Es war einmal... der Trierer Augenscheiner

Stadt Trier. Zwischen Pallien und Biewer liegt unter den markanten roten Sandsteinfelsen ein einzigartiger Weinberg mit Tradition: der Trierer Augenscheiner.

Als einzige Weinbergslage an der Mosel auf Buntsandstein verleiht er seinem Riesling eine ganz besondere fruchtige Note – das wusste man schon in früheren Jahrhunderten zu schätzen. So soll Markgraf Alfred von Brandenburg 1552 nach einem Becher Augenscheiner von weiteren Plünderungen in Trier  abgesehen haben.

Vom Ritter-Weinberg zum Kloster-Wingert

Die Weinlage gehörte bis 1371 Ida de Ponte, einer Nachfahrin der Ritter von der Brücke (de Ponte), die in den Resten der Barbarathermen hausten, berichtet Historiker Gottfried Kentenich. Dann ging er in den Besitz des großen Klosters St. Maria ad martyres über, das genau gegenüber auf der anderen Moselseite lag – einer Sage nach der erste Sitz der Trierer Bischöfe.

Den Besitz im Augenschein

Durch eine Pforte in der Klostermauer hatten die Klosterherrn ihren Besitz stets im Blick – daher der Name Augenscheiner. Es gab an dieser Stelle bis zum Bau der Kaiser-Wilhelm-Brücke auch eine viel genutzte Fähre über die Mosel. Nach der Aufhebung der Klöster durch Napoleon ging der Augenscheiner wie andere hervorragende Weinbergslagen in die Stiftung der Vereinigten Hospitien über, die ihn bis heute bewirtschaftet. Das Kloster St. Maria ad martyres und seine Kirche wurden nach 1805 abgerissen – bis auf einen Gebäudeteil, der zeitweise als Kommandeurswohnung diente. Das "Exzellenzhaus" ist bis heute Teil des Trierer Stadtbilds – als buntes Jugendzentrum "Exhaus".

CN

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