Thomas Förster

E-Räder auf dem Vormasch - auch bei Unfällen

Kinder im Straßenverkehr, Senioren auf Pedelecs und junge Erwachsene auf dem E-Scooter: Das sind laut Verkehrsunfallstatistik 2025 der Polizei Aachen die großen Risikogruppen. Prävention und Repression sollen Unfälle vermeiden. »Denn sie passieren nicht einfach, sondern werden verursacht«, weiß der designierte Polizeipräsident Andreas Bollenbach.
Am Aachener Elisenbrunnen wurde die Verkehrsunfallstatistik 2025 vorgestellt. Zugleich nutzte die Polizei den Platz inmitten der Kaiserstadt, um mit einem Fahrradparcours und Infoständen Präventionsarbeit zu leisten. »Denn Unfälle passieren nicht, sie werden verursacht«, bittet Polizeipräsident Andreas Bollenbach um Achtsamkeit und den richtigen Umgang mit Fahrzeugen, hier gerade Pedelecs und E-Scooter.

Am Aachener Elisenbrunnen wurde die Verkehrsunfallstatistik 2025 vorgestellt. Zugleich nutzte die Polizei den Platz inmitten der Kaiserstadt, um mit einem Fahrradparcours und Infoständen Präventionsarbeit zu leisten. »Denn Unfälle passieren nicht, sie werden verursacht«, bittet Polizeipräsident Andreas Bollenbach um Achtsamkeit und den richtigen Umgang mit Fahrzeugen, hier gerade Pedelecs und E-Scooter.

Bild: Polizei Aachen

Region (Fö). Ein Unfalltoter und 137 Verletzte haben die Eifeler Straßen im vergangenen Jahr statistisch gesehen wieder unsicherer gemacht. Jedoch haben sich früherere Unfallschwerpunkte abgeschwächt. »Kradfahrer, die oft die Eifel bevölkerten, sind verstärkt in der ganzen Städteregion Aachen unterwegs«, weiß Martin Meurer, Leiter der Direktion Verkehr der Polizei Aachen. »Erfreulich« ist dabei, dass es immer weniger schwere Unfälle bei Motorradfahrern gibt. Bei den 33 VUP (Verkehrsunfälle mit Personenschaden) mit Motorradfahrenden in der Eifel sind insgesamt 11 Fahrer schwer verletzt worden. In 2024 waren es neun schwer verletzte Motorradfahrende bei 22 Unfällen. In der Städteregion insgesamt stieg die Zahl in Unfälle verwickelter Kradfahrer von 77 auf 99 - auch die Zahl der Kradfahrer als Hauptverursacher von 46 auf 65 Fälle.

138 Unfälle mit Verletzten in der Eifel

In der Gemeinde Roetgen wurde kein Kind verletzt und auch die Zahl verunglückter »schwacher« Verkehrsteilnehmer zu Fuß (2025: 1, 2024: 6), auf dem Rad (2025: 6, 2024: 9) sank.

Auch in der Gemeinde Simmerath kam kein Kind zu Schaden, dafür jedoch mehr junge Erwachsene (2025: 20, 2024: 13).

Auf Monschauer Stadtgebiet wurde ein Kind verletzt, nachdem 2024 zwei Kinder in einen Unfall im Straßenverkehr verwickelt waren. Der Anteil an Senioren über 65 Jahren an Unfällen nahm hingegen deutlich zu (2025: 17, 2024: 8) und auch die Zweiradunfälle stiegen von 19 auf 31.

E-Zweiräder sind der neue Schwerpunkt

19290 Unfälle und damit leicht mehr als 2024 (19266) ereigneten sich in der Städteregion Aachen. Dabei kam es 2119 Mal zu Personenschäden, 254 Mal wurden Menschen schwer verletzt.

Die Mobilität der Bürgern der StädteRegion befindet sich nach wie vor im Wandel. So nutzen immer mehr Senioren Pedelecs und erhalten bzw. erhöhen dadurch ihre Mobilität. »Gewicht und Geschwindigkeit werden jedoch oft unterschätzt, was zu Unfällen führt«, weiß Martin Meurer. Sie waren 272 Mal in einen Unfall verwickelt, ein besorgniserregendes Plus von 28 Prozent. Bei 142 der Fälle waren die älteren Menschen Hauptverursacher des Unfalls.

Bei jungen Menschen stehen vor allem Elektrokleinstfahrzeuge, sogenannte E-Scooter, hoch im Kurs. Dies zeigt sich insbesondere daran, dass die Zahl der durch kommerzielle Anbieter zur Verfügung gestellten Leihfahrzeuge ebenso zunimmt wie die Anzahl der privat beschafften Elektrokleinstfahrzeuge. Diese weisen besondere fahrphysikalische Eigenschaften auf, die sich auch auf das Unfallgeschehen auswirken. »Tuning, missbräuchliches Verhalten durch Drogen- oder Alkoholkonsum und Nutzung mit mehr als einer Person sind Hauptursachen der Unfälle mit E-Scootern«, erklärt Martin Meurer. Ein Zuwachs an Unfällen um 46 Prozent, bei jungen Erwachsenen gar um 51 Prozent sind das Ergebnis. Und in zwei Drittel der Fälle war der E-Scooter-Fahrer auch der Unfallverursacher. »Jeder zweite Unfall geschah durch Beteiligung eines Menschen unter 24 Jahren, acht Prozent wurden durch Kinder verursacht, die dieses Elektrokleinstfahrzeug gar nicht führen dürfen, da es erst ab 14 Jahren zugelassen ist«, mahnt Meurer.

Zweiradfahrer und zu Fußgänger stellen die Gruppe der am schlechtesten geschützten Verkehrsteilnehmer dar, wobei gerade Kinder aufgrund von Physis und kognitiver Entwicklung besonders gefährdet und schutzbedürftig sind. »Umso erfreulicher, dass die Schulwegunfälle von 17 auf sieben gesunken sind«, unterstreicht der Direktionsleiter Verkehr. Dennoch wurden 137 Kinder (+23) im letzten Jahr verletzt - 47 davon als Fußgänger, 67 mit dem Fahrrad.