gleichzeitig dem Ordnungsamt der Stadt Trier damit auch die Gelegenheit zu geben, die Parkverstöße im Bereich der Feuerwehrzufahrten und -aufstellflächen zu ahnden. Dies betrifft die Gefahrenabwehr für Leib und Leben im Brandfall und ist uns als Vertreter der Eigentümerin ein wichtiges Anliegen. Wir werden zeitnah auch eine Privat-Parkplatzordnung gut sichtbar an unseren Stellplatzanlagen aufhängen, die dann rechtlich abgesichert unzulässige Fremdnutzungen (von vermieteten Stellplätzen) mit einer Pönale in Höhe von  40 Euro belegt sowie bei längeren Standzeiten das kostenpflichtige Abschleppen ermöglicht. Uns ist sehr daran gelegen, dass wir unseren Mietern das auf unseren Grundstücken bestehende Stellplatzpotential möglichst vollständig und ungestört zur Verfügung stellen können. Dazu gehört auch die Nutzung der uns dauerhaft rechtlich zugeordneten Stellplätze auf dem ehemals öffentlichen Stellplatz P4. Eine Reihe neuer Stellplatzverträge werden gerade abgeschlossen. Manche Zuordnungen von Mieterstellplätzen beabsichtigen wir in naher Zukunft anders zu sortieren bzw. umzulegen. Das sind viele kleine Schritte, die alle darauf hinzielen, im Rahmen des Möglichen unseren Mietern ein positives Umfeld zu schaffen."  

Einige der Zufahrtswege zu dem Gelände sind mittlerweile durch Gabionen gesperrt worden. So soll dem Fremdparken vorgebeugt werden und neue Stellflächen geschaffen werden. Wie viele neue Parkplätze konnten geschaffen werden? Gab es schon Rückmeldungen auf die Baumaßnahmen?  

"Wir konnten jetzt im ersten Schritt insgesamt 39 neue Stellplätze unseren Mietern am Wissenschaftspark zuweisen. Damit können wir beispielsweise  bekannten Zweiter-Reihe-Parkern reguläre Stellplätze anbieten. Und noch ist die Neuordnung der Stellplatzanlagen nicht abgeschlossen! Das Schließen der zwei Einfahrten gegenüber dem Ärztehaus wurde inzwischen von Mietern bereits mehrfach in ihrer subjektiven Wahrnehmung mit seiner Auswirkung als positiv bewertet – zum Beispiel dahingehend, dass es jetzt weniger Fremdparker von gegenüber gibt. Wir hoffen, dass der Trend anhält und sich ggf. noch verstärkt."  

Unterhalb des Monte Petris sollen – so hieß es Mitte 2019 – zeitnah neue Parkflächen entstehen.  Bislang ist dort nichts geschehen. Wissen Sie, wann diese neue Stellflächen fertig sein sollen?  

"Der städtebauliche Missstand am Petrisberg in Hinblick auf öffentliche Stellplätze ist seit Jahren allgemein bekannt und die Stadt plant nach letzter, uns bekannter Mitteilung für 2020 eine Stellplatzanlage unterhalb vom Monte Petris im ehemaligen Außenbereich zu errichten. Alle warten sehnsüchtig darauf! Wir würden es begrüßen, wenn die Stadt den neuen Stellplatz bis Ende Mai fertigstellt und der Nutzung übergibt. Auch die Idee einer weiteren, in 500 bis 1000 Meter vorgelagerten Stellplatzanlage mit permanentem Klein-Buspendelverkehr zu Stoßzeiten kostenfrei betrieben durch die Stadt Trier, würde sicherlich deutlich Entspannung bringen. Vielleicht kann dies dann auch ein Pilotprojekt sein. Wir sind gespannt, wie weit auch die Stadt Trier hier noch proaktiv Schritte in die Zukunft unternimmt."

Stichwort Mobilität: Was fehlt Ihrer Meinung nach am Standort Petrisberg? 

"Wir würden es begrüßen, wenn die Stadt Trier die Herausforderung der Elektromobiliät zeitnah annimmt. Im Bereich der Max-Planck-Straße 5 gibt es bereits eine E-Ladestation. Der Umsatz dort ist aber wohl vergleichsweise niedrig. Laut unseren Informationen möchte die Stadt deshalb prüfen, die Ladestation in den 'visuell besseren' Bereich vor beispielsweise der Max-Planck-Straße 12 zu verschieben. Dieser Bereich würde sich unserer Meinung nach anbieten. Hier könnten auf öffentlichem Grund sehr schnell und einfach je eine allgemein nutzbare Doppelladestation aufgestellt werden (die Bordsteine sind ja bereits abgesenkt). Die Nachfrage danach steigt ständig, bedarf aber einer entsprechend zugeordneten Leitungskapazität, um Schnellladefunktionen bedienen zu können."

Interview: Svenja Pees

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