

Simmerath (Fö). »Wir haben um unser Überleben gekämpft und betreiben jetzt einen gewissen Wiederaufbau«, atmet Ulrich Mies auf. Er ist Geschäftsführer der Modellfluggruppe »Kranich«, die seit ihrer Gründung 1970 einen dritten Neuanfang wagt. »Das Gelände im Harresfeld ist weitläufig, bietet genügend Abstand zur Wohnbebauung und ist für uns direkt an der Rollesbroicher Straße sehr gut erreichbar«, freut sich Mies mit seinen Vorstands- und Vereinskollegen über den Zuschlag. Auch wenn die Änderung des Flächennutzungsplans ein tiefes Loch in der Vereinskasse hinterlassen hat, so hat man doch das Gelände herrichten können und schon bald soll eine kleine Schutzhütte als Unterstand und Lager an der Rollesbroicher Straße errichtet werden.
Mindestens genauso wichtig wie der Bezug des neuen Vereinsgeländes ist die Mitgliedergewinnung. So lange es die Modellfluggruppe Kranich gibt war es ein vorrangiges Ziel, Jugendliche an dieses schöne und lehrreiche Hobby heranzuführen. »Die allgemeinen Entwicklungen, aber natürlich auch die Unsicherheit, wie es bei uns weitergeht, hat unsere Aktivenzahl ausdünnen lassen. Dabei ist es ein Hobby, das man als Kind wie im hohen Alter gleichermaßen ausüben kann«, Dr. Burkhard Wilden, der den fleigenden Kranichen vorsteht. Und auch dafür wird eine Menge getan. »Wir haben Lehrer-Schüler-Modelle angeschafft, mit denen man als Neuling oder beim Schnuppern erste Flugerfahrung sammeln kann«, so Mies. Wie in einer Fahrschule steuert der Schüler das Flugobjekt, der Lehrer aus eigenen Reihen kann im Notfall jederzeit eingreifen und das Modell sicher zum Boden zurückbringen. So ist ein erstes »Schnupperfliegen« für jeden Interessierten möglich.
Ehe es soweit ist wird an den Flugobjekten gebastelt. Seit Weihnachten treffen sich die Jugendlichen unter Aufsicht zum gemeinsamen Basteln in einem eigens dafür von der Gemeinde Simmerath zur Verfügung gestellten Raum unterhalb der Grundschule in Simmerath. Derzeit werden zwei baugleiche Modelle zusammengesetzt, damit die Hobbywerkler in Gruppenarbeit die Bauteile zusamenführen können. »Dann kommt die spannende Frage, ob alles passt und ob es fliegt«, sind die Jugendlichen gespannt. Mit ihren Modellen geht es dann bei passender Witterung hinaus auf den Flugplatz. Dort ist auch ein Wettbewerb zwischen erfahrenen und Nachwuchspiloten sowie ein Tag der offenen Tür geplant.
Nicht nur dieser ist Neuland, sodern auch das Basteln wird demnächst in neuer Umgebung erfolgen. »Durch die Schulerweiterung können wir den Raum nicht mehr lange nutzen«, so Dr. Wilden. »Die Gemeinde hat uns aber bereits frühzeitig eine Alternative zur Verfügung gestellt und so werden wir im Sommer tolle Räumlichkeiten im Keller der alten Schule in Huppenbroich für unsere Zwecke herrichten.«
Der Umgang mit Werkzeugen, handwerkliches Geschick, Holz-, Metall- und Kunststoffbearbeitung sowie Grundkenntnisse in Elektronik sind notwendig, um ein Modellflugzeug zu bauen. Seit geraumer Zeit setzt man auf kleinere, elektrobetriebene Modellflieger, die leiser, emissionsfrei und leichter händelbar sind. »Generationen von Jugendlichen haben sich für das Hobby begeistert und wurden von erfahrenen Vereinsmitgliedern in der vielfältigen und komplexen Technik des Modellbaus geschult«, erläutert Ulrich Mies. Das wollen sie auch gerne weiter tun und freuen sich über jeden kleinen und großen Hobbybastler oder Flugbegeisterten, der ein »Kranich« werden will. Kontakt über www.mfg-kranich.de


