Eintracht kassiert mit neun Mann noch den Ausgleich

Regionalliga: Trier mit starker Moral, aber ohne Fortune

Stadt Trier. Nicht wenige im Lager der Trierer Eintracht hatten am Samstag eine knifflige Aufgabe im Heimspiel der Fußball-Regionalliga Südwest gegen den Aufsteiger TSV Steinbach erwartet. Das 2:2 bestätigte die Bedenken. Unterm Strich bleibt aber im blau-schwarz-weißen Lager vor allem eines: Viel Ärger über Schiedsrichter Michael Kempter, der Trierer Christian Telch (gelb-rot) und Benedikt Koep (rot) vom Platz gestellt hatte.

 

 Da der SVE zu wenig Tempo und Dynamik in seine Aktionen brachte, hielt Steinbach, bei dem tags zuvor Trainer Peter Cestonaro freigestellt worden war - für ihn hatte der etatmäßige "Co" Daniel Bogusz im Moselstadion die Verantwortung übernommen - nach einer kurzer Phase der Akklimatisierung gut dagegen. Auch die erste Chance gehörte dem Aufsteiger aus Hessen: Nach einem Freistoß von Kevin Pires-Rodrigues parierte Chris Keilmann gegen Arthur Thomas glänzend (9.). Bei der Eintracht sorgte Patrick Lienhard in der 24.Minute das erste Mal für Gefahr. Doch sein strammer Schuss streifte nur das Außennetz. Bis zur 45. Minute gab es keine weiteren Chancen. Dann wurde Benedikt Koep von den Beinen geholt und Christian Telch legte sich den Ball zurecht. Erneut war er aus der Distanz erfolgreich und traf diesmal aus 25 Metern. Auch in Kassel hatte er ein solches Bilderbuchtor erzielt.

Turbulente zweite Hälfte

Wer jetzt gedacht hatte, der Weg zum Sieg sei geebnet, wurde enttäuscht: Die Gäste glichen in Person von Niklas Zeller aus, indem er zu frei im Trierer Strafraum abschließen konnte (46.). Unmittelbar danach sah Torschütze Christian Telch wegen eines angeblichen Fouls die gelb-rote Karte (48.). "Mein Spieler sagte, es war nichts", kommentierte SVE-Trainer Peter Rubeck die Entscheidung. Steinbach nutzte die darauffolgenden Probleme und drückte auf das zweite Tor. Chris Keilmann musste in der 53. Minute gegen Moritz Göttel in allerhöchster Not retten. Doch mal wieder zeigte die Eintracht Moral: Nach einem rüden Foulspiel an Koep ließ Schiedsrichter Kempter Vorteil laufen. Hammel nahm den Ball gedankenschnell auf, spielte einen Steinbacher aus und tunnelte den Torhüter (57.) Sebastian Vogl. Jedoch folgte danach ein weiterer schwerer Nackenschlag für das Team von Peter Rubeck. Koep sah nach einem Allerweltsfoul die rote Karte (63.). Fortan musste die Eintracht mit doppelter Unterzahl spielen.

"Keiner hat was gesehen"

"Von den 2723 Zuschauern hat keiner etwas gesehen", ärgerte sich Rubeck. Er wechselte mit Torge Hollmann und Oliver Laux zwei weitere Verteidiger ein. Die Offensivarbeit wurde zugunsten der Defensivarbeit geopfert. "Die Mannschaft hat das toll gemeistert und leidenschaftlich gekämpft", lobte Rubeck sein Team. Und bis in die Nachspielzeit hinein hielt das Trierer Abwehrbollwerk. Das Happy-End blieb den Trierern verwehrt. Pires-Rodrigues erzielte in der Nachspielzeit den 2:2-Endstand. In der Pressekonferenz kritisierten Vertreter des TSV Steinbach, dass ab der 85. Minute beim Stand von 2:1 für die Eintracht die Balljungen abgezogen worden seien. Sie nannten dies eine "grobe Unsportlichkeit". Rubeck antwortete, dass er nicht die Balljungen abgezogen habe und auch nicht wisse, wer die Anordnung erteilt habe. Allerdings käme dies in der Regionalliga häufiger vor. So sei die Eintracht in der vergangenen Saison auf gegnerischen Plätzen ebenfalls bei Rückstand kurz vor Schluss davon betroffen gewesen. Steinbach-Trainer Daniel Bogusz bilanzierte: "Ich habe eine sehr gute erste Halbzeit meiner Mannschaft gesehen. Wir wussten, gegen wen wir hier spielen. Wir wollten deswegen defensiver auftreten auf diesem schwer zu bespielenden Boden. Das ist uns bis zum 0:1 gut gelungen. In Überzahl dürfen wir später nicht das 1:2 kassieren. Den einen Punkt mit dem Schlusspfiff haben wir verdient." Rubeck resümierte: "Meiner Mannschaft hat man in der ersten Halbzeit angesehen, dass sie am Mittwoch noch ein Pokalspiel hatte. Größtenteils spielen wir oft mit der gleichen Mannschaft. In der Halbzeit haben wir uns vorgenommen, egal wie, einfach nur das Spiel zu gewinnen. Das Spiel hat aus diversen Gründen dann einen ganz anderen Verlauf genommen. Die Mannschaft hat überragend gekämpft. Sie hätte den Sieg verdient gehabt. "AA/DH

Statistik

Eintracht Trier: Keilmann - Fiedler, Dingels, Buchner, Müller - Hammel (69. Hammel), Spang, Telch, Anton (54. Garnier)- Lienhard (85. Laux), Koep TSV Steinbach: Vogl - Mißbach, Reith, Schadeberg (77. Hamanaka), Thomas - Waldrich (83. Jakobs), Zeller (68. Jais), Bisanovic, Tahiri - Pires-Rodriguez - Göttel Tore: 1:0 (45.) Telch, 1:1 (46.) Zeller, 2:1 (58.) Hammel, 2:2 (90.+1.) Pires-Rodrigues Besondere Vorkommnisse: gelb-rote Karte gegen Christian Telch (48.), rote Karte gegen Benedikt Koep (63.) Schiedsrichter: Michael Kempter (Sauldorf) Zuschauer: 2723

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