Stimmung in der Wirtschaft kippt
Die aktuelle Lage der Wirtschaft in der Städteregion Aachen und in den Kreisen Düren, Euskirchen und Heinsberg ist noch überwiegend positiv, die Unternehmer blicken jedoch äußerst pessimistisch in die Zukunft.
Region. Das sind die Ergebnisse der jüngsten Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen, an der sich rund 330 Unternehmen mit mehr als 29.000 Beschäftigten beteiligt haben. »Die Wirtschaft steht damit vor einem Wendepunkt – oder hat ihn sogar schon überschritten«, bewertet Michael F. Bayer, Hauptgeschäftsführer der IHK Aachen, das aktuelle Konjunkturklima in der Region.
Ein Drittel der befragten Betriebe ist mit ihrer aktuellen Geschäftslage zufrieden, bei knapp jedem vierten haben sich die Geschäfte verschlechtert. »Die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine, die weiterhin hohen Energiekosten sowie die starke Inflation führen zu einer deutlichen Kaufzurückhaltung und einem Nachfragerückgang, was wiederum die Planungssicherheit der Unternehmen belastet«, erklärt Bayer. In der Industrie haben inzwischen bereits 15 Prozent aller Betriebe Kurzarbeit angemeldet, weitere 5 Prozent rechnen damit kurzfristig.
Die gegenwärtigen Herausforderungen wirken sich auch auf die Ertragslage aus, die sich bei der überwiegenden Zahl der Befragten verschlechtert hat. Infolgedessen haben sich die Erwartungen der Unternehmer deutlich eingetrübt. Rund ein Drittel rechnet mit schlechteren Geschäften in den kommenden Monaten, kaum jeder Fünfte geht von einer Verbesserung aus. Auch beim Export erwartet die Mehrzahl der Befragten einen Rückgang der Geschäfte.
Trotz aller Sorgen bleiben die Investitionspläne noch weitgehend stabil. Gleiches gilt für die Beschäftigungsabsichten. Aufgrund des unverminderten Arbeits- und Fachkräftemangels bemühen sich die Unternehmer, das Personal trotz der schwierigen konjunkturellen Lage zu halten. Gleichzeitig gibt die Hälfte aller Antwortenden an, dass sie offene Stellen gegenwärtig nicht besetzen können.
Nachfrage sinkt und Fachkräftemangel
Als größtes Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung sehen sechs von zehn Unternehmern inzwischen einen Rückgang der Inlandsnachfrage, geringfügig weniger befürchten, dass der Arbeits- und Fachkräftemangel die Konjunktur ausbremst. Steigende Energie- und Rohstoffpreise werden von 56 Prozent der Befragten als Herausforderung genannt – deutlich weniger als zum Jahresbeginn, da waren es noch 78 Prozent.
Die Arbeitslosigkeit hat sich kaum verändert. Die Quote in der Region Aachen liegt aktuell bei 6,6 Prozent und damit um 0,2 Prozentpunkte niedriger als bei der zurückliegenden Befragung. Auf Landesebene (7,2 Prozent) sowie auf Bundesebene (5,7 Prozent) liegt die Quote auf demselben Niveau wie im Frühjahr.
Lage in der Städteregion Aachen
Im ehemaligen Kreis Aachen haben sich die negativen Lagebewertungen erhöht, der Saldo bleibt aber auch dort positiv. 36 Prozent der Befragten sind mit ihrer Lage zufrieden, 18 Prozent melden schlechte Geschäfte. Die Aussichten haben sich hingegen deutlich eingetrübt: Nur noch 14 Prozent der Befragten erwarten eine positive Entwicklung, 35 Prozent rechnen mit schlechteren Geschäften.
Den gesamten Konjunkturbericht mit Daten und Fakten der einzelnen Branchen gibt es auf www.aachen.ihk.de/konjunkturbericht

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