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Ein »Tatort« mit Kultcharakter

Matthias Brandt und die »Spuren des Bösen« werden bei »Tatort Eifel« in diesem Jahr mit dem Krimipreis »Roland« ausgezeichnet. Das und noch viel mehr wurde nun in Mainz verraten.
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Der Besprechungsraum am Lagezentrum des Polizeipräsidiums ist voll besetzt. Die Ministerpräsidentin Malu Dreyer starrt wie gebannt auf die Leinwand. Blutrot färbt sich der nächtliche Wald, blutrot glüht das Maarwasser, ein Mann flieht in Panik... vergeblich? Dann taucht Udo Wachtveitl alias Kommissar Leitmayr auf und sagt, dass er das alles wunderbar findet. Weil es in der Vulkaneifel immer auch um die Hintergründe des Bösen gehe, nicht nur um Selfies mit Promis.
Soweit der Trailer für das Krimifestival »Tatort Eifel«, das alle zwei Jahre im Landkreis dafür sorgt, dass die sonst liebliche Landschaft zum Tummelplatz für Autoren, Schauspieler, Regisseure, Producer oder Drehbuchschreiber wird - kurzum für alle, die mit fiktiven Leichen das geneigte Fernseh- und Kinopublikum unterhalten. In diesem Jahr ist es wieder soweit, zum neunten Mal.
Von Routine im Sinne von Langeweile ist dennoch keine Spur, umso mehr von Vorfreude bei denen, die das Programm vorstellen. Sie machen macht Lust auf den »Doppelroland«: Der nach dem legendären Autor und Regisseur Jürgen Roland benannte Preis geht an die Koproduktion »Spuren des Bösen« von ZDF und ORF sowie an Matthias Brandt, der die anspruchsvolle Rolle des sensiblen Kommissars Hanns von Meuffels erfüllt: »Das ist ein Mann, der Haltung bewahrt und Haltung einnimmt.«

Premieren und Debüts

Klar, dass der Sohn von Willy Brandt und wandlungsfähige Schauspieler im September auch nach Daun kommt. Er ist nicht der einzige promimente Gast. Schon fast zum Inventar zählt Dietmar Bär, Jurymitglied und längst mit den Eifeler Akteuren wie Festivalleiter Heinz-Peter Hoffmann oder Ralf Kramp per Du. Auch Gudrun Landgrebe wird anreisen und das Festival mit der musikalisch-literarischen Krimi-Revue »Arte Criminale« eröffnen. Dominique Horwitz, Schauspieler, Regisseur und Sänger in Personalunion, präsentiert dem Publikum in der Vulkaneifel sein viertes Talent in Form des Romandebüts »Tod in Weimar«. Schimanski ist posthum bei einer Talkrunde seiner Mitstreiter wie etwa Chiem van Houweninge oder Nina Petri anwesend. Fritz Wepper und Hannelore Hoger zieht es nach Daun, Letztere zusammen mit der Gustav Peter Wöhler Band. Es gibt improvisiertes Kabarett mit Jochen Malmsheimer, eine Wohnzimmerlesung mit Erfolgsautorin Melanie Raabe, die Premiere des Schwarzwald-«Tatorts«... und unendlich viel mehr.
Zum Beispiel auch das ambitionierte Fachprogramm für die gesamte Krimi-Unterhaltungsbranche, das in diesem Jahr den Trend zur Serie als Schwerpunkt hat. »Die Vulkaneifel bietet auch eine einzigartig inspirierende Arbeitsatmosphäre«, schwärmt Fachprogramm-Leiterin Julia Röskau von »Tatort Eifel«, »da findet konzentriertes Networking statt. Es werden neue Perspektiven für das Genre und auch für die Region entwickelt.«

Stolze Leistung

Landrat Heinz-Peter Thiel betont, dass »Tatort Eifel« bei allem »Charme der Beschaulichkeit« auch ein handfester Faktor für die Vulkaneifel ist in punkto Image und Tourismus. »Allein die online-Ticketbuchungen zeigen, dass das Festival weit überregional wirkt. Die mediale Aufmerksamkeit für die Eifel wäre anders gar nicht bezahlbar.« Nicht zu vergessen: Letztlich stemmt nur eine Handvoll Akteure die konkrete Arbeit für das mit einem 300.000-Euro-Budget ausgestattete Festival. »Auf so viel Effektivität kann man stolz sein.« Das vollständige Programm, Tickets und den aktuellen Trailer gibt's hier: www.tatort-eifel.de. Termine: 15.9., Forum Daun: Arte Criminale; 17.9., Kinopalast Vulkaneifel: Tod in Weimar; 18.9., Kinopalast Vulkaneifel, Schimanski-Hommage; 19.9., Eifel Filmbühne Hillesheim, Kabarett trifft Krimi; u. a. m.