Thomas Förster

Weniger Einbrüche, mehr Sachschäden

Kriminalität in den Eifelkommunen im Gegensatz zum Trend der Polizei Aachen leicht gestiegen - Fallzahlen bleiben niedrig
Der neue Aachener Polizeipräsident, Andreas Bollenbach, stellte die Kriminalstatistik des Jahres 2025 vor.

Der neue Aachener Polizeipräsident, Andreas Bollenbach, stellte die Kriminalstatistik des Jahres 2025 vor.

Bild: Polizei Aachen

Region (Fö). Mehr Straftaten an Schulen, Prävention gegen jugendliche Intensivtäter und mehr kriminelle Kinder. Dafür weniger Straftaten und eine höhere Aufklärungsquote. Positives und Negatives gibt es bei der Kriminalstatistik der Polizei Aachen zu vermelden.

Die Polizei Aachen verzeichnete 2025 insgesamt 48.268 erfasste Straftaten im Bereich des Polizeipräsidiums – ein leichter Rückgang von 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2024: 48.648 Fälle). Besonders erfreulich: Die Aufklärungsquote stieg auf den höchsten Wert seit zehn Jahren und liegt nun bei 58,8 Prozent (2024: 56,6 %). Insgesamt wurden 21.319 Tatverdächtige registriert, davon 77,3 Prozent männlich.

Im Bereich Eigentums-kriminalität ist ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen (-8,0 %), während Körperverletzungsdelikte um 5,4 Prozent zugenommen haben. Dabei bleiben Mord und Totschlag mit 36 Fällen auf einem hohen Niveau - glücklicherweilse blieben 29 Fälle beim »Versuch«. Messerangriffe stiegen um 7,2 Prozent auf 254 Fälle. Positiv: Wohnungseinbrüche, Taschendiebstähle und Raubtaten sind spürbar zurückgegangen.

Die Ermittlungsgruppe »Bike & City« sei sehr erfolgreich unterwegs, unterstricht Andreas Bollenbach. Wurden mal 3000 und mehr Fahrräder gestohlen, ist der Wert nun einstellig - Schwerpunkt hier ist die Aachener Innenstadt.

Senioren bleiben im Fokus der Straftäter und leider passen sie ihr Betrügermuster immer wieder an, um zum Erfolg zu kommen. Aktuell geben sie sich vielfach als Reinigungs- oder Pflegekräfte aus, um das Vertrauen älterer Menschen zu erschleichen.

3321 der 21.319 ermittelten Tatverdächtigen sind unter 21 Jahren. Besonders der Anteil an Kindern ist gestiegen - fast 20 Prozent der jungen Straftäter sind Kinder. Hier geht es vor allem um Körperverletzung, Ladendiebstahö und Beförderungserschleichung.

Die Eifelgemeinden Monschau, Roetgen und Simmerath werden im Bericht gemeinsam als »Eifelgemeinden« ausgewiesen. Mit 1.400 erfassten Straftaten im Jahr 2025 verzeichnet diese Region einen Anstieg von 5,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2024: 1.331 Fälle). Die Aufklärungsquote verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr spürbar um 4,6 Prozentpunkte und liegt nun bei 52,6 Prozent. Damit liegt die Region weiterhin unter dem Gesamtdurchschnitt des Polizeipräsidiums Aachen.

Auffällige Entwicklungen

Sachbeschädigung: Mit einem Anstieg von 20,2 Prozent (von 104 auf 125 Fälle) ist Sachbeschädigung eines der am stärksten gewachsenen Deliktsbereiche in der Region. Die Aufklärungsquote liegt bei 28,8 Prozent.

Straßenkriminalität: Ein deutliches Plus von 13,2 Prozent (von 219 auf 248 Fälle) macht die Straßenkriminalität zum zweitgrößten Sorgenpunkt. Die Aufklärungsquote liegt mit 19,8 Prozent im mittleren Bereich.

Ladendiebstahl: Mit einem Anstieg von 52,2 Prozent – von 23 auf 35 Fälle – verzeichnet der Ladendiebstahl den stärksten prozentualen Zuwachs. Die Aufklärungsquote ist mit 74,3 Prozent jedoch vergleichsweise hoch.

Erfreulich: Wohnungseinbrüche gingen deutlich zurück, von 69 auf 49 Fälle (−29,0 %). Mord- und Totschlagsfälle, die 2024 noch je einmal vorkamen, sind für 2025 nicht erfasst. Betrug und Computerkriminalität nahmen ebenfalls ab.

Diebstahl von Mopeds und Krafträdern hingegen stieg um 50 Prozent (14 auf 21 Fälle), einfacher Diebstahl um 10,7 Prozent. Die Gewaltkriminalität insgesamt blieb nahezu stabil und wurde mit 87,2 Prozent sehr gut aufgeklärt.

Bollenbach neuer Polizeipräsident

Andreas Bollenbach wird neuer Polizeipräsident in Aachen. Das hat die Landesregierung auf Vorschlag von Innenminister Herbert Reul am Dienstag, 3. März 2026, beschlossen. Der 61-Jährige folgt damit auf Dirk Weinspach, der im Herbst 2023 in den Ruhestand getreten ist.

Andreas Bollenbach ist derzeit stellvertretender Polizeipräsident im Polizeipräsidium Aachen, wo er die Direktion Kriminalität leitet. Seit rund vier Jahrzehnten gehört er der nordrhein-westfälischen Polizei an. In dieser Zeit war er in verschiedenen Führungspositionen unter anderem in Innenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen sowie bei der Polizeibehörde Heinsberg tätig.

Andreas Bollenbach wird die neue Position voraussichtlich Ende März antreten. Mit der Ernennung übernimmt er die Leitung des Polizeipräsidiums Aachen mit rund 2.300 Beschäftigten.