Eintracht verliert ein Derby der Randale

1:3-Pleite beim 1. FC Saarbrücken - Wieder Ausschreitungen

Stadt Trier. Im Spiel zwei nach der Trennung von Peter Rubeck gab es für den SV Eintracht Trier 05 die erste Niederlage. Somit bleibt der SVE Schlusslicht der Regionalliga Südwest: Eine Woche nach dem sehenswerten 4:0 über Astoria Walldorf enttäuschte die Mannschaft von Interimstrainer Rudi Thömmes keineswegs, unterlag aber mit 1:3 beim 1. FC Saarbrücken. Begleitet wurde das Derby in Völklingen – mal wieder – von unschönen Szenen von den Rängen (Siehe „Extra“). Nach einer Spielunterbrechung verlor der SVE die Kontrolle und eine starke kämpferische Leistung wurde nicht belohnt.

 

Der SVE wartet weiterhin auf den ersten Auswärtserfolg. Im Südwest-Derby gegen den 1.FC Saarbrücken wurde eine vorbildliche kämpferische Leistung nicht belohnt. Eine 1:0-Führung konnte nicht konserviert werden, stattdessen brachte eine Unterbrechung in der ersten Halbzeit die Eintracht aus dem Konzept. Passend zum Regenwetter entwickelte sich auf dem Platz ein zerfahrenes Kampfspiel. Keine der beiden Mannschaften verbuchte nennenswerte Offensivkombinationen, trotzdem waren die Moselaner besser in der Partie. Dazu war das Spiel immer wieder durch kleinere Fouls unterbrochen.

Erstes Ausrufezeichen durch die Eintracht

Doch es war der SVE, der das erste Ausrufezeichen im Derby setzte. Sebastian Szimayer wurde im Sechszehner durch Peter Chrappan zu Fall gebracht. Eine Entscheidung, die man durchaus anzweifeln konnte. Der Eintracht war's egal. Muhamed Alawie verwandelte den Foulelfmeter sicher zur Führung (21.). Kurz darauf musste das Spiel nach Unruhen auf den Zuschauerrängen für etwa zehn Minuten unterbrochen werden. Die Saarländer nutzten die Zeit, um sich neu zu ordnen und sich zu besprechen. Die unfreiwillige Pause ärgerte Interimstrainer Rudi Thömmes: "Bis dahin waren wir wirklich gut im Spiel. Danach haben wir den Spielrhythmus verloren und nur noch verteidigt." Nach Wiederanpfiff fand der FCS schließlich besser ins Match und baute großen Druck auf. Mehrere Chancen durch Schmidt, Holz und Behrens ließen die Hausherren liegen, ehe Peter Chrappan kurz vor der Halbzeit zum 1:1 einköpfen konnte (42.). Vorausgegangen war eine Ecke von Ex-Trierer Mario Müller. "Da hat die Zuteilung nicht gestimmt", kritisierte Thömmes nach Spielende. Nach dem Seitenwechsel kam die Eintracht zunächst besser ins Spiel. Viel Ballbesitz konnten die Trierer verbuchen, nur nach vorne fehlten die zielstrebigen Aktionen. "Wir haben zweite Halbzeit ordentlich begonnen", fand auch Interimstrainer Rudi Thömmes. Doch Saarbrücken erkämpfte sich nach und nach die Spielanteile zurück und kreierte vermehrt Torgefahr. Die individuelle Klasse der Hausherren blitzte immer wieder auf. So auch in der 78. Minute, als Marvin Studtrucker zur Führung traf. Nach einem Eckball schaltete der FCS schnell um, Studtrucker wartete geschickt ab und zirkelte das Leder am chancenlosen Chris Keilmann vorbei.

Thömmes hadert

"Das war für uns der Genickbruch", haderte Rudi Thömmes. "Dieses Tor darf so nach einem eigenen Eckball einfach nicht fallen." Saarbrücken legte nach und erzielte in der 88. Minute den 3:1-Endstand per Elfmeter (Foul an Alexandre Mendy). Patrick Schmidt verwandelte sicher. Schon am kommenden Mittwoch, ab 19 Uhr, geht es für die Eintracht in der Liga weiter. Dann kommt der FK 03 Pirmasens ins Moselstadion. "Wir werden das Spiel mit vollem Elan angehen", gab sich Thömmes kämpferisch. Verzichten muss er zusätzlich auf Robin Garnier (sah gegen Saarbrücken eine fragliche rote Karte) und Sebastian Szimayer (5. gelbe Karte).

