Thomas Förster

Franziskanischer Geist soll weiterleben

Vossenack. Neue Initiative lädt zum ersten Franziskus-Sonntag am 4. Oktober nach Vossenack ein
Der Heilige Franz von Assisi zähmte einst einen Wolf und brachte ihn mit den Menschen zusammen. Pater Laurentius hat das in dieser Skulptur am Vossenacker Franziskusweg dargestellt. Mit dem Franziskus-Sonntag soll ein Ort der Begegnung, Spiritualität und Gemeinschaft erhalten und zugleich ein neuer Weg für die Zukunft eröffnet werden.

Der Heilige Franz von Assisi zähmte einst einen Wolf und brachte ihn mit den Menschen zusammen. Pater Laurentius hat das in dieser Skulptur am Vossenacker Franziskusweg dargestellt. Mit dem Franziskus-Sonntag soll ein Ort der Begegnung, Spiritualität und Gemeinschaft erhalten und zugleich ein neuer Weg für die Zukunft eröffnet werden.

Bild: Thomas Förster

VOSSENACK. Mit der Auflösung des Franziskanerkonvents in Vossenack Ende August 2026 ist eine fast sechs Jahrzehnte währende, prägende Präsenz der Franziskaner in der Region zu Ende gegangen. Doch der franziskanische Geist soll vor Ort lebendig bleiben: Eine Gruppe von mehr als zehn engagierten Personen hat sich als Initiative zusammengefunden, um die beliebte Tradition der bisherigen Klostersonntage unter den neuen Rahmenbedingungen weiterzuführen.

Dabei verschließt die Initiative nicht die Augen vor der jüngsten Geschichte: Die wissenschaftliche Studie zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im Orden hat gezeigt, dass auch in Vossenack schweres Leid geschehen ist. Die Aufarbeitung dieser Taten liegt beim Orden sowie der Stiftung und ist nicht abgeschlossen. »Wir wollen dieses Dunkle nicht verschweigen. Gerade deshalb ist es uns wichtig, an das anzuknüpfen, für das Franz von Assisi und die allermeisten Franziskaner hier vor Ort wirklich standen, wie Bescheidenheit, Friedfertigkeit, Bewahrung der Schöpfung und Ehrlichkeit«, betont die Initiativgruppe.

Aus dem bisherigen Klostersonntag wird künftig der »Franziskus-Sonntag«, ein neuer Name für ein vertrautes Format mit Blick nach vorn. Nach insgesamt 200 Klostersonntagen findet der erste Franziskussonntag am Sonntag, 4. Oktober, dem Namensfest des heiligen Franziskus von Assisi, statt. Die heilige Messe beginnt um 11 Uhr und wird von Pater Laurentius Englisch zelebriert sowie musikalisch vom Musikensembel »Praise the Lord« aus Roetgen gestaltet. Im Anschluss sind alle Besucher bei der bewährten Gulaschsuppe zu Begegnung und Austausch im franziskanischen Sinne eingeladen.

Rückhalt aus der Pfarrei St. Josef

Auch von kirchlicher und pfarrlicher Seite erfährt die neue Initiative großen Zuspruch: Pfarrer Josef Wolff begrüßt und unterstützt das Engagement der Ehrenamtlichen ausdrücklich. Dieser franziskanisch geprägte Ort von Kirche bedeutet vielen Menschen sehr viel und trägt Lebendigkeit der Pfarrei St. Josef und der gesamten Region bei.

Der Franziskussonntag soll weit mehr sein als das Festhalten an einer liebgewonnenen Gewohnheit. Die Initiatoren möchten Raum schaffen für vielfältige spirituelle, kulturelle und gemeinschaftliche Angebote. Neue Ideen und Impulse aus der Bevölkerung sind dabei ausdrücklich willkommen.

Seit 1967 waren die Franziskaner mit Schule, Internat, Kloster, Gottesdiensten und Kultur ein wichtiger Teil des Lebens in der Nordeifel. An vieles, was in dieser Zeit entstanden ist und Menschen bis heute miteinander verbindet, soll nun angeknüpft werden Das soll nicht im wehmütigen Rückblick und ohne die belastenden Seiten auszublenden, sondern mit dem Blick nach vorne auf das, was unter heutigen Bedingungen neu wachsen kann, geschehen.

Mitgestalter gesucht

Die Initiativgruppe sucht weitere Interessierte, die die Ideale des Franz von Assisi teilen und Lust haben, sich aktiv einzubringen. Der erste Franziskussonntag am 4. Oktober soll somit nicht nur ein Wiedersehen in vertrauter Atmosphäre sein, sondern der Auftakt zu einem neuen gemeinsamen Weg. Kontakt via Axel Buch: E-Mail an axel.buch@vossenack.nrw oder Tel. 0151/12618340