Thomas Förster

Monschaus Fachwerk unter der Lupe

Monschau. Die Fachhochschule Aachen startet ein zweijähriges Forschungsprojekt zur Erfassung und denkmalpflegerischen Sicherung des Monschauer Baubestandes. Der Landschaftsverband Rheinland fördert das Vorhaben mit 180.000 Euro.
Prof. Dr. Anke Fissabre (3.v.l.) stellte das Projekt »Eine Zukunft für die Altstadt Monschau« mit ihrer Mitarbeiterin Inti Dohle (l.) vor. Studenten werden das Projekt unterstützen. Dr. Andrea Pufke (2.v.l.) und Dr. Anja Schmid-Engbrodt (4.v.l.) vom LVR freuen sich auf die Ergebnisse. Dr. Carmen Krämer und Björn Schmitz hoffen auf konkrete Handlungsempfehlungen für die Stadt.

Prof. Dr. Anke Fissabre (3.v.l.) stellte das Projekt »Eine Zukunft für die Altstadt Monschau« mit ihrer Mitarbeiterin Inti Dohle (l.) vor. Studenten werden das Projekt unterstützen. Dr. Andrea Pufke (2.v.l.) und Dr. Anja Schmid-Engbrodt (4.v.l.) vom LVR freuen sich auf die Ergebnisse. Dr. Carmen Krämer und Björn Schmitz hoffen auf konkrete Handlungsempfehlungen für die Stadt.

Bild: Britta Scheffen

Monschau (BS). Die verwinkelten Gassen, die halbverdeckten Fachwerkhäuser, die dunklen Holzbalken, die sich über Jahrhunderte in die Fassaden eingegraben haben – all das, was Monschau zu einem der bemerkenswertesten Stadtbilder in der Region macht, soll nun systematisch erfasst, untersucht und für die Zukunft gesichert werden. Die Fachhochschule Aachen hat im Rahmen der Regionalen Kulturförderung des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) die Förderbewilligung für das Forschungsprojekt »Eine Zukunft für die Altstadt Monschau« erhalten. Am vergangenen Mittwoch stellten die Beteiligten das Vorhaben im Roten Haus vor.

Für Bürgermeisterin Dr. Carmen Krämer hat das Projekt eine ganz persönliche Dimension. »Eine meiner ersten Amtshandlungen war es, Professorinnen und Professoren der umliegenden Hochschulen zu kontaktieren und nach Möglichkeiten zur Kooperation zu fragen«, erzählte Krämer bei der Pressekonferenz. Prof. Dr. Anke Fissabre von der FH Aachen habe damals schnell geantwortet – und leite nun dieses tolle Projekt.

Kooperation aus Überzeugung

Krämer zeigte sich darüber sichtlich erfreut: »Das ist ein großartiges Beispiel dafür, wie wir als Stadt Monschau ganz praktisch von der Wissenschaft profitieren können. Uns geht es nicht nur darum, Geschichte erlebbar zu machen, sondern auch darum, unsere Baudenkmäler wirklich zukunftsfähig zu gestalten.«

Der LVR fördert das Projekt mit 180.000 Euro. Für Dr. Andrea Pufke, Leiterin des LVR-Amtes für Denkmalpflege im Rheinland, geht es dabei um mehr als schöne Fassaden. »Wir hoffen nicht nur auf ein schönes Ergebnis, sondern darauf, dass Bewohner und Besucher das Potenzial dieser Stadt erkennen. Auch unscheinbare Häuser, die mit der Geschichte der Tuchindustrie verwoben sind, sollen in den Fokus gerückt werden.«

Was das Projekt methodisch besonders macht, erläuterten Prof. Dr. Anke Fissabre und ihre wissenschaftliche Mitarbeiterin Inti Dohle anschließend im Detail. Ziel ist es, die besondere Bautypologie Monschaus erstmals systematisch zu erfassen und zu bewerten. Zum Einsatz kommen dabei moderne »Scanner-to-Go«-Geräte, die Räume in kürzester Zeit dreidimensional vermessen und abbilden können. Auf dieser Grundlage entstehen vollständige Raumbücher, in denen auch die verwendeten Materialien dokumentiert werden.

»Ein besonderer Schwerpunkt sind die Tuchmacherhäuser, die meist zweiteilig angelegt sind und einige klassische Charakteristika aufweisen«, erklärte Fissabre.

Viele Hauseigentümer haben bereits Interesse signalisiert, ihre Gebäude für die Vermessungen zur Verfügung zu stellen. Weitere Interessierte können sich noch melden (Kontaktdaten im Infokasten). Die Teilnahme lohnt sich: Geplant ist unter anderem eine Transferveranstaltung, bei der das Projektteam seine Zwischenergebnisse präsentiert und den Eigentümern konkrete Handreichungen für den richtigen Umgang mit den historischen Materialien gibt.

Mehr Wohnraum & weniger Leerstand

Am Ende der Pressekonferenz richtete Bürgermeisterin Dr. Carmen Krämer noch einen persönlichen Wunsch an das Forschungsteam: »Es wäre schön, wenn Sie in Ihren Untersuchungen auch die Frage angehen, wie wir wieder mehr klassischen Wohnraum in die Gebäude bekommen. Aktuell haben wir leider viel Leerstand oder reine Ferienwohnungen.« Das Projektteam nahm den Wunsch gerne mit – und damit eine Aufgabe, die über die reine Bauforschung hinausgeht.

Mitmachen beim Projekt

Hauseigentümer können ihr Gebäude für die Vermessungen zur Verfügung stellen
Alle Teilnehmenden erhalten Einblick in die Ergebnisse
Interesse? Meldungen bitte an: Prof. Dr. Anke Fissabre, FH Aachen, Fachbereich Architektur unter fissabre@fh-aachen.de