Thomas Förster

Ein Engagement, das Spuren hinterlässt

»Den Mann kenne ich doch, der sammelt doch schon so lange Geld für uns!« Eine spontane, eher unscheinbare Begegnung, die zeigt, welche Spuren Reiner Jakobs auf der Kinderonkologie des Aachener Klinikums hinterlassen hat. Auch wenn Hut und Bart abgelegt, die Gitarre beiseite geräumt und die Krippe nicht mehr aufgebaut wird, sammelt der »Singende Hirte« immer noch für krebskranke Kinder.

Sitzen oder besser stehen alle in einem Boot (v.l.): Irmgard Jakobs und ihr Mann, der »singende Hirte« Reiner Jakobs, Helmut Lanio (Hilfsgruppe Eifel), Prof. Dr. Udo Kontny, Margareta Ritter (Hilfsgruppe) sowie Susanne Göschel vom Förderkreis »Hilfe für krebskranke Kinder«, die fast 62.000 Euro zur Unterstützung der Kinderonkologie im Aachener Klinikum entgegennehmen durfte.

Sitzen oder besser stehen alle in einem Boot (v.l.): Irmgard Jakobs und ihr Mann, der »singende Hirte« Reiner Jakobs, Helmut Lanio (Hilfsgruppe Eifel), Prof. Dr. Udo Kontny, Margareta Ritter (Hilfsgruppe) sowie Susanne Göschel vom Förderkreis »Hilfe für krebskranke Kinder«, die fast 62.000 Euro zur Unterstützung der Kinderonkologie im Aachener Klinikum entgegennehmen durfte.

Bild: Foto: T. Förster

Aachen/Höfen (Fö). »Ich bin so froh, dass über mein Netzwerk, dass ich in all den Jahren aufbauen konnte, immer noch so viel Geld zusammen kommt. Und gerade die Hilfsgruppe Eifel ist nun eine mehr als ergänzende Stütze, dass ich 61.800 Euro übergeben darf.« Reiner Jakobs ist kein Mann der großen Worte und doch voller Dankbarkeit für das, was er mit seinem jahrzehntelangen Engagement erreichen konnte. Er steht im Schatten der Bäume auf der Dachterrasse, wo die jungen Patienten Luft schnappen, abschalten, kurz toben, die Sonne genießen können. Am Rande sitzt ein Heranwachsender, der die Gruppe beobachtet und den »singenden Hirten« herausfiltert, der so viel Gutes bewirkt hat, was das staatliche Gesundheitssystem nicht leisten kann.

Bei all der Professionalität und Ernsthaftigkeit ist der Empfang herzlich, der ihm auf Etage 7 des Aachener Klinikums von Prof. Dr. Udo Kontny, Leiter der Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie, und Susanne Göschel vom Förderkreis »Hilfe für krebskranke Kinder e.V. Aachen« bereitet wird. Reiner Jakobs hatte zur Spendenübergabe an den Ort geladen, wo seit mehr als 25 Jahren unzählige Spendengelder durch sein Engagement angekommen sind und Gutes bewirken. Dank seines großen Netzwerks, seines einzigartigen Engagements und der Gewissheit, dass der »singende Hirte« auch ohne Krippe und Gesang sich weiter unermüdlich einsetzt, konnte er den Förderkreis unterstützen. An seiner Seite weiß er nicht nur seine Familie und die zahlreichen Helfer, sondern seit einigen Jahren auch die Hilfsgruppe Eifel, die junge Patienten nicht nur in den Unikliniken von Bonn und Köln, sondern auch in Aachen unterstützt und sich hier an die Seite des »Singenden Hirten« gestellt hat. Der Förderverein »Hilfe für krebskranke Kinder e.V.« ist gleichsam für seine zahlreichen Typisierungsaktionen und seine kulturellen Veranstaltungen wie die Oldienacht in Kall bekannt, mit der sie ihr vielfältiges Engagement finanziert. »Kaum ein Geburtstag, eine Beerdigung oder Firmenjubiläum, bei dem wir nicht bedacht werden«, freut sich Hilfsgruppen-Vorstand Helmut Lanio über die breite Unterstützung der Bevölkerung. Dabei sei jede noch so kleine Zuwendung ebenso herzlich entgegengenommen wie Großspenden von Sponsoren - eine Gemeinsamkeit, die Hilfsgruppe und Singenden Hirten verbindet. Mit 25.000 Euro wird die Kinderonkologie in Aachen unterstützt. »Und auch im nächsten Jahr können Sie sich unserer Mithilfe sicher sein«, erklärt Lanio.

Während Göschel von einer neuen Wohnung für Eltern, die ihre Kinder durch die schweren Zeiten begleiten, berichtet, vom therapeutischen Reiten während der Reha oder einem Sozialtherapeuten, den man für die Nachsorge der jungen Patienten finanziert, sorgt sich der Onkologe um die steigende Zahl an Leukämie-Erkrankungen auf seiner Station »Das kommt immer schubweise und keiner kann sich erklären warum«, bedauert Prof. Kontny. Er unterstreicht die hohen Überlebenschancen seiner Patienten, relativiert aber wie lang und entbehrungsreich die Behandlungen oftmals sind. Um Leichtigkeit ist Susanne Göschel bemüht, die Gesprächskreise für betroffene Eltern anbietet und jede Woche die Station besucht, um Abwechslung und Freude mit Spielen oder Süßigkeiten in den Klinikalltag zu bringen.