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Verspannte Freibadsaison

Heute (20. Juni) ist kalendarischer Sommeranfang und damit Start in die heiße Jahreszeit, die in diesem Jahr von vielen Deutschen zu Hause verbracht werden wird. Umso mehr Menschen wird es in die Freibäder der Region ziehen, die ihrerseits strengen Hygieneregeln unterliegen. »Badespaß« im Zeichen von Corona?
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So oder so ähnlich wie hier auf einem Foto aus dem Trierer Nordbad von 2019 könnte es in den Freibädern der Region in diesem Sommer überall aussehen. Wegen der Corona-Beschränkungen wird nur ein Bruchteil der sonst üblichen Zahl an Badegästen gleichzeitig eingelassen. Spontanbesuche sind nciht möglich. Foto: Archiv

So oder so ähnlich wie hier auf einem Foto aus dem Trierer Nordbad von 2019 könnte es in den Freibädern der Region in diesem Sommer überall aussehen. Wegen der Corona-Beschränkungen wird nur ein Bruchteil der sonst üblichen Zahl an Badegästen gleichzeitig eingelassen. Spontanbesuche sind nciht möglich. Foto: Archiv

Die Badesaison 2020 dürfte wohl die entspannteste seit Jahren werden. Dies wohlgemerkt für die Badegäste und weniger für das Personal der geöffneten Freibäder, denn die Auflagen sind umfangreich und lassen nur einen Bruchteil der sonst üblichen Gästezahl zu. Für die Kommunen ist das ein finanzieller und organisatorischer Kraftakt, für die Sonnenanbeter bedeutet das mehr Platz und weniger Anstehen.

Freibad Mertesdorf und Kylltalbad bleiben zu

Schon jetzt steht für das Kylltalbad bei Kordel und das Freibad Ruwertal in Mertesdorf das Aus für die Badesaison 2020 fest. In beiden Fällen trugen die hohen Kosten, die mit dem organisatorischen Mehraufwand und den Gästebeschränkungen in Verbindung stehen, zur Entscheidung maßgeblich bei. In einer umfangreichen Stellungnahme der Verbandsgemeinde Trier-Land nennt Verbandsbürgermeister Michael Holstein noch einen weiteren Aspekt: »Der Badespaß wird in diesem Jahr grundlegend anders sein, als in den letzten Jahren. Die Besucher werden vom Eingang bis später zum Ausgang durchreguliert und kontrolliert werden. Das Land schreibt im Hygienekonzept für Freibäder vor: ‚Gästen, die nicht zur Einhaltung der nachfolgenden Regeln bereit sind, ist im Rahmen des Hausrechts der Zutritt zu verwehren.‘ ... Schlimmer und ungemütlicher kann ich mir kein Badevergnügen vorstellen, wie es mich dieses Jahr dort erwarten würde«, so der VG-Chef.

Trier: Online-Tickets und Öffnung am Samstag

Beide Trierer Freibäder öffnen ihre Tore am Samstag (20. Juni) – und das zu vergünstigten Eintrittspreisen, denn sowohl im Nord- als auch im Südbad wird ein Schichtsystem eingeführt (der WochenSpiegel berichtete, Artikel siehe Verlinkung am linken Rand). Für das Nordbad sind dies täglich drei, für das Südbad täglich zwei Schichten. Das bedeutet, dass jeder Gast nur ein bestimmtes Zeitfenster für den Badbesuch nutzen kann. Die Tickets müssen zudem vorab online via www.trier.de gekauft werden. Spontanbesuche fallen damit aus. Konkret bedeutet das, dass im Südbad maximal zwischen 500 und 550 Personen und im Nordbad maximal 200 Personen gleichzeitig anwesend sein dürfen. Das Personal ist bei dieser Schätzung bereits mit berücksichtigt.

Hermeskeil öffnet Freibad Anfang Juli

Der voraussichtliche Termin zur Freibadöffnung in Hermeskeil ist Montag, 6. Juli. Auch hier gelten Einlassbeschränkungen. So dürfen sich im Bad maximal 698 Personen gleichzeitig aufhalten, davon 109 Gäste gleichzeitig im Schwimmbecken. Zu Beginn der Badesaison ist zunächst bei 400 Personen Schluss. Die Zahl soll aber basierend auf den damit gemachten Erfahrungen beibehalten, nach oben oder unten korrigiert werden. Um auch den Abstand im Schwimmbecken sicherzustellen, wird dieses mit einer Wettkampfleine in zwei Hälften geteilt. In den dann vorhandenen Beckenhälften soll dann jeweils im Kreis geschwommen werden. Die Kosten für alle Maßnahmen belaufen sich für Hermeskeil auf rund 70.000 Euro.

»Schichtbaden« im Freibad Saarburg und Kell

Die gute Nachricht für alle Freibadgänger in und um Saarburg: Das Bad hat bereits seit Montag geöffnet. Die schlechte Nachricht lautet: Spontanbesuche sind nicht mehr möglich..Das bedeutet konkret: Damit so viele Gäste wie möglich die Gelegenheit für einen Badbesuch haben, ist ein Schichtbetrieb eingerichtet worden. Nach Ablauf des jeweiligen Zeitfensters müssen alle Gäste das Freibad verlassen. Tickets sind zudem nicht mehr vor Ort an der Schwimmbadkasse erhältlich, sondern müssen vorab unter https://baeder.tickets-saarburg-kell.de/freibad-saarburg erstanden werden. Dauerkarten verlieren aufgrund der notwendigen Nutzerbeschränkungen ihre Gültigkeit, können aber erstattet werden (Telefon 06581/81243). Auch in Kell am See kann seit gestern, Donnerstag, 18. Juni, gebadet werden. Im Freibad Kell gilt das gleiche Konzept, wie in Saarburg. Eintrittskarten können vorab unter https://baeder.tickets-saarburg-kell.de/freibad-hochwald gekauft werden.

Leiwen öffnet nicht - Schweich als Alternative

Trotz Protesten (s. Bericht, Seite 5) wird das Panoramabad Leiwen in dieser Saison nicht öffnen. Ab Anfang Juli können sich aber jeweils 400 Badegäste  im »Zwei-Schichtbertrieb« im Erlebnisbad Schweich erholen. Ausschlaggebend für die Entscheidung pro Schweich sei die bessere verkehrstechnische Erreichbarkeit sowie die höhere erwartbare Auslastung gewesen, so die Verbandsgemeindeverwaltung, die aus Personalgründen nur ein Bad öffnen kann. Auch hier gilt: keine Spontanbesuche! Tickets können demnächst im Online-Shop oder bei der Touristinfo in Schweich vorab gekauft werden.