Starker München rettet Tarforst Dreier gegen Betzdorf

Fußball-Rheinlandliga: FSv siegt, Morbach 1:1, Kyllburg 0:4

Tarforst. So richtig in Schwung kommt der FSV Trier-Tarforst in der Englischen Woche in der Fußball-Rheinlandliga: Dem 2:0 am Freitag ließ das von Christian Esch trainierte Team am Mittwoch einen 2:1-Erfolg über spielstarke Gäste von der SG 06 Betzdorf folgen. Damit sind die Höhenkicker vor dem Duell am Samstag, ab 14 Uhr, bei der SpVgg Wirges auf den sechsten Tabellenplatz geklettert.

 

Farbenfroh wurde es ganz am Ende der Partie  noch: Im Laufe der Nachspielzeit sah zunächst Lukas Becher die rote Karte, wenig später musste Sven Houck mit Gelb-Rot vom Feld, Torwart Philipp Klappert hatte aus Protest seine Handschuhe ausgezogen und sich an den Spielfeldrand gestellt – die Betzdorfer waren mit den Entscheidungen von Schiedsrichter Thomas Haus, der bei seiner Rheinlandliga-Premiere so einige Wackler drin hatte, alles andere als einverstanden und ihn allzu heftig kritisiert. In doppelter Überzahl schaukelten die Gastgeber die letzten Sekunden über die Zeit. Als der Unparteiische dann abpfiff, waren die Trierer sehr erleichtert. „Ein Unentschieden wäre wohl das gerechtere Ergebnis gewesen“, musste FSV-Trainer Christian Esch eingestehen. „Wir hätten hier gewinnen müssen“, meinte gar sein Gegenüber Marco Weller.

Betzdorf offensiv und selbstbewusst

Obwohl sein sowieso schon kleiner Kader durch das Fehlen von Thomas Bednorz (Gehirnerschütterung) noch einmal geschwächt war, agierte die SG im Gastspiel an der Mosel selbstbewusst und mit einem 3-5-2-System offensiv ausgerichtet. Florian Jäger (aus halblinker Position drüber, 3. Minute) und Maximilian Ramb (Tarforsts Torwart Johannes München hält im Nachfassen, 7.) verzeichneten denn auch die ersten Chancen für die kecken Gäste.  Der Keeper des FSV rückte nach einer kurzen Drangphase seiner Vorderleute zusehends in den Blickpunkt. Ganz stark parierte  München etwa den verdeckten Distanzschuss Jägers im Anschluss an eine Ecke (29.). Wenig später hätte Anil Berber ums Haar seinen siebten Saisontreffer markiert, schoss aber aus kurzer Distanz vorbei (30.). Dann ließ sich die Betzdorfer Defensive aber von André Thielen düpieren. Drei SG-Akteure narrte er, flankte nach innen, wo Benedikt Decker am leeren Tor vorbei köpfte (31.). Einen gescheiterten Ausflug von SG-Kapitän und Abwehrchef Moritz Brato bestrafte Trier-Tarforst wenig später eiskalt. Beim Pass in die Tiefe von Thielen wähnte SG-Trainer Weller den kurz darauf zum 1:0 vollendenden Lukas Herkenroth „klar im Abseits“ (32.).

Immer wieder München

Die Betzdorfer zeigten sich davon wenig beeindruckt, fanden aber sowohl in Person von Christoph Lichtenfeld (38.), wie auch beim Drehschuss von Lukas Becher (45.) ihren Meister in Schlussmann München. Machtlos war auch er in der 51. Minute. Eine sehenswerte Kombination über Houck,, Becher und Ramb verwertete der knallhart aus sechs Metern abzielende Jäger zum bis dahin hochverdienten Ausgleichstreffer. Die Freude unter dem Dutzend mitgereister SG-Anhänger währte  nur ganze sieben Minuten. Die Betzdorfer Abwehr bekam den Ball einfach nicht richtig aus der Gefahrenzone geklärt, Philipp Klappert parierte noch einmal prächtig, dann staubte Sven Haubrich zur erneuten Führung der Tarforster ab. „Danach war es schwer. Der FSV hat gut verteidigt. Wir haben lange Zeit die Lücke nicht gefunden“, meinte SG-Trainer Weller später in seiner Analyse. In den letzten Minuten kam sein Team dann aber doch noch zu einer Reihe gefährlicher Aktionen.  Bei der Zwingendsten war es wieder Torwart München, der famos rettete. Mit letzter Kraft bugsierte er den Berber-Kopfball noch über die Latte (82.).

Das sagen die beiden Trainer

"Der Tarforster Torwart und der Assistent, der vor dem 1:0 nicht auf Abseits entschied, haben uns hier etwas Zählbares gekostet", befand Weller. Seine Schützlinge lobte er für eine "insgesamt absolut gute Vorstellung". Auch FSV-Coach Esch hatte Schlussmann München bei seiner Analyse im Fokus: "Vor allem im ersten Durchgang konnten wir unsere Qualität gut ausspielen. Einzig in der Rückwärtsbewegung war noch eine Menge Luft nach oben. Zudem haben wir eindeutig zu viele Chancen zugelassen, die unser Torwart aber bestens vereiteln konnte."

Rheinlandliga im Überblick

Der SV Morbach kam im Heimspiel gegen die SG Andernach 99 zu einem 1:1, klar mit 0:4 unterlag die SG Kyllburg/Badem/Gindorf bei den Sportfreunde Eisbachtal. Beide heimischen Vertreter treffen nun am Samstag, 17 Uhr, in Badem aufeinander.

Statistik FSV Tarforst gegen SG 06 Betzdorf:

Aufstellung FSV Trier-Tarforst: München – Grundmann (68. Gorges), Hassani, Galle, Thömmes – Decker (84. Hermes), Haubrich, Oberhausen (73. Mühlen), Stüber, Thielen – Herkenroth.

Aufstellung SG 06 Betzdorf: Klappert – Lichtenfeld, Brato, Sahin – Abdellaoui (66. Himaj), Houck, Becher, Bayram, Jäger – Berber, Ramb.

Schiedsrichter: Thomas Haus (Wilsecker)

Zuschauer: 100

Tore: 1:0 Herkenroth (32.), 1:1 Jäger (51.), 2:1 Haubrich (58.)

Besondere Vorkommnisse: Rot für Becher (Schiedsrichterbeleidigung), gelb-Rot für Houck (Reklamieren) -beide SG 06 Betzdorf ( 90.+2)

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