Thomas Förster

Die Jugend saniert alte Häuser

Monschau. Junge Freiwillige der Jugendbauhütte Rheinland und Architektur-Studenten der FH Aachen arbeiteten fleißig mit an Monschauer Denkmälern.
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Über 330 Denkmäler zählt die Stadt Monschau, die meisten davon in der Altstadt. Sie zu erhalten ist eine große Aufgabe, der sich seit geraumer Zeit auch die ISG Monschau verschrieben hat. Tatkräftige Unterstützung gibt es in diesen Tagen von der Jugendbauhütte Rheinland und Architektur-Studenten der FH Aachen.

Monschau (Fö). Trockenmauern sanieren, Schiefer schlagen und damit ein Dach decken, Anstricharbeiten im Kolpinghaus durchführen oder kleine Metalldächer für Kreuze an der katholischen Kirche schmieden: Die Aufgaben sind vielfältig, denen sich 27 junge Menschen in diesen Tagen in der Monschauer Altstadt widmen. In Kooperation mit der Stadt Monschau und der ISG Monschau – Zukunft mit Geschichte e.V. macht die »ijgd – Jugendbauhütte NRW – Rheinland« im idyllischen Fackwerkstädtchen Station. An unterschiedlichen historischen Orten und denkmalgeschützten Objekten im Einsatz zu sein und an ihrem Erhalt mitzuwirken ist die Aufgeb. Dabei werden Freiwlligen etwas über handwerkliche Arbeiten an Denkmälern erfahren und den Erhalt des historischen Baubestands unterstützen. Beginnend Anfang September können Jugendliche von 16 bis 26 Jahren ein ganzes Jahr lang in einer der bundesweit 16 Jugendbauhütten traditionelle Handwerkstechniken erlernen, sie am Original anwenden und das Besondere des Echten und Authentischen mit eigenen Händen spüren und erfahren. In Monschau reicht die Spanne beim ersten Fachseminar für die Freiwilligen von der alten Wasserpumpe am Holzmarkt über das künftige Viertelhaus bis hin zur Erhaltung der Natursteinmauern am Rahmenberg. Dort werden unter Anleitung von Mitarbeitern des Bauhofs der Stadt Monschau die für das Stadtbild prägenden Mauern gesichert und instand-gesetzt. »Ein bedeutendes Relikt der Tuchmachergeschichte, das als Bodendenkmal ausgewiesen ist«, weiß Bürgermeisterin Dr. Carmen Krämer.

Das Viertelhaus an der Kirchstraße wird von der ISG Monschau mit finanzieller Unterstützung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, dem Land NRW und der NRW Stiftung nach langem Leerstand und Verfall zum Treffpunkt für Anwohner sowie Musterhaus für denkmalgerechte Sanierung entwickelt. Die Freiwilligen werden in Kleingruppen vor Ort mit Lehm arbeiten und etwas über die traditionelle Dacheindeckung in Schiefer erfahren.

»Wir haben bereits nachhaltig gebaute Häuser - wir haben auch gute, versierte Handwerker. Aber wir brauchen sie auch in Zukunft«, wirbt ISG-Vorsitzender Wolfgang Kaever dafür, dass sich junge Menschen für Denkmalschutz und traditionelles Handwerk engagieren.

Rund 7.000 Jugendliche haben bislang ein Freiwilliges Soziales Jahr bzw. einen Bundesfreiwilligendienst in der Denkmalpflege in den Jugendbauhütten absolviert und dort ihre Begeisterung für unser kulturelles Erbe entdeckt. Manche Freiwillige haben hier nicht nur ihre Leidenschaft, sondern ihre Berufung gefunden: Denn oft entscheiden sich die Teilnehmenden später für einen Beruf in der Denkmalpflege oder in einem der traditionellen Handwerke. Insgesamt stellen die Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste (ijgd) gemeinsam mit ihrem Projektpartner, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), jedes Jahr deutschlandweit circa 400 Plätze zur Verfügung. Bewerbungen für den Zyklus 2024/25 können gerne unter www.ijgd.de/inland/fsj-denkmal eingereicht werden.

Auch Architektur-Studenten an der FH Aachen unterstützen die Instandsetzungsarbeiten des Viertelhauses und inspizierten den Rahmenberg. Zugleich kartierten sie die Besonderheiten der Monschauer Bauwerke, um die Bautradition wissenschaftlich besser beschreiben zu können.


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