Thomas Förster

Den Umgang mit der Krankheit erleichtern

Selbsthilfegruppe für Parkinson-Erkrankte und deren Angehörige
Viele Informationen rund um das Thema Parkinson-Erkrankung  gibt es bei den regelmäßig stattfindenden Treffen in der Selbsthilfegruppe für Betroffene und Angehörige im Caritasgebäude in Simmerath.  Zuletzt  informierte  Pflegeberater Dirk Blum von der  Städteregion Aachen über das Leistungsspektrum der Pflegeversicherung.

Viele Informationen rund um das Thema Parkinson-Erkrankung gibt es bei den regelmäßig stattfindenden Treffen in der Selbsthilfegruppe für Betroffene und Angehörige im Caritasgebäude in Simmerath. Zuletzt informierte Pflegeberater Dirk Blum von der Städteregion Aachen über das Leistungsspektrum der Pflegeversicherung.

Bild: Peter Stollenwerk

Simmerath (Pst). Im gemeinsamen Austausch von Betroffenen und Angehörigen liegt eine große Chance und ein praktischer Nutzen im alltäglichen Umgang mit der Krankheit. Das weiß Anja Pütz, die mit 44 Jahren bereits an »Parkinson« erkrankte. Vor anderthalb Jahre gründete die heutige 58-Jährigegemeinsam mit Friedhelm Tross die Selbsthilfegruppe »Jung & Parkinson – Selbsthilfe Simmerath« (JuP). Der Name des Vereins ist bewusst gewählt, denn Parkinson ist keine reine Alterserkrankung. Vorsitzender des Gesamtvereins ist Peter Offermann aus Eicherscheid, der auch regelmäßig zu Gast in der Simmerather Gruppe ist. Rund 400.000 Parkinson-Erkrankte gibt es aktuell bundesweit, und die Tendenz ist steigend.

»Es mangelt uns nicht an Themen«, sagt Anja Pütz, die aus eigener Erfahrung weiß, dass Parkinson sich in einer Vielzahl von Symptomen und Beschwerden zeigen kann und darauf verweist, »dass die Zahl der neurologisch Erkrankten in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat«. Froh ist die Gruppenleiterin, dass die die Caritas Eifel ihre Räume in Simmerath für die einmal monatlich stattfindenden Treffen der Gruppe zur Verfügung stellt. Der Gruppe gehören aktuell 19 Teilnehmer (darunter drei Angehörige) an.

Der Austausch über medizinische Fragen, persönliche Befindlichkeiten und Erfahrungen mit der Krankheit, Informationen über die medizinische Hilfsmittel bestimmen den stets regen Austausch der Gruppenmitglieder. Regelmäßig finden auch Vorträge zu konkreten Themen statt, von Unterstützung beim Pflegebedarf über Fragen des Schwerbehinderten-Rechts bis hin zu neuen Forschungsergebnisse bei der Zulassung von Medikamenten. Aber auch gemeinsame Freizeit-Aktivitäten, von Kegeln bis Minigolf, werden von der Gruppe organisiert.

»Wir können uns als Betroffene viele nützliche Tipps geben und uns gegenseitig Mut machen«, beschreibt Anja Pütz das zentrale Anliegen der Selbsthilfegruppe. Viele Alltagsprobleme kommen zur Sprache wie beispielsweise die Situation, dass man als Parkinson-Erkrankter an der Ladenkasse nicht schnell genug sein Kleingeld sortiert bekommt oder man plötzlich in einem Gebäude ohne Aufzug steht.

Parkinson umfasst weit mehr Varianten als die allgemein bekannte Schüttellähmung. Schlaf- und Bewegungsstörungen, Depressionen, Spielsucht, Esssucht oder Impuls-Kontrollstörungen gehören zum Spektrum dieser tückischen Erkrankung. Daher sehen die Betroffenen auch stets gespannt den neuesten Ergebnissen bei der Stammzellenforschung entgegen, in der Hoffnung, dass Parkinson vielleicht in Zukunft einmal vom Stigma der Unheilbarkeit befreit wird.

Regelmäßige Treffen

Die Gruppe »Jung & Parkinson – Selbsthilfe Simmerath« trifft sich sich an jedem ersten Mittwoch im Monat von 17.30 bis 19.30 Uhr in den Räumen der Caritas Eifel am Rathausplatz Simmerath. Nächster Termin ist der 7. Oktober. Betroffene und Angehörige sind hier jederzeit willkommen. Ansprechpartnerin ist Anja Pütz, die man per E-Mail an aachen@jung-und-parkinson.de kontaktieren kann. www.jung-und-parkinson.de/aachen