Pfiffige Trierer mit Technik gegen Corona

Stadt Trier. Das junge Trierer Startup »Unterpunkt9«hat mit der »Imnu«-App eine elektronische Corona-Besucherliste für unsere Region entwickelt, die sowohl Kontaktdaten als auch Testergebnisse auf einfachste Weise per QR-Code verwaltet. Die Stadt Trier ist als Partner mit im Boot und auch Gastronomen und Händler setzen auf das durchdachte System.

»Unser Traum ist, die Region zu digitalisieren, damit das Leben wieder fast normal laufen kann«, erklärt Geschäftsführer Christopher Manske. Er wünscht sich, dass sich möglichst viele Partner am »Imnu«-System beteiligen, damit auch Tagestourismus und kleinere Events in der Region wieder anlaufen können. Die Kommune Zeltingen-Rachtig und den Gewerbeverein Bernkastel-Kues hat er neben der Stadt Trier und der Trierer City-Initiative bereits überzeugt. Immer mehr Gastronomen und Händlern nutzen die App bereits.

»QR-Codes sind supercool!«


Christopher Manske, Lorenz Fischer und René Hermann, zwischen 24 und 29 Jahre alt und Gesellschafter des interdisziplinären Design/Informatik-Startups »Unterpunkt9«, haben die »Imnu« -App im Rahmen ihres Studiums an der Hochschule Trier entwickelt. Im Mittelpunkt steht die digitale Kontakterfassung auf Basis eines persönlichen QR-Codes. »Dafür geht man auf unsere Webseite und gibt einmalig seine Kontaktdaten ein. Aus diesem Datensatz wird ein QR-Code generiert, den nur das System einsehen kann«, erläutert Geschäftsführer Christopher Manske, »QR-Codes sind supercool!«


Die so digitalisierten Kontaktdaten kann man per Handy zum einen bei Corona-Schnelltests nutzen – in sechs Trierer Teststationen ist das »Imnu«-System schon im Einsatz, unter anderem im neuem Zentrum der Stadt in der Europahalle. Dort scant man seinen QR-Code an einem mit der »Imnu«-Software bestückten Tablet, kann direkt weiter zum Test gehen und anschließend die Station sofort wieder verlassen. Denn das Ergebnis erhält man per E-Mail. Sollte es positiv sein, folgt ein Anruf und eine Benachrichtigung des Gesundheitsamtes. Das Testergebnis wird außerdem in den vorhandenen Datensatz eingebunden.

»Das dauert zwei Sekunden«

Zum anderen kann der so aktualisierte QR-Code beim Besuch von Gastronomie und Einzelhandel zum Einsatz kommen. Auch dort entfällt die Erfassung in Papierform. Wer kein Smartphone besitzt, erhält übrigens einen Ausdruck in Form einer Visitenkarte. »Man hält nur noch den QR-Code am Tablet vor. Das System zeigt bei negativem Test ‚Grün‘ und das war‘s. Alle organisatorischen Schritte sind damit korrekt und schnell erledigt. Das dauert zwei Sekunden.« Gastronome oder Einzelhändler können sich so wieder um ihre eigentliche Arbeit kümmern, statt um Datenerfassung. »Die Betriebe sind sehr glücklich darüber«, berichtet Manske.


Die Idee kam den Gründern, die neben dem Studium in der Trierer Kletterhalle »Blocschokolade« und der Kneipe »Cubiculum« jobbten, als sie hautnah miterlebten, wie die Corona-Kontaktdaten-Zettelwirtschaft die Arbeit in der Gastronomie »unendlich verlangsamte«.  Im März 2020 fiel der Startschuss für die Entwicklung der App, seit August ist sie im Einsatz, wird aber kontinuierlich weiterentwickelt. Etwa in Bezug auf die Einbindung der Corona-Warnapp.

In Zukunft wieder Games

Als Partner ist das IT-Haus mit im Boot, das sich um die Hardware-Komponenten kümmert und die Software aufspielt. Die Kosten für ein Tablet inklusive Einrichtungsgebühr liegt bei 150 Euro – für Betriebe, die Überbrückungshilfe beantragt haben, werden sie laut City-Initiative sogar übernommen. Pro Check-in sind 5 Cent fällig. »Bei einer halben Million Check-ins pro Monat können wir dann kostendeckend arbeiten«, rechnet Manske vor und ergänzt, dass den Gründern die sozialen Aspekte wichtiger sind als ein möglicher Gewinn. Über Sponsoren, die dabei unterstützen könnten, die Infrastruktur weiter auszubauen, würde er sich freuen.


Ihre Zukunft sehen Manske, Fischer und Hermann aber in einem anderen Feld. Schließlich haben sie ihr Startup, das im »Hubertta«, dem ersten »Digital-Game-Hub« in Rheinland-Pfalz im Pfarrhaus am Paulusplatz angesiedelt ist (momentan aber im Homeoffice stattfindet), aus einem ganz bestimmten Grund gegründet. »Wir wollen wieder Videospiele entwickeln – sobald die Umstände es zulassen!«
www.imnuapp.com

 

 

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