Thomas Förster

Holzbauweise steht bei Kitas hoch im Kurs

Kaum ist die »Vorzeige-Kita« in Mützenich an den Start gegangen, schon wird wieder der Spaten gesetzt, um die Betreuung der Jüngsten auf moderne Füße zu stellen: Am Rollesbroicher Friedhof entsteht bis zum nächsten Sommer ein gruppiger Kindergarten.

Rollesbroich (Fö). Ähnlich wie beim großen Vorbild am Rande des Hohen Venns wird auch das neue Bauwerk in Holzbauweise errichtet - Generalübernehmer ist die »nessler Gruppe«. »Wir bauen innovativ, nachhaltig und wissen, dass die Eifel ein gutes Pflaster ist«, freut sich Karl Arnolds, Vorsitzender der Geschäftsführung. Der geplante Neubau der Kindertagesstätte soll vor allem eines bieten: eine helle, freundliche und gut nutzbare Umgebung für Kinder und Mitarbeiter. Gleichzeitig soll sich das Gebäude harmonisch in das bestehende Umfeld rund um die Kirche St. Maria Empfängnis und den vorhandenen profinos-Kindergarten einfügen.

Vorgesehen ist ein zweigeschossiges Gebäude mit großzügigen Außenflächen. Ein überdachter Bereich rund um Teile des Hauses - auch hier darf man Mützenich als Vorbild betrachten - schafft Schutz bei Regen und Sonne und soll zugleich als zusätzlicher Aufenthalts- und Spielbereich dienen. Die Außenflächen sind überwiegend auf der Südseite geplant.

Im Inneren erhält jede der drei Kita-Gruppen einen eigenen Bereich mit Gruppenraum sowie angrenzenden Neben- und Sanitärräumen. Große Spielflure, ein offenes Treppenhaus und ein großzügiges Foyer sollen zusätzliche Möglichkeiten für Begegnung und gemeinsames Spielen schaffen. Durch gute Sichtverbindungen zwischen den Räumen bleibt dabei die Übersicht gewahrt.

»Ein begrüntes Dach, Photovoltaikanlage oder Regenwassernutzung sind nur Beispiele, dass wir auch nachhaltig unterwegs sind«, unterstreicht Städteregionsrat Dr. Tim Grüttemeier. Auch an spätere Veränderungen wurde gedacht. Räume sollen sich bei Bedarf vergleichsweise einfach an neue Anforderungen anpassen lassen.

Die Zufahrt erfolgt über den Bereich am Friedhofsparkplatz. Dort sind auch Stellplätze für die Kita vorgesehen. Zusätzlich sollen ein barrierefreier Parkplatz und Abstellmöglichkeiten für Fahrräder entstehen.

Anforderungen und Bedarf decken

Zwei eingruppige Kindergärten gibt es aktuell in Rollesbroich - einer wird von der Städteregion Aachen betrieben und steht im Verbund mit einer Lammersdorfer Einrichtung, ein weiterer steht in kirchlicher Trägerschaft. Doch das konnte schon länger nicht mehr den Bedarf der örtlichen Familien decken. Die Verwaltung hatte ermittelt, dass eine flexibel zu belegende zusätzliche Gruppe mit zehn Plätzen (ausschließlich für Kinder im Alter unter drei Jahren) und mit bis zu 20 Plätzen (für Kinder im Alter ab zwei Jahren bis zum Schuleintritt) benötigt werde, die bislang in Nachbarkitas vermittelt werden mussten oder auf einen Platz gewartet haben. Je nach Bedarf und flexibler Anpassung der Gruppenformen sind zwischen 50 und 75 Plätze in drei Gruppen möglich. Auch Bewegungs-, Schlaf-, Beratungs- sowie moderne Sozial- und Arbeitsräume für das Team, das um sechs Fach- und Ergänzungskräfte erweitert werden soll, sind geplant.

Über die Zukunft des profinos-Kindergartens stehe man in konstruktiven und vertrauensvollen Gesprächen - gemeinsames Ziel sei, die Trägervielfalt in der Gemeinde zu erhalten

Verkehrssituation bereitet Sorgen

Kritik gab es im Vorfeld der Maßnahme durch Anwohner und Eltern an der Verkehrs- und Parksituation im Kirchhofsweg - gerade jetzt, wo zwei Kitas aufeinandertreffen. Die Parksituation sei im Vorfeld neuer Kita-Projekte immer Thema, insbesondere in der morgendlichen Bringzeit. Sie könne sich aber je nach tatsächlicher zeitlicher Nutzung sehr differenziert darstellen, erklärt die Städteregion auf Nachfrage.

Die baurechtlich vorgeschriebenen Parkplätze werden auf dem der Kita vorgelagerten öffentlichen Parkplatz nachgewiesen, Durch künftig bis zu fünf verschiedene Buchungszeiten sollte sich die Abholsituation im (Nach-)Mittag stark entzerren: »Als Kita-Träger werden wir darauf achten, dass die nah am Gebäude gelegenen Parkplätze bis ca. 09:00 Uhr für Kurzzeitparker (Eltern) freigehalten werden.« Im öffentlichen Verkehrsraum ist die Gemeinde Simmerath zuständig, die mitgeteilt hat, die Situation nach Eröffnung der Kita zu überprüfen und bei Bedarf Maßnahmen der Straßenverkehrsbehörde beantragen könnte.