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Trauer im digitalen Zeitalter

Die digitale Technik macht auch vor dem Tod nicht halt. Unter Einsatz der neuen Medien soll Trauer modern gestaltet werden. Möglich machen das sogenannte QR-Codes, doch was verbirgt sich hinter dieser Methode?
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QR-Codes ("QR" steht für Quick Response, zu Deutsch: schnelle Antwort) kennt man von Plakatwerbung oder Bahn-Tickets. Die schwarz-weißen Pixelmuster können unter Einsatz eines Smartphones dazu genutzt werden, weitere Informationen auf schnellem Weg im Internet zu finden. Wie kann diese Technik auch auf Friedhöfen eingesetzt werden?
Erinnerungskultur Wer heute die Friedhöfe der Republik durchquert, dem werden ab und an schon jetzt die QR-Codes auffallen. Voraussetzung ist, dass die jeweilige Stadt die Friedhofsfassung entsprechend geändert hat und den Einsatz von QR-Codes damit erlaubt. Die Pixelmuster können dann entweder auf dem Grabstein eingraviert oder auf Messingplatten vor dem Grab platziert sein. Wer den QR-Code mit einer App auf seinem Smartphone einliest, erhält aus dem Internet mehr Informationen über den Toten. Wie umfangreich oder in welchem Stil diese Informationen aufbereitet sind, entscheiden die Angehörigen. Manchmal kann auch der Verstorbene vor seinem Ableben beschlossen haben, welche Informationen er nach seinem Tod teilen möchte. Das können Fotos sein, Videos oder Texte, die den Leser mehr über den Verstorbenen erfahren lassen. Noch nicht in Trier "Bisher hatten wir noch keine Anfragen zu QR-Codes auf Grabsteinen", berichtet Michael Heimes, stellvertretender Leiter des Grünflächenamts der Stadt Trier. Grundsätzlich hätte man damit aber keine Probleme, wenn jemand einen QR-Code auf einem Grabstein anbringen wollte. Bedenken hat Heimes allerdings bei der Frage, auf welche Internetseite der QR-Code dann führen könnte. Hier seien eventuelle Verweise auf Seiten zum Beispiel mit extremistischen Inhalten zu befürchten. Die Friedhofsverwaltung könne dafür dann nicht die Verantwortung übernehmen. "Wir werden das Thema bei der nächsten Besprechung der Friedhofssatzung thematisieren", so Heimes. DH/Foto: Huss