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Bernkastel-Kues: Taxiunternehmen in der Corona-Krise

Taxiunternehmen leiden stark unter den Corona-Maßnahmen. Manuel Priwitzer aus Bernkastel-Kues geht deshalb neue Wege, um sein Unternehmen weiterzubetreiben.
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Foto: WSTTV

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Die Corona-Lage für Manuel Priwitzer und sein Taxiunternehmen in Bernkastel-Kues ist ernst. Das Unternehmen hat sich dazu entschlossen Kurzarbeit zu betreiben, was es seit Gründung noch nie gegeben hatte. "Wir haben am Tag nicht mal mehr 10 Anrufe, was wir vor der Corona-Krise innerhalb von 20 Minuten hatten, deswegen mussten wir den starken Schritt zu Kurzarbeit gehen, was mir sehr wehtut", so der Geschäftsführer.

Die Fahrgäste und Fahrer schützen

Das Unternehmen Priwitzer ist nun auf staatliche Zuschüsse angewiesen. "In Rheinland-Pfalz werden die Zuschüsse nicht aufgestockt wie in anderen Bundesländer. Dem Unternehmen stehen auch keine Soforthilfe zu, nur Kredite die er bei der Bank beantragen könnte", sagt Manuel Priwitzer. Er und sein Team legen wegen der Corona-Krise sehr viel Wert auf Maßnahmen um die Fahrgäste sowie den Taxifahrer zu schützen. Daher hat sich der Unternehmer entschlossen, seine Gäste nur noch hinten einsteigen zu lassen. "Wir haben in allen Fahrzeugen einen Spuckschutz zwischen dem vorderen und hinteren Bereich eingerichtet", so der Inhaber. Auch wurden alle Beschäftigten mit Desinfektionsmitteln ausgestattet. "Unsere Fahrzeuge werden jeden Abend von einen geschulten Mitarbeiter gereinigt und desinfiziert. Wir haben in den vergangenen Tagen nur positive Rückmeldung bekommen, die Fahrgäste und Fahrer fühlen sich sicherer" sagt Priwitzer. Das Unternehmen bietet weiterhin Krankenfahrten an. Auch hier bemerkt das Unternehmen einen starken Rückgang. "Nicht dringende Operationen werden und wurden verschoben, des Weiteren entscheiden sich immer mehr Gäste dazu, lieber mit dem Privat-Pkw zur Klinik zu fahren, sagt er. Seit einigen Tagen bietet das Unternehmen auch Hilfe für Risikogruppe an. "Wenn sie uns kontaktieren nehmen wir den Einkaufszettel auf und schicken die Fahrer in die Läden, wo sie die gewünschte Ware einkaufen. Die Fahrer stellen diese vor der Haustür ab und kassieren nur die Rechnung der Lebensmittelläden. Wir wollen damit ein System anbieten, damit sich die Risikogruppen nicht anstecken", so Priwitzer weiter.

Kein Dauerzustand

Aufgrund der Lage schreibt Priwitzer die Dienstpläne nur für eine Woche vor. "Für uns ist es kein Dauerzustand unsere Mitarbeiter so zu beschäftigen. Wir wollen weiterhin erfolgreich unseren Fahrtservice fortführen und die Mitarbeiter glücklich stellen. Wir hoffen auf den 19. April, damit wir unseren Betrieb wieder normal fortführen können, sonst sehe ich schwarz", sagte er. "Ich werde alles dafür tun, mein Unternehmen  - das seit 40 Jahren besteht -  aufrecht zu erhalten und die Arbeitsplätze meiner Mitarbeiter zu sichern. Wenn ich sehe wie meine Angestellten und ihre Familie leiden, tut mir das sehr weh. Deshalb müssen wir zusammenhalten und kämpfen", so der 27-Jährige. (WSTTV/red)