Johannes Mager

Auch in der Krise wird die Kunst benötigt

In der Kreissparkasse Vulkaneifel wird bis zum 19. Mai die 32. Jahresausstellung des Kulturkreises Daun gezeigt.

Bilder
So unterschiedlich die Künstlerinnen und Künstler sind, so verschieden sind auch ihre Werke, die die Jahresausstellung in der Kreissparkasse zeigt.

So unterschiedlich die Künstlerinnen und Künstler sind, so verschieden sind auch ihre Werke, die die Jahresausstellung in der Kreissparkasse zeigt.

Foto: Mager

Daun. Kunst muss auf jeden einzelnen, auf den Betrachter, Zuhörer wirken. Ebenso wichtig ist jedoch der Austausch über das Gesehene. Das war nun wieder möglich bei der Eröffnung der 32. Jahresausstellung des Kulturkreises Daun bei der Kreissparkasse Vulkaneifel in Daun. Und das wird es noch zwei Wochen bleiben, denn die Kunstwerke sind noch bis zum 19. Mai zu sehen. Zur Eröffnung hatten sich – wie vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie – Künstlerinnen, Künstler und Kulturinteressierte getroffen, um die 49 gezeigten Werke von 27 Künstlerinnen und Künstlern zu sehen. Und doch war es keine Ausstellung wie »vor Corona«. Das erläuterte Siegfried Czernohorsky, Vorsitzender des Kulturkreises, in seiner Ansprache mit Blick auf den Krieg in der Ukraine: »Es wird keine normale Ausstellung sein können.« Gleichzeitig warnte er davor, dass Kunstwerke nicht zu Propagandazwecken missbraucht werden dürften. Der KSK-Vorstandsvorsitzender Dietmar Pitzen fragte: »Kunst und Kultur genießen trotz eines Krieges: Passt das?« Kunst könne die Welt nicht retten, aber dabei helfen, innezuhalten und Hoffnung zu schöpfen.

Auch Werke der breit gefächerten Ausstellung nahmen Bezug zur aktuellen Situation. Zwei Werke von Robert Hötzel aus Üxheim zeigten von Splittsteinen eingeschlossene Patronenhülsen, wirre Tonbänder und teils Stacheldraht in einem Bilderrahmen. Auf den Kassettenbändern war Musik der russischen Rocksängerin Zemfira und der ukrainischen Sängerin Jamala, die 2016 mit dem politischen Song »1944« des »Eurovision Song Contest« gewann, aufgenommen. Die Ausstellung zeigt eine beeindruckende Bandbreite. Besonders ins Auge fällt zum Beispiel – nicht nur wegen seiner Größe – der Holzschnitt »Maarufer im Herbst« von Anna Eiber aus Schalkenmehren, der das Maar in seiner Struktur und zurückgenommenen Kolorierung völlig anders wirken lässt als oft gesehen. Nicht auf den ersten Blick erschließt sich die Faszination des Ölgemäldes »Nachmittag« von Jonas Hammen aus Trierweiler, das schlicht eine Seniorin im Profil am Tisch zeigt, erschließt sich nicht auf den ersten Blick. »Damit ist ihm etwas Besonderes gelungen«, erläuterte Czernohorsky: »Denn viele Besucher haben heute gesagt: ‚Die habe ich schon mal irgendwo gesehen‘.«