Thomas Förster

Kinder haben Recht auf Bildung

Region. Das leise Sterben der sozialen Infrastruktur in Nordrhein-Westfalen hat begonnen. Kitas demonstrieren für ein "soziales NRW".

Reduzierung von Öffnungszeiten, Schließung von Angeboten und drohende Insolvenzen: Das leise Sterben der sozialen Infrastruktur in Nordrhein-Westfalen hat begonnen. Mit einem Aktionstag machen die Profinos-Kindergärten auf die Situation aufmerksam.

Nordeifel (Fö). Nicht nur die Kindertageseinrichtungen, sondern die gesamte soziale Infrastruktur steht auf der Kippe, befürchtet die Freie Wohlfahrtspflege NRW, die die Aktion »NRW bleib sozial« ins Leben gerufen hat. Daran beteiligten sich nun auch die Kindergärten St. Ursula Monschau, St. Lambertus Kalterherberg und St. Hubertus Schmidt sowie die »Arche Noah« in Simmerath.

Die Verhandlungen mit den Kommunen zur Bedarfsplanung gestalten sich sehr zäh, heißt es. Aufgrund der Herausforderung gutes Personal zu finden und zu halten, müssen Öffnungszeiten und Angebote reduziert oder Einrichtungen geschlossen werden. Das Personal ist unzufrieden, weil es auf Grund der personellen Situation ausschließlich die Aufsichtspflicht sicherstellen kann, anstatt dem Bildungsauftrag gerecht zu werden. Gestiegene Herausforderungen durch unzufriedene Eltern und, dem seit Pisa angestiegene Anzahl von Kindern mit herausforderndem Verhalten, sowie der massiv geforderte und notwendige Kinderschutz machen unsicher. Dies führt zu vorzeitigen Ausstiegen aus dem Beruf und hohem Krankenstand. Weniger Menschen gehen in die Ausbildung, weil das Bild des Berufes nach außen nicht mehr attraktiv ist. Eine Abwärtsspirale...

Existenzängste in Kita und Familien

Auch Eltern können ihren eigenen Verpflichtungen im Alltag nicht mehr verlässlich nachkommen und seien unzufrieden, weil die Betreuungsverträge nicht eingehalten werden können und die Arbeitgeber den Druck erhöhen. Damit gehen Existenzängste der Familien einher.

Das Durchhaltevermögen der Träger, Angestellten und Ehrenamtlichen ist erschöpft. »Darum fordern wir heute, bevor es für die Trägervielfalt zu spät ist: Zeitnahe finanzielle Absicherung, eine transparente gesicherte Finanzierungssystematik sowie auskömmliche, verlässliche personelle Ausstattung und Rahmenbedingungen um qualitativ gute und verlässliche inklusive Bildung zu gewährleisten«, erklären die Akteure.

Betroffen seien nicht nur Kitas, auch Einrichtungen wie offener Ganztag, Angebote in Eingliederungshilfe, Integration von Geflüchteten, Schuldnerberatung oder Jugendförderung seien am Limit.


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