Statistik: 1.FC Saarbrücken: Saalfeld - Müller, Chrappan, Rau, Wenninger - Mendy, Zeitz (61. Studtrucker), Doeringer (89. Hahn), Holz - Behrens (86. Steiner), Schmidt Eintracht Trier: Keilmann - Riedel, Henneböle, Schneider (83. Boesen), Heinz - Telch - Garnier, Lienhard (86. Dartsch), Anton (73. Blum) - Alawie, Szimayer Tore: 0:1 (21.) Alawie, 1:1 (41.) Chrapan, 2:1 (78.) Studtucker, 3:1 (88.) Schmidt Zuschauer: 3200 in Völklingen Schiedsrichter: Gaetano Falcicchio

Extra

Begleitet wurde das Match zwischen dem 1. FC Saarbrücken und Eintracht Trier von Randalen. Mehrere Personen sind dabei nach Angaben der Polizei (leicht) verletzt worden. Darunter waren Zuschauer, Stadionordner und Polizisten. Ein Ordner wurde so schwer verletzt, dass er stationär im Krankenhaus behandelt werden musste. Vor, während und nach dem Derby wurden Raketen und Knallkörper gezündet. Teilweise seien sie gezielt auf Polizisten und Ordner geworfen worden, heißt es im Polizeibericht. Während des Spiels drängten Zuschauer aus dem Saarbrücker Lager durch zuvor beschädigte Tore aufs Spielfeld und versuchten, den Platz zu stürmen. Der Schiedsrichter unterbrach die Begegnung daraufhin für 15 Minuten. Die Polizei setzte nach eigenen Angaben mehrfach körperliche Gewalt und Pfefferspray gegen Störer ein. Außerdem wurden die Personalien von mehr als 300 Menschen aus beiden Fanlagern aufgenommen. Ermittlungen wurden eingeleitet, unter anderem wegen Körperverletzung und Landfriedensbruch.

 

UPDATE:

 

Stellungnahme der Eintracht zu den Vorkommnissen rund um das Südwest-Derby gegen den 1.FC Saarbrücken

Das Südwest-Derby zwischen dem 1.FC Saarbrücken und Eintracht Trier am vergangenen Samstag machte leider nicht nur sportliche Schlagzeilen, sondern wurde von Fehlverhalten beider Fanlager überschattet. Eintracht Trier zeigt sich erschrocken darüber, welche Aggressionsbereitschaft Teile der Anhängerschaften beider Vereine zeigten.

Schon vor Beginn des Spiels wurde im Trierer Fanblock mehrfach Pyrotechnik gezündet. Damit liegen klare Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz vor, die wir, der Verein SV Eintracht Trier 05, unter keinen Umständen tolerieren und auf das Schärfste verurteilen.

Nach dem Führungstreffer unserer Mannschaft kam es im Völklinger Hermann-Neuberger-Stadion zu weiteren unschönen Szenen. Etwa in der 21. Spielminute stürmten mehrere Heimfans in den Innenraum. Hierbei wurden zwei Innenraum-Fluchttore geöffnet. Anschließend liefen die FCS-Anhänger in Richtung des Trierer Fanblocks und provozierten die Anhänger dort. Diese Provokation wiederum rief Aggressionen bei den mitgereisten Trierer Fans hervor. Laut den uns bislang vorliegenden Informationen befanden sich allerdings keine Trierer Fans im Stadion-Innenraum. Die Ordner und die Polizei sicherten die Tore zum Innenraum ab, nachdem diese von Trierer Anhängern aufgebrochen wurden. Zudem suchte das Trainergespann Rudi Thömmes und Michael Weirich den Dialog mit den Fans und wirkte somit deeskalierend.

Nach Abpfiff gab es im Trierer Block Provokationen. Daraufhin stürmte die Polizei den Block. Zu den Vorkommnissen nach Spielende kann der Verein zum jetzigen Zeitpunkt noch keine konkreten Angaben machen. Hierzu werden aktuell noch Informationen von allen Seiten eingeholt, also von Fans und der Polizei, um die Situation genauer analysieren und auswerten zu können.  

Wie schon bei vorherigen Zwischenfällen wird die Eintracht alles dafür tun, Störer und Straftäter zu identifizieren und mit der Polizei entsprechend zusammenzuarbeiten, um diese zu überführen. Dies geschah bereits nach den Vorfällen beim Heimspiel gegen den KSV Hessen Kassel in der vergangene Saison. Nach diesen Vorfällen wurden insgesamt drei Stadionverbote ausgesprochen. Sollten Täter identifiziert werden können, wird der Verein diese haftbar machen und in Regress nehmen. Dies ist aufgrund einer Klarstellung des BGH nun möglich.

Abschließend möchten wir nochmals betonen, dass wir jegliche Form von Gewalt oder Gesetzesverstößen nicht tolerieren und auf das Schärfste verurteilen. Wir bedauern, dass eine Minderheit das positive Image des Vereins in Misskredit gebracht hat. Der Verein wird alles daran setzen, die schuldigen Personen ausfindig zu machen und mit allen rechtlich zur Verfügung stehenden Mitteln zur Verantwortung zu ziehen. Eintracht Trier wird hart durchgreifen und dafür sorgen, dass diese Minderheiten in Zukunft nicht mehr die Veranstaltungen stören können. Dies ist nicht das Bild, das Eintracht Trier auszeichnet und mit dem der Verein in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden möchte.

 

 

 

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