Thomas Förster

Großfeuer im Hohen Venn

800 bis 850 Hektar stehen in Flammen - Rauchschwaden und Ascheregen über dem Monschauer Land.
Eindrucksvoll und beklemmend zugleich: Die Rauchwolke, die vom Brand im Hohen Venn über das Monschauer Land zieht.

Eindrucksvoll und beklemmend zugleich: Die Rauchwolke, die vom Brand im Hohen Venn über das Monschauer Land zieht.

Bild: Stefan Künster

Das Hohe Venn steht in Flammen. Das Feuer im Hohen Venn hat inzwischen eine Fläche von 850 Hektar zerstört. Was am Freitag, 14. August, gegen 13 Uhr als kleiner Brand begann, hat sich zu einer Katastrophe entwickelt, die das einzigartige Moorgebiet zwischen Eupen und Malmedy in bislang nicht dagewesenem Ausmaß bedroht.

Die geschäftsführende Gouverneurin der Provinz Lüttich, Anne Dassy, rief noch am Freitagnachmittag den provinzialen Notfallplan aus, um Einsätze besser koordinieren und die Sicherheit der Bevölkerung gewährleisten zu können. In Richtung Baraque Michel scheint der Brand inzwischen unter Kontrolle, breitet sich aber weiter in Richtung Drossart aus. Der Kommandopunkt wurde deshalb in Richtung Eupen verlegt.

Die Löscharbeiten gestalten sich äußerst schwierig: Ein Sprecher erklärte im BRF-Interview, dass die Arbeiten wochenlang dauern könnten, weil das Feuer tief in den trockenen Torfboden eindringe. Zur Unterstützung wurden drei Panther-Löschfahrzeuge der belgischen Armee angefordert – Spezialfahrzeuge mit einer Wasserkapazität von 10.500 Litern und einem Wasserstrahl von bis zu 90 Metern Reichweite. Etwa 30 Landwirte fahren zudem Wasser zu strategischen Punkten. Feuerwehren aus anderen Provinzen und aus Deutschland leisten Verstärkung.

Auch auf der deutschen Seite sind die Auswirkungen spürbar: Im Monschauer Stadtgebiet kann es zu Geruchsbelästigung kommen. Anwohner werden gebeten, Türen und Fenster geschlossen zu halten sowie Lüftungen und Klimaanlagen auszuschalten. Das SimmBad etwa ist aufgrund dessen geschlossen. Auch Ascheregen zieht quer über das Monschauer Land.

Das Venn ist derzeit streng verboten zu betreten. Straßen und Parkplätze sind gesperrt. Die N68 zwischen Eupen und Sourbrodt ist abgesperrt. 2011 gab es im Hohen Venn den größten Waldbrand Belgiens – damals brannten 1.600 Hektar. Die Hoffnung ruht nun auf dem Regen - es könnte uns später treffen, aber leider auch vorbei ziehen.