

Trier/Roetgen. Was als gemeinsamer Weihnachtsurlaub begann, endete in einer Tragödie: Am 23. Dezember 2025 soll ein 19-jähriger Mann aus der Eifel in einer Ferienwohnung auf der kapverdischen Insel São Vicente seinen Vater, dessen Lebensgefährtin und deren Tochter mit einem Messer getötet haben. Die Staatsanwaltschaft Trier hat nun Anklage wegen Mordes und Totschlags gegen den Heranwachsenden erhoben.
Die Familie aus Roetgen war am 17. Dezember 2025 gemeinsam in den Urlaub gereist. In den frühen Morgenstunden des 23. Dezember kam es in der gemeinsam bewohnten Ferienwohnung zu dem tödlichen Geschehen. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft soll der Angeschuldigte zunächst die schlafende Tochter der Lebensgefährtin mit mehreren Messerstichen attackiert haben. Da sie sich in einem arglosen Zustand befunden habe und keine Möglichkeit zur Gegenwehr gehabt habe, wertet die Staatsanwaltschaft die Tat als Mord. Anschließend soll er auch seinen Vater und dessen Lebensgefährtin angegriffen haben. Alle drei Opfer starben an tödlichen Stichverletzungen im Halsbereich.
Noch während der Tat setzte die Lebensgefährtin über einen Messengerdienst einen Notruf an eine Verwandte in Deutschland ab – diese alarmierte umgehend die deutsche Polizei. Der Angeschuldigte verließ unterdessen die Wohnung, fuhr per Taxi zum Flughafen und flog noch am selben Tag nach Lissabon. Dort nahm ihn die portugiesische Polizei am 25. Dezember auf Grundlage eines Europäischen Haftbefehls fest. Am 14. Januar 2026 wurde er nach Deutschland ausgeliefert und sitzt seither in Untersuchungshaft. Zum Tatvorwurf hat er sich bislang nicht geäußert, das Motiv bleibt unklar. Da der Angeschuldigte zur Tatzeit noch Heranwachsender war, verhandelt die Jugendkammer des Landgerichts Trier den Fall. Ein Verhandlungstermin steht noch nicht fest. Es gilt die Unschuldsvermutung.



