Tarforst siegt, Freude aber sehr gedämpft

Rheinlandligist setzt sich mit 5:2 gegen Mendig durch

Tarforst. Die Serie hat gehalten, der FSV Trier-Tarforst eilt in der Fußball-Rheinlandliga weiter von Erfolg zu Erfolg: Am Samstag gab es ein 5:2 gegen die SG Mendig/Bell. Trotzdem wollte nach dem Spiel keine richtige Freude im Lager der Mannschaft von Trainer Patrick Zöllner aufkommen.

Ein Stellungsfehler von Felix Velbinger leitete bereits in der dritten Minute das 1:0 für  Trier-Tarforst ein, das mit der Empfehlung von zehn niederlagenlosen und sechs Siegen in Folge voller Selbstvertrauen in die Partie gegangen war. Marc Picko ließ sich nach dem Fauxpas der Gäste nicht zwei Mal bitten, lief von halblinker Position auf Jan Heinemann zu und ließ dem SG-Schlussmann keine Chance. Mit den agilen Tarforstern, die aggressiv störten und bei Ballbesitz immer wieder blitzschnell umschalteten, hatte Mendig/Bell große Probleme. In der zehnten Minute schon das 2:0: Ein Freistoß von Picko landete am Innenpfosten, Bernhard Heitkötter staubte zum ab. Die SG geschockt, Tarforst wie im Rausch: Einen Pass von Benedikt Decker auf Nicola Rigoni unterschätzte Innenverteidiger Florian Schlich – 3:0 in der elften Minute!

Tarforst wie im Rausch

Bis Niklas Heinemann Mitte der ersten Hälfte die erste halbwegs gelungene Offensivaktion aus Sicht der Gäste herausgespielt hatte, musste es eigentlich noch höher stehen. Mal scheiterten André Thielen und Lukas Herkenroth mit ihren Schüssen knapp, mal rettete Jan Heinemann gegen Rigoni. Nach einer halben Stunde musste der Mendiger Keeper jedoch zum vierten Male hinter sich greifen; Decker überwand ihn mit einem sehenswerten Heber. „Das Spiel war da gelaufen. Wir hatten einfach zu viele Aussetzer drin. Mit unserer Umstellung auf ein 4-4-2-System konnten wir das Ergebnis in der zweiten Hälfte immerhin einigermaßen erträglich gestalten“, sagte Coach Göktepeli in seiner Analyse.

Mendiger Ergebniskosmetik

Zu den beiden Treffern kam seine Elf aber erst nach einem äußerst bitteren Moment für die Tarforster und besonders für Marc Picko. Ohne Fremdeinwirkung hatte sich der Offensivmann in der 63. Minute an der Mendiger Strafraumgrenze das rechte Knie verdreht, lag dann schreiend am Boden. Schiedsrichter Philipp Michels unterbrach das Spiel für knapp neun Minuten. Wenig später wurde Picko in ein Krankenhaus eingeliefert. Erste Diagnose: Fraktur an der Kniescheibe! Der Elan und die Stimmung beim FSV waren danach weitestgehend weg. Mit Milan Rawert (74.) und Daniel Garza (88.) nutzten dies gleich zwei eingewechselte Akteure aus. Dazwischen lag der fünfte Treffer der von Patrick Zöllner trainierten Hausherren; Decker war aus spitzem Winkel erfolgreich (85.). Unrühmlicher Höhepunkt aus SG-Sicht in Durchgang zwei war die rote Karte gegen Alexej Eberhardt nach einer Verbalattacke gegen Schiedsrichter Michels (78.). FSV-Trainer Zöllner bilanzierte wie folgt: "Die Mendiger haben taktisch unklug ihre Systemumstellung im Vorfeld geäußert. Dies haben wir ausgenutzt und am Ende auch gnadenlos umgesetzt. Die Freude über den finalen Jahressieg ist natürlich riesengroß, wurde aber dennoch wegen der Verletzung von Marc Picko stark getrübt."

Statistik:

Aufstellung FSV TR-Tarforst: München – Gorges, Lay, Hassani – Decker, Meis, Heitkötter, Thielen (46. Johann), Picko (64. Schirra)– Rigoni (77. Schumacher), Herkenroth.

Aufstellung SG Eintracht Mendig/Bell: Jan Heinemann –Ibragimov (73. Court), Velbinger, Schlich, Eberhardt, Iino (23. Garza) – Nürnberg (72. Rawert), Simon, Bauer, Niklas Heinemann, Rausch.

Schiedsrichter: Philipp Michels (Lissendorf)

Zuschauer: 135

Tore: 1:0 Picko (3.), 2:0 Heitkötter (10.), 3:0 Rigoni (11.), 4:0, 5:1 Decker (30., 85.), 4:1 Rawert (74.), 5:2 Garza (88.)

Besondere Vorkommnisse: Neunminütige Unterbrechung wegen der potenziell schweren Verletzung von Tarforsts Marc Picko (63.), rote Karte wegen Schiedsrichterbeleidigung gegen Alexej Eberhardt (78.)

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