Thomas Förster

Fachkräftemangel bleibt größte Herausforderung

Städteregion Aachen. Bedarfsplanung für die Kindertagesbetreuung 2026/2027: Rechtsanspruch wird erfüllt
Baulich hat die Städteregion Aachen wie hier in KOnzen eine Menge geschafft, doch der Personalmangel lähmt weiterhin die Kindertagesstätten in der Nrdeifel. 95 Prozent der Familien haben zwar ihren Betreuungsplatz bekommen, dennoch fehlen weiterhin Erzieher.

Baulich hat die Städteregion Aachen wie hier in KOnzen eine Menge geschafft, doch der Personalmangel lähmt weiterhin die Kindertagesstätten in der Nrdeifel. 95 Prozent der Familien haben zwar ihren Betreuungsplatz bekommen, dennoch fehlen weiterhin Erzieher.

Bild: Thomas Förster

Region (Fö/red). Im Jugendamtsbezirk der StädteRegion Aachen (Baesweiler, Monschau, Roetgen und Simmerath) stehen für das Kindergartenjahr 2026/2027 insgesamt 2.852 Betreuungsplätze in einer Kindertageseinrichtung oder in der Kindertagespflege zur Verfügung. »Im Schnitt liegt die Versorgung über der Nachfrage. Das bedeutet, dass wir ausreichend Betreuungsplätze bereitstellen können«, freut sich der Leiter des Amtes für Kinder, Jugend und Familie der StädteRegion Aachen, Sebastian Heyn. Rund 95 Prozent der Familien, die im Kindergartenjahr 2026/2027 einen Betreuungsplatz für ihr Kind benötigen, erhalten diesen sogar in ihrer Erst- oder Zweitwunscheinrichtung. Allen anderen werden Alternativangebote gemacht. Die Bedarfsplanung für die Kindertagesbetreuung ist jetzt einstimmig im Kinder- und Jugendhilfeausschuss der StädteRegion Aachen beschlossen worden.

Generell gibt es im Zuständigkeitsbereich der StädteRegion Aachen einen geringen Rückgang der Kinderzahlen. Festzustellen sind aber steigende Zahlen von Kindern mit Förderbedarf, was zur Reduzierung von Gruppenstärken führt. »Wir müssen davon ausgehen, dass die Kinder, die angemeldet werden, weiterhin immer jünger werden und immer größeren Förderbedarf haben werden«, so Sebastian Heyn. Die größte Herausforderung in der Bedarfsplanung bleibt aber der Fachkräftemangel. In der U3-Betreuung ist zuletzt die Kindertagespflege neu aufgestellt worden. Fünf neue Tagespflegepersonen konnten hier gewonnen werden. In Simmerath wurde viel Mühe in die Personalgewinnung und das Aufstocken von Plätzen gesetzt. »Bei der Ü3-Betreuung ist uns das schon gut gelungen«, so Heyn.

128 neue Plätze - Personal fehlt noch

Insgesamt könnten in den KiTas und Tagespflegestellen der StädteRegion Aachen 128 weitere Plätze an den Start gehen, sobald das nötige Fachpersonal zur Verfügung steht. »Wir planen derzeit wieder mit 30 Auszubildenden für das neue Kitajahr, sodass wir unserem Ziel - insgesamt 90 Kolleginnen und Kollegen auszubilden – näherkommen«, wirft Heyn einen optimistischen Blick in die Zukunft. Die StädteRegion Aachen bietet die Möglichkeit, verschiedene Ausbildungsberufe im pädagogischen Bereich zu erlernen. Darunter Erzieher, Heilerziehungspflegersowie Kinderpfleger in praxisintegrierter Ausbildung (piA) und im Anerkennungsjahr/Berufspraktikum.

Roetgener Kitas als Ausweichstelle

Eine besonders hohe Nachfrage nach Kinderbetreuung gibt es aktuell in der Gemeinde Roetgen. Hier wird das Angebot momentan vermehrt von Pendlern wahrgenommen, die in der Eifel wohnen und in Aachen arbeiten. »Wer in Monschau oder Simmerath keinen Platz bekommen hat, weicht auf Roetgen aus. Hier kommt man auf dem Weg zur Arbeit oder von der Arbeit nach Hause, eh vorbei«, erklärt Sebastian Heyn.

Unterdessen geht der Ausbau der KiTa-Plätze in Trägerschaft der StädteRegion Aachen weiter. So soll die neue KiTa in Mützenich mit fünf Gruppen voraussichtlich nach Ostern bezogen werden. In Rollesbroich wird die dreigruppige KiTa der StädteRegion im Laufe des nächsten Jahres fertiggestellt. Außerdem hat die StädteRegion Aachen das Grundstück für die KiTa im Neubaugebiet »Meisenbruch« in Simmerath Ende 2025 erworben. Vorgesehen ist hier eine fünfgruppige Kindertageseinrichtung mit 90 Plätzen ab einem Jahr. Weiteren Ausbaubedarf gibt es in den neuen Baugebieten der Kommunen und als Ersatz für vorhandene KiTas. Dazu zählt das Neubaugebiet in Lammersdorf (»Hasselfuhr«). Außerdem ist eine zusätzliche Gruppe in der KiTa in Rohren geplant, wo die bisher durch die Feuerwehr genutzten Räume nach Fertigstellung des Gerätehauses übernommen werden könnten.

Die weitaus meisten Eltern sind über die Platzvergabe für das Kitajahr 2026/2027 informiert worden oder erhalten in Einzelfällen noch eine Rückmeldung. Mit den betroffenen Familien steht die Verwaltung der StädteRegion in persönlichem Kontakt. Ziel ist, allen Familien bis Ende März ein Angebot zu machen